Flughafen Klagenfurt

Kärnten Airport
Flughafen Klagenfurt am Wörthersee
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Kenndaten
ICAO-Code LOWK
IATA-Code KLU
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Straße Autobahn A2
Bahn Bahnhof Annabichl
Nahverkehr Bus 42 Hauptbahnhof - Flughafen/ 40, 41 Hauptbahnhof - Annabichl
Basisdaten
Eröffnung 1925
Betreiber Kärntner Flughafen Betriebs GmbH
Fläche 200 ha
Terminals 1
Passagiere 376.198 (2011)
Luftfracht 23,94 t (2008)
Flug-
bewegungen
31.488 (2010)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
950.000
Start- und Landebahnen
10R/28L 740 m × 27 m Gras
10L/28R 2720 m × 45 m Beton

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Der Flughafen Klagenfurt (auch Kärnten Airport oder Alpe-Adria Airport, IATA-Code: KLU, ICAO-Code: LOWK) ist ein internationaler Flughafen in Kärnten, Österreich.

Er liegt etwa 4 km vom Klagenfurter Stadtzentrum entfernt im Norden der Landeshauptstadt auf 448 m ü. A.. Eigentümer der Kärntner Flughafen Betriebsgesellschaft mbH sind zu 80 % das Land Kärnten und zu 20 % die Stadt Klagenfurt am Wörthersee.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Lage des Flughafens in Klagenfurt
Anfahrt zum Klagenfurt Airport

Der Flughafen ist ca. 4 km nördlich des Klagenfurter Stadtzentrums gelegen und erstreckt sich über die Klagenfurter Stadtbezirke Annabichl und St. Peter. Das Vorfeld befindet sich auf ca. 448 müA. Der Anflug von Westen kommend erfolgt dicht über das Wohngebiet der Stadtteile Annabichl und Wölfnitz, von Osten über größtenteils mit Industrie verbautem Gebiet.

Verkehrsanbindung

Individualverkehr

Der Flughafen ist über eine eigene Ausfahrt der A2 Südautobahn an den überregionalen Straßenverkehr angeschlossen. Die Ausfahrt ist von Richtung Italien kommend ca. 1 km und von Richtung Wien kommend ca. 600 m entfernt. Der Zubringer ist nach dem Klagenfurter Flugpionier Joseph Sablatnig benannt.

Über das regionale Straßennetz ist der Flughafen aus dem Einzugsgebiet St. Veit über die B83, über das städtische Straßennetz vom Stadtzentrum Klagenfurt aus über die St. Veiter Straße in wenigen Autominuten erreichbar. Durch die Nähe des Flughafens zum Stadtzentrum und der ebenen Strecke ist eine Anreise mit dem Fahrrad ebenfalls leicht zu bewältigen.

Öffentlicher Verkehr

Über die Schiene ist der Flughafen nur über den Regionalzugverkehr der ÖBB (R und REX) zu erreichen. An der Bahnhaltestelle Klagenfurt Annabichl gibt es stündliche bis zweistündliche Verbindungen vom/zum Klagenfurter Hauptbahnhof (Fahrtdauer 5 Min.) bzw. Regionalzüge von/nach Sankt Veit und weiter bis in die Steiermark.[1]

Ebenfalls vom Klagenfurter Hauptbahnhof über das Stadtzentrum gelangt man mit den Stadtbussen der Stadtwerke Klagenfurt zum Flughafen. Direkt fährt täglich bis abends die Linie 42, werktags stündlich und Sonntags alle zwei Stunden. Mit den Linien 40 und 42 (abwechselnd halbstündlich) bzw. 41 gelangt man bis zum Abend im Viertelstundentakt vom Hauptbahnhof zur Bahnhaltestelle Klagenfurt Annabichl. Nach 20 Uhr gelangt man nur noch mit der Linie 94 bis zur Haltestelle Annabichl.[2]

Von der Bahn- bzw. Bushaltestelle Annabichl ist der Flughafen zu Fuß in rund fünf Minuten zu erreichen.

Historisch erwähnenswert ist, dass der Bahnhof bzw. Friedhof Annabichl – und damit der Flughafen – bis zur Streckenauflassung Ende Februar 1961 über das Klagenfurter Straßenbahnnetz erreichbar war.

