Daun (Adelsgeschlecht)

Die Daun waren ein Adelsgeschlecht, das ursprünglich aus dem Rheinland stammte und mehrere bedeutende österreichische Heerführer stellte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Geschlecht nannte sich nach der Stadt Daun im heutigen Landkreis Vulkaneifel (Rheinland-Pfalz), südlich der Hohen Eifel am Fluss Lieser. Die Stammreihe der späteren Reichsgrafen und österreichischen Fürsten beginnt um 1450, nachdem das ältere freie Herrengeschlecht der Herren von Daun im Jahre 1163 ausgestorben war und ein Dienstmann dieses Geschlechtes, Richardus de Duna, den Namen seiner früheren Herren und auch das Wappen mit dem Dauner Gitter übernommen hatte. Jahrhundertelang herrschten sie dann von der Dauner Burg aus unter der Oberhoheit des Trierer Kurfürsten über zahlreiche Ortschaften im Eifel-Mosel-Raum.[1]

Rheinland

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts konnte sich Wirich von Daun-Oberstein (* um 1473; † 1546) einen Namen als Diplomat und militärischer Befehlshaber machen und den Einfluss seiner Familie erheblich erweitern. Er war ein Sohn des Melchior von Daun-Oberstein sowie Neffe des Kölner Erzbischofs Philipp von Daun-Oberstein. Durch Abstammung, Heirat und eigene Verdienste wurde er Herr der Stadt Daun sowie Inhaber der Herrschaften Oberstein, Falkenstein, Linnep, Broich und Bürgel und besaß zudem einen Anteil an der Grafschaft Limburg. Kaiser Maximilian I. erhob Wirichs Herrschaft Falkenstein im Jahr 1518 zur Grafschaft, worauf sich Wirich und seine Nachkommen die "Herren zu Daun-Falkenstein" nannten. Erst Wilhelm Wirich von Daun-Falkenstein verkaufte die Grafschaft Falkenstein 1667 an Herzog Karl IV. von Lothringen. Mit seinem Tod 1682 ist diese Linie im Mannesstamm erloschen.

Österreich

Wilhelm Johann Anton Graf Daun (1621–1706) aus der seit 1643 bzw. 1655 reichsgräflichen Linie trat 1657 in österreichische Dienste und wurde 1694 Feldmarschall. Seine Söhne waren Heinrich Dietrich Martin Joseph Graf Daun (1678–1761; später Feldmarschall und Hofkriegsrat) und Heinrich Richard Lorenz Graf Daun (1673–1729; später Feldmarschalleutnant) sowie Wirich Graf Daun (1669–1741; später ebenfalls Feldmarschall), der seine militärische Laufbahn im Regiment seines Vaters begann. 1657 erhielten die Daun den niederösterreichischen Herrenstand, 1684 das böhmische Inkolat, 1686 den niederösterreichischen alten Herrenstand, 1688 das ungarische Indigenat. Wirich Graf Daun wurde für seine militärischen Verdienste 1711 zum Fürsten von Teano (heute in der Provinz Caserta) erhoben sowie zum spanischen Granden ernannt und mit dem Goldenen Vließ ausgezeichnet. Sein Sohn Leopold (1705–1766) erhielt für seine militärischen Verdienste das erste Großkreuz des Maria-Theresien-Ordens. Wirich und Leopold Graf Daun unterhielten enge Kontakte zum Kaiserhaus und wurden nach ihrem Tod in der Georgskapelle der Wiener Augustinerkirche beigesetzt.

Nach dem Aussterben der österreichischen Daun im Mannesstamm ging ihr Besitz 1851 auf dem Erbweg an einen Zweig der nikolaischen Linie der Grafen Pálffy von Erdőd. Sie erlangten daraufhin 1853 die Namens- und Wappenvereinigung Pálffy-Daun von Erdőd sowie 1876 die österreichische Genehmigung zur Fortführung des Titels eines Fürsten von Teano. Die ungarische Genehmigung zur Fortführung dieses Fürstentitels wurde 1879 gegeben.

Personen

Bekannte Mitglieder der Familie waren unter anderem:

Besitz

rheinländischer Zweig

österreichischer Zweig

Wappen

Wappen der Stadt und des Adelsgeschlechtes Daun
Wappen Daun-Falkenstein in der Klosterkirche Marienthal (Pfalz)

Bereits das ältere Geschlecht der Herren von Daun soll das Wappen mit dem Dauner Gitter geführt haben. Nach dem Aussterben dieser Familie 1163 übernahm Richardus de Duna, ein früherer Dienstmann dieses Geschlechtes, den Namen und auch das Wappen seiner früheren Herren.

Die "Herren zu Daun-Falkenstein" führten das rote Schräggitter aus dem Stadtwappen von Daun geviert mit dem Wappen der Grafschaft Falkenstein.

Das Wappen der Reichsgrafen von Daun war geviert mit gekröntem goldenem Herzschild: darin in rotes Schräggitter (= Stammwappen Daun); 1 und 4 geteilt. oben in Blau zwei silberne Lilien, unten in Schwarz eine goldene Blätterkrone; 2 und 3 in Gold ein einwärts gewendeter schwarzer Löwe (= Sassenheim). Vier Helme mit schwarz-silbernen Decken: I gekrönt, als Helmzier ein auf der Helmkrone stehender schwarzer Löwe (= Sassenheim); II als Helmzier ein silbern gestulpter schwarzer Hut mit drei Straußenfedern (schwarz-silbern-schwarz); III gekrönt, als Helmzier ein silberner Schwan mit schwarzen Flügeln (= Helmzier des Stammwappens), IV gekrönt, als Helmzier ein schwarzer, mit goldener Blätterkrone belegter Flug.

Nach der Namens- und Wappenvereinigung Pálffy-Daun von Erdőd wurde das Wappen der Daun als Hintergrund des Wappens der Pálffy von Erdőd geführt.

Literatur

  • Franz Gall: Österreichische Wappenkunde. Handbuch der Wappenwissenschaft. 2. Aufl. Böhlau Verlag, Wien 1992, S. 312, ISBN 3-205-05352-4.

Einzelnachweise

  1. Gregor Brand, Leopold Joseph Graf Daun - Österreichischer Feldherr aus Eifler Geschlecht, Eifelzeitung, 4. Juli 2012 (Zugriff am 3. Januar 2013)