Ergebnisse der Gemeinderatswahlen in St. Pölten

Gemeinderatswahl 2011
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60
50
40
30
20
10
0
56,8 %
(-2,8 %p)
25,3 %
(+1,1 %p)
10,7 %
(+2,6 %p)
4,9 %
(-2,3 %p)
2,4 %
(+1,5 %p)
2006

2011

Anmerkungen:
c 2006 traten Nonner und FPÖ getrennt an.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Ergebnisse der Gemeinderatswahlen in St. Pölten seit 1945. Bisher konnte immer die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) die meisten Stimmen auf sich vereinen und, mit einer Ausnahme, die absolute Mehrheit erringen.

Inhaltsverzeichnis

Antretende Parteien

In den bisher 15 Wahlen in der 2. Republik traten 18 Parteien und Listen in der Stadt St. Pölten an. In den ersten beiden Jahren traten nur die Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ), die Österreichische Volkspartei (ÖVP) sowie die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) an, die allerdings 1950 als Linksblock (LB) und 1955 als Wahlgemeinschaft Österreichische Volksopposition (VO) antrat. Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) trat 1960 das erste mal zu Wahlen an. Die nächsten Jahre waren die wahlwerbenden Parteien jene vier, erst 1986 trat mit der Grün-alternative Bürgerliste (GABL) eine fünfte Partei an.[1] Von dieser von einem Ex-FPÖ-Gemeinderat gegründeten Liste distanzierten sich jedoch alle St. Pöltner Grünen. Diese traten als Grüne Alternative St. Pölten (GAS) erstmals 1991 an,[2] ab 1996 als Die Grünen – Die grüne Alternative (Grüne). Ab 1991 tritt die SPÖ als Sozialdemokratische Partei Österreichs an, 1996 und 1997 schaffte zudem das Liberale Forum (LiF) den Einzug in den Gemeinderat.

Kurz nach der Wahl 2001 traten die drei FPÖ-Gemeinderäte aus der Partei aus und gründeten die Liste Für St. Pölten (FSP). Diese trat bei der darauffolgenden Wahl als Liste Hermann Nonner (Nonner) an, 2011 war Nonner wieder Spitzenkandidat der FPÖ.

Alle anderen Parteien und Listen schafften es bisher nicht im Gemeinderat vertreten zu sein. 2001 scheiterte die Liste Otto Schwarz (LOS), 2006 die Gerechtigkeit-Partei-Österreich (GPÖ) und die Liste Mehmet Isik (ISIK) am Einzug. Bei der Wahl 2011 scheiterten die Bürgerliste Für St. Pölten (FSP), die Unabhängige Bürgerplattform Wir für St. Pölten (WIR) und die Christliche Partei Österreichs (CPÖ).[3]

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die prozentuale Verteilung der gültig abgegebenen Stimmen (Ergebnis) sowie der erreichten Mandate (Mandate). Die Partei, die die meisten Stimmen errang, wird farblich hervorgehoben. In der Spalte Sonst. werden alle Parteien aufgeführt, die bei keiner Wahl ein Mandat erreichten.

Tabelle

Wahl-
datum
SPÖ ÖVP KPÖa FPÖ Grüneb LiF Nonner Sonst.c
Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis
025.11.1945d 52,0 22 34,7 15 13,3 5
007.05.19500 51,3 22 32,1 13 16,6 7
24.04.1955 52,8 22 34,7 15 12,5 5
10.04.1960 47,3 20 34,9 15 13,2 5 04,6 2
04.04.1965 53,0 23 36,0 15 09,4 4 01,6
05.04.1970 57,0 25 34,8 15 06,2 2 02,0
19.03.1972 55,1 24 35,7 15 06,5 2 02,7 1
13.03.1977 57,8 25 33,8 15 04,3 1 04,1 1
14.03.1982 57,4 25 33,2 14 03,6 1 05,8 2
23.11.1986 62,5 27 32,4 14 02,0 02,3 1 0,7 (GABL)
06.10.1991 60,3 26 24,0 10 00,9 09,0 4 5,8 2
13.10.1996 56,4 25 21,2 09 01,1 12,5 5 5,1 2 3,6 1
31.08.1997 57,8 25 20,6 09 01,0 12,7 5 4,8 2 3,2 1
07.10.2001 56,5 25 25,7 11 00,8 07,3 03e 7,5 3 2,1 (LOS)
08.10.2006 59,6 26 24,2 10 05,7 2 7,2 3 2,4 1 0,5 (ISIK); 0,4 (GPÖ)
03.07.2011 56,8 25 25,3 11 10,7 4 4,9 2 1,2 (WIR); 0,7 (FSP); 0,5 (CPÖ)
a Die KPÖ trat 1950 als Linksblock (LB) und 1955 als Wahlgemeinschaft Österreichische Volksopposition (VO) an.
b Die Grünen traten 1991 als Grüne Alternative St. Pölten (GAS) an.
c Parteien unter Sonst. haben nie Mandate erreicht.
d Der Gemeinderat wurde nicht gewählt, seine Zusammensetzung basierte auf dem Stadtergebnis der Nationalratswahl 1945.[4]
e Alle 3 Mandatare traten kurz nach der Wahl aus der FPÖ aus und gründeten die Liste Für St. Pölten (FSP).[5]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Umsturz bei Kandidaten der FPÖ für Gemeinderat. In: Niederösterreichische Nachrichten, Regionalausgabe St. Pölten, 4. November 1986 (Nr. 45), S. 5.
  2. NÖN St. Pölten, Ausgabe 41/1991
  3. St. Pölten hat gewählt!, Presseaussendung der Stadt St. Pölten, 3. Juli 2011
  4. Siegfried Nasko, 1986: Empor aus dumpfen Träumen - Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie im St. Pöltner Raum.
  5. St. Pölten hat gewählt. Auf noe.orf.at, 9. Oktober 2006