Geschichte und Aufbau

Der Flughafen Klagenfurt wurde 1914 als Militärflugplatz gegründet. Im Jahr 1925 wurde die Kärntner Luftverkehrsgesellschaft mit Hilfe der Stadt Klagenfurt, Klagenfurter Bankinstituten sowie der Österreichischen Luftverkehrs AG gegründet und im Jahr 1927 von letzterer mit sämtlichen Anlagen übernommen. Bald wurden erste Linienflugverbindungen nach Venedig, Laibach und Wien errichtet. 1938 von der Luftwaffe der deutschen Wehrmacht übernommen, wurde er 1951 wieder für die zivile Luftfahrt freigegeben. 1958 erfolgte die erste Ausbauphase, mit dem Bau einer 1800 m langen und 45 m breiten Betonpiste, den dazugehörigen Rollwegen und Abstellflächen, der Errichtung eines Flughafengebäudes und eines Kontrollturms. 1964 war die erste Ausbauphase mit der Errichtung der Anflug-, Pisten-, Rollweg und Hindernisbefeuerung abgeschlossen. Doch schon 1965 folgte in zwei Etappen die Verlängerung der Start- und Landebahn um weitere 600 m zu einer Länge von 2400 m. Durch den immer stärker boomenden Tourismus wuchs die Bedeutung des Flughafens und so erhielt er am 11. September 1971 sein erstes Passagierterminal. 1981 erfuhr die Piste eine neuerliche Verlängerung und wuchs auf die aktuelle Länge von 2720 m (8924'). 1984 konnte der Flughafen Klagenfurt erstmals eine Zahl von 100.000 abgefertigten Passagieren verkünden und auch in den darauffolgenden Jahren stieg das Passagieraufkommen. 1995 wurde die 80-Jahr-Feier des Flughafens mit einer Flug- und Statikshow zelebriert. 1996 begann die Errichtung der neuen Geräteabstellhalle und Feuerwehrhalle und die Radaranlage der Austro Control GmbH ging in Betrieb. Außerdem erfolgte die Anbindung des Flughafens an die Südautobahn (A2). 1997 wurde mit dem Bau der neuen Ankunftshalle begonnen und in den Jahren darauf folgten weitere Verbesserungen und Modernisierungen des Check-In Bereichs. 2003 wurde der Flughafen mit einem CAT II/III-Landesystem nachgerüstet, welches Anfang 2004 in Betrieb genommen wurde und seitdem präzise Anflüge nach Instrumentenflug ermöglicht. 2005 hatte der Flughafen Klagenfurt erstmals ein Passagieraufkommen von 522.000. Im darauffolgenden Jahr waren es jedoch nur mehr 403.305 Passagiere, die den Alpe Adria Airport nutzten.

Die weitere Betriebsphase

Im Jahr 2007 schaffte es der Flughafen wieder auf 470.000 Passagiere, mitunter ausschlaggebend dafür war Ryanair mit der Wiederaufnahme des London-Stansted-Fluges und TUIfly, welche zeitweise 6 Ziele ab Klagenfurt anflog. Auch in der General Aviation verzeichnete man einen Rekord. Noch nie hatte man so viele Flugbewegungen von privaten Flugzeugen in Klagenfurt verzeichnet, somit ist Klagenfurt im Flughäfenvergleich neben Salzburg und Wien der von privaten Flugzeugen am meisten frequentierte Airport Österreichs. Im Jahr 2008 wurden 429.889 Passagiere abgefertigt, was einem Minus von 8,3 % zum Vorjahr entspricht.

Ryanair, die größte Billig-Airline in Europa, baute den Standort Klagenfurt Ende 2008 nach der Zusage massiver Subventionen aus. Seit Oktober 2008 verbinden zwei Flüge pro Woche Klagenfurt mit Frankfurt-Hahn, des Weiteren gibt es seit Dezember 2008 ein Mal die Woche je einen Flug nach Stockholm-Skavsta und Göteborg-Säve (nur Wintersaison).

Für den Winterflugplan 2009/2010 wurde bekannt gegeben, dass die deutsche Germanwings ab Oktober fünf Mal pro Woche Köln-Bonn sowie drei Mal pro Woche Hamburg anfliegen wird. Insgesamt wird Köln-Bonn dadurch zwölf Mal die Woche angeflogen, Hamburg sieben Mal die Woche.[3]

Weiters flog die österreichische Fluglinie Robin Hood ab 9. Juni 2009 die Flughäfen Zürich (als Nonstop-Kurs, 4x pro Woche, wie auch eine Tagesrandverbindung via Graz, ebenfalls 4x pro Woche) sowie Stuttgart (ebenfalls via Graz) an.[4]

2011 stellte Air Berlin die Flüge von Klagenfurt ein (Hamburg-Klagenfurt). Die Strecke wurde von Condor Flugdienst übernommen.

