Günter Timischl

Günter Timischl (* 11. Mai 1948 in Fürstenfeld, Steiermark) ist ein österreichischer Komponist, Gitarrist und Sänger. Er ist Gründungsmitglied der österreichischen Band S.T.S. und wirkte auch in zahlreichen anderen bekannten Formationen mit.

Biographie

Timischl stammt aus einer musikbegeisterten Familie und begann im Alter von sieben Jahren das Spiel mit der Blockflöte. Während seine Eltern als Volksmusikanten in Liederzirkeln mitwirkten, begeisterte sich Günter bald für amerikanische Rock´n Roll-Musik. Mit neun Jahren galt er auf der Gitarre bereits als Ausnahmetalent und kam schon zu einem ersten Auftritt im Grazer Kammersaal. Als Vierzehnjähriger gründet er mit zwei Freunden seine erste Band mit dem bezeichnenden Namen "Little Band". Vorbilder zu dieser Zeit wurden ihm die Beatles und die Rolling Stones. Von 1963 bis 1968 stand er seiner zweiten Musikgruppe "Atlantis" als Bandleader und Sänger vor und brachte es mit dieser Gruppe auf mehrere Auftritte im Grazer Starclub. Zu Beginn des Jahres 1969 trat er der Formation "The Time" bei. Die Band nannte sich mit seinem Beitritt in "The New Time" um, Timischl verließ die Gruppe wegen Auffassungsunterschieden aber bereits im Juli 1969 und hob am 23. August desselben Jahres in seinem Heimatort Fürstenfeld gemeinsam mit Freunden die Band Magic 69 aus der Taufe, mit der er österreichweit bekannt wurde. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich zu dieser Zeit mit Kleinauftritten und als Gastmusiker bei den sich etablierenden Gruppen Erste Allgemeine Verunsicherung und Opus. Dabei lernte er Gert Steinbäcker und Schiffkowitz kennen, die ebenfalls bei der EAV mitwirkten. Die ersten lokalen Auftritte in der Heimatregion des neu gegründeten Trios S.T.S. brachte jedoch nur mäßigen Erfolg, weshalb sich die drei Musiker nach mehrmonatiger Zusammenarbeit wieder trennten.

Günter Timischl kehrte zu Magic 69 zurück und nahm mit der Band, der unter anderem Carl Peyer und als Schlagzeuger der spätere Austropop-Star Boris Bukowski angehörten, seine erste Langspielplatte mit ausnahmslos deutschsprachigen Texten auf. Daneben nahm er Aushilfsarbeiten an und verpflichtete sich für einen UNO-Einsatz auf Zypern (UNFICYP). Nach seiner Rückkehr in die Steiermark tat er sich 1978 wiederum mit Steinbäcker und Schiffkowitz zusammen und brachte etliche seiner eigenen Kompositionen in die Formation S.T.S. ein. Aufgrund der weiteren anhaltenden Erfolglosigkeit schlossen sich die drei Musiker bis 1981 erneut der aufstrebenden Ersten Allgemeinen Verunsicherung an, arbeiteten daneben aber weiterhin an ihrer eigenen Formation.

Timischl spielte zudem als Gastmusiker bei Livekonzerten und Studioaufnahmen für die burgenländische Band Opus. 1980 veröffentlichte die Plattenfirma Ariola die Single "Da kummt die Sunn", auf deren Rückseite sich mit "Geht´s da guat" eine Eigenkomposition von Timischl fand. 1984 feierte er mit S.T.S. und dem von Schiffkowitz arrangierten und nur als Lückenfüller auf die LP "Überdosis G´fühl" gebrachten Stück "Fürstenfeld" den Durchbruch. Die ursprüngliche Fremdkomposition fand sich seit geraumer Zeit im Programm der Gruppe und wurde von Schiffkowitