Fachwerk (Gemeinde Wildalpen)

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Fachwerk (Zerstreute Häuser)
Fachwerk (Gemeinde Wildalpen) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Liezen (LI), Steiermark
Gerichtsbezirk Liezen
Pol. Gemeinde Wildalpen  (KG Wildalpen)
Ortschaft Wildalpen
Koordinaten 47° 41′ 16″ N, 14° 55′ 41″ O47.68777777777814.928055555556553Koordinaten: 47° 41′ 16″ N, 14° 55′ 41″ O
Höhe 553 m ü. A.
Gebäudestand 11 (2012)
Postleitzahl A-8924f1
Statistische Kennzeichnung
Zählbezirk/Zählsprengel Wildalpen (61251 000)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM

Fachwerk ist ein Ort in Salzatal in der Steiermark, und gehört zur Gemeinde Wildalpen im Bezirk Liezen.

Geographie

Der Ort liegt an der Mündung des Lassingbachs in die Salza, auf etwa 550 m ü. A.. Dieser Bach kommt von der Gegend der Zellerhüte, und gliedert auf etwa 20 Kilometer die Lassingalpen (Teilgruppe der Ybbstaler Alpen), mit Göstlinger Alpen (Dürrensteingebiet und Hochkar) im Norden, und Kräuteringruppe im Südosten. Fachwerk liegt am Südfuß des Hochkars (1808 m ü. A.), in einer – für das sonst hier enge Salzatal – weiten Talaue, südöstlich liegt mit Hanserkogel (1808 m ü. A.) und einigen weiteren Bergen unter 1000 m eine für die inneralpine Lage niedrige Berggruppe. Im Südwesten liegt der Große Torstein (1330 m ü. A.), der zu den Ostausläufern der Hochkargruppe (Kalte-Mauer-/Stanglgruppe) der Hochschwabgruppe gehört.

Zum Ort – Adressen, als Streusiedlung – gehören auch die Einzellagen rechtsufrig salza-abwärts bis Lahnbauer, und links salza-aufwärts Glimitzer und Steinbruch. Das sind 11 Gebäude, von denen 4 den Ort selbst bilden.

Oberhalb Wildalpen zweigt von der B24 Hochschwab Straße (Gußwerk bei Marizell nach Erzhalden bei Palfau über Wildalpen) die Straße durch das Lassingbachtal ab.

Nachbarorte
Schönau (Gem. Palfau) Hochkar (Gem. Göstling a.d.Y., Bez. Scheibbs, ) Breitengries
Nachbargemeinden
(Eibl)
Hinterwildalpen
Fischerau

Geschichte und Sehenswertes

Im späteren 17. Jahrhundert wurde von der Innerberger Hauptgewerkschaft der Holzeinschlag und die Holzflößerei an der Lassing begonnen, und zu diesem Zweck eine großer Holzrechen oberhalb von Fachwerk errichtet. Dieser Rechen war mit 250 m Länge als Sackrechen parallel zum Bachbett errichtet. Über eine 700 m lange Wasserriese konnte das Holz nach Fachwerk getreidelt werden. Dort errichtete man Köhlereien, als Ländkohlenanlage (Köhlerei am Triftplatz), womit die Ansiedlung Fachwerk entstand. Anfangs auch für den Erzabbau am Arzberg (einen Vorberg des Eibl–Hochschlag-Rückens) gedacht, der aber bald wieder aufgelassen wurde, brachte man die Holzkohle per Wagen zum Erzberg nach Eisenerz, dem historischen Innerberg. Daneben konnte man, weil der Rechen auch als Schwellrechen konstruiert war, man also Wasser inklusive Treibgut in den Flusslauf ablassen konnte, das Holz weiter zum großen Rechen in Großreifling an der Salzamündung in die Enns, dem Gasteiger Rechen, weiterflößen.
Der Lassingrechen war von den Holztiftanlagen im Salzagebiet am längsten in Betrieb, wurde aber mit dem Aufkommen der Steinkohle im 19. Jahrhundert – einschließlich der Holzköhlerei – unrentabel, und aufgegeben. Beim Katastrophenhochwasser 1899 wurde die Rechenanlage endgültig zerstört, Reste sind noch zu sehen.[1][2][3]
Die alte Lagerhalle für die gebrannte Holzkohle, der Kohlbarren steht unter Denkmalschutz (ObjektID: 47910f1).

Ebenfalls denkmalgeschützt ist die Hausnummer 155, der erste Bauernhof Richtung Lahnbauer (Bauernhaus, ID: 98499), ein für die Gegend typisches Gehöft.

Heute liegt der Ort im Naturschutzgebiet Wildalpener Salzatal, und im Naturpark Eisenwurzen. Es gibt einen reizvollen Spazierweg salzaabwärts, die alte Salzatalstraße, über Lahnbauer, und dann als Steig weiter zum Beginn der Palfauer Wasserlochklamm. Außerdem ist ein Aufstieg auf das Hochkar über Kleckplan zum Geisschlägerhaus markiert. Daneben ist der Ort Beginn für Radtouren im Lassingtal, und Einsetz- wie auch Ausstiegspunkt für Wildwassersport (Rafting, Kajak) auf Salza und Lassing.

Einzelnachweise

  1. Lassingrechen in Fachwerk, eisenstrasse.co.at
  2. vergl Adolf Grabner: Geschichte der Gemeinde Wildalpen, 2. Aufl, Selbstverlag Gemeinde Wildalpen, Wildalpen 1986 (Bibl. Info, eisenstrasse.info; Auszug online, wildalpen.at).
  3. Forschungsdokumentation befindet sich am Forstmuseum Silvanum, Großreifling; Angabe nach Mitteilungsblatt des Ö Forstmuseumsvereins Großreifling, 1/2012, S. 6