Eigentumsverhältnisse

Eigentümer der Kärntner Flughafen Betriebsgesellschaft mbH sind zu 80 % das Land Kärnten und zu 20 % die Stadt Klagenfurt am Wörthersee.

Flughafenanlagen[5]

Blick auf Hangar, General-Aviation-Bereich sowie Heliport

Kapazität und Abfertigungsgebäude

Der Flughafen verfügt beim Stand von 2008 über eine Terminalkapazität von 950.000 Passagieren pro Jahr. Das einzige Terminal am Flughafen Klagenfurt ist zugleich Ankunfts- als auch Abfluggebäude. Des Weiteren befinden sich hier die gastronomonischen Einrichtungen, Check-In-Schalter, Sicherheitskontrollen, Gepäckausgabe und -kontrolle sowie Zollkontrolle. Angeschlossen an das Abfertigungsgebäude befindet sich der Tower mit der Radaranlage der Austro Control GmbH.

Start- und Landebahnen

Im Anflug auf Klagenfurt – NDB mit dem Rufzeichen KI sendet auf 313 kHz
VOR mit der Kennung KFT - Klagenfurt sendet auf 113,1 MHz

Der Flughafen besitzt zwei parallele Start- und Landebahnen in Ost-West-Ausrichtung (10-28). Die große der beiden Bahnen ist 2720 m lang und 45 m breit. Die Höhendifferenz zwischen östlichem und westlichem Aufsetzpunkt beträgt annähernd -10 Meter. An beiden Bahnenden gibt es eine Wendefläche. Als Bahnbelag dient Beton. Ihre Tragfähigkeitsklassifikation ist mit einem PCN-Wert von 37[6] vergleichsweise niedrig. Die Bahn ist auf Flugzeuge der Größe eines Airbus A 320 ausgelegt.

Die parallel verlaufende kleine Graspiste hat die Dimension 710m x 25m. Weiters befinden sich am Flughafenareal noch eine Segelflieger-Landefläche sowie ein Heliport. Alle drei werden nur im Sichtflug angeflogen.

Nur auf die große Bahn 28 kann der Anflug mittels ILS (dtsch. Instrumentenlandesystem) gestützt werden. Der Gleitwinkel beträgt normale 3°. Als Ergänzung zum ILS existiert, insbesondere für Sichtflieger, in beiden Richtungen ein optisches Anflug-Unterstützungssystem des Typs PAPI (engl. precision approach path indicator). Auf die Bahn 28 gibt es darüber hinaus eine Anflugbefeuerung mit Gleitwinkelangabe, ein sogenanntes ALSF in der Konfiguration 2. Ein NDB (dtsch. ungerichtetes Funkfeuer), ein VOR (dtsch. Drehfunkfeuer, 10km östlich des Platzes) sowie ein DME (dtsch. Entfernungsmessgerät) ergänzen die Navigationsausstattung des Flughafens.

Hangar

Am Areal befinden sich zwei Hangars mit insgesamt 9.600 m² Fläche. Im Frühjahr 2011 ein neuer Hangar eröffnet, dieser soll die bestehenden entlasten und als Wartungswerft dienen.

Logistik-Terminal

Die Spedition Schenker baut neben dem Terminal einen Logistik-Terminal, welcher der Hub für Ost Europa sein wird. Das Unternehmen investiert zehn Millionen in ein Areal von 35.000 Quadratmetern, in dem die Umschlaghalle, ein Bürotrackt sowie ein Logistiklager untergebracht wird, weiteres besitzt das Gebäude einen eigenen Bahnanschluss. Der Standort Klagenfurt besitzt bereits einen Vertrag mit einem indischen Unternehmer, Schenker Klagenfurt soll die Luft- und Seefracht für diesen Betrieb übernehmen. Noch im Sommer 2011 soll der Hub in Betrieb gehen. Am Standort werden über 130 Personen beschäftigt sein.[7]

Bundesheer-Hubschrauberstützpunkt

Am 12. Mai 2011 wurde der neue Bundesheer-Hubschrauberstützpunkt im nordwestlichen Bereich des Flughafens eröffnet. Der Hangar hat eine Fläche von rund 500 m² und hat eine Kapazität für zwei Sikorsky UH-60 Hubschrauber oder zwei Eurofighter. Die Bauzeit dauerte rund ein dreiviertel Jahr wobei sich die Kosten auf 1,3 Mio. Euro beliefen. Die Baukosten wurde vom Flughafen Klagenfurt finanziert, da das österreichische Bundesheer ein dauerhaftes Nutzungsrecht am Flughafen hat. [8]

Sonstige Einrichtungen

Weiters ist der Flughafen noch mit einer Geräte- und einer Feuerwehrhalle ausgestattet.

Sicherheit

Polizei

Seit April 2008 befindet sich die Flughafen-Polizei in einem neuen Gebäude gegenüber dem Abfertigungsgebäude. In diesem sind auch die Autobahnpolizei Klagenfurt, die Diensthundestaffel wie auch die Polizeiinspektion Annabichl untergebracht.

Feuerwehr

Die Flughafenfeuerwehr ist in der sich am Gelände befindlichen Feuerwehrhalle untergebracht. Sie ist mit sechs Löschfahrzeugen sowie unterschiedlichen Brandschutzvorrichtungen und Bergegerätschaften ausgestattet. Zur Unterstützung können die umliegenden Feuerwehren der Stadt Klagenfurt sowie deren Berufsfeuerwehr herangezogen werden.

Geplante Neuerungen

  • Neubau eines Parkhauses mit ca. 150 Stellplätzen
  • Neubau des General-Aviation-Terminals
  • Erneuerung der technischen Gerätschaften für An- und Abflug
  • Bau einer Rollbahn zur Start- und Landebahn 28

Fluggesellschaften und Ziele im Winter 2012/2013

Austrian Airlines fliegt bis zu fünfmal täglich nach Wien, Germanwings fliegt mehrfach in der Woche nach Flughafen Köln/Bonn, Ryanair fliegt mehrfach wöchentlich nach London-Standsted. Daneben gibt es Charterflüge zu Mittelmeerzielen.

Verkehrszahlen

Flugbewegungen, Fluggastaufkommen und Luftfracht am Flughafen Klagenfurt seit 1982.

Die folgende Tabelle stellt die Verkehrszahlen des Klagenfurter Flughafens in der Vergangenheit dar.[9]

Betriebsjahr Fluggastaufkommen Luftfracht [t] Flugbewegungen
1982 082.151 k.A. 20.799
1985 102.691 k.A. 23.442
1990 148.062 k.A. 33.146
1995 215.059 k.A. 29.998
2000 235.503 k.A. 34.178
2001 226.701 k.A. 37.017
2002 259.717 k.A. 37.282
2003 313.557 45,7 32.698
2004 486.274 57,2 33.394
2005 522.697 53,5 33.425
2006 409.004 41,1 31.599
2007 469.033 34,9 32.703
2008 429.889 23,9 31.271
2009 410.512 30,1 31.966
2010 425.933 13,4 31.488
2011 376.198

Zwischenfälle

In der Datenbank des Aviation Safety Network[10] sind schwere Flugunfälle weltweit seit dem Jahr 1943 erfasst. Bis zum Jahr 2011 ist im Zusammenhang mit dem Flughafen Klagenfurt nur ein Ereignis vermerkt.

  • 24. August 1957: Lockheed L18 Lodestar I, D-COCA der Helmut Horten GmbH. Das Flugzeug war auf dem Weg von Düsseldorf nach Klagenfurt. Es sollte Blumen für eine Schau in Velden liefern. Im Sinkflug auf Klagenfurt brach in der Nähe von Krumpendorf der linke Flügel des 14 Jahre alten Flugzeugs. Bei dem Absturz starben alle drei Insassen.[11]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Verkehrsverbund Kärntner Linien: Fahrplanbild 601 der ÖBB, abgerufen am 17. Mai 2011.
  2. Genaue Fahrzeiten der Stadtbusse siehe die Fahrpläne der Stadtwerke Klagenfurt: Linien 40/42 und Linie 41, sowie Abendlinie 94 (jeweils PDF), abgerufen am 17. Mai 2011.
  3. Germanwings im Anflug auf Klagenfurt
  4. Robin Hood fliegt Klagenfurt an
  5. "Technische Daten"
  6. LOWK Runway Info unter Airports IATA, Airports Runwayinfo
  7. Schenker baut Terminal am Flughafen, Kleine Zeitung
  8. http://www.klagenfurt-airport.com/default.aspx?SIid=9&LAid=1&ARid=370
  9. "Statistik Flughafen Klagenfurt" "Daten Statistik Austria"
  10. Airport Profile Klagenfurt in englischer Sprache im Aviation Safety Network.
  11. Unfallbericht D-COCA, in englischer Sprache.

Weblinks

 Commons: Klagenfurt Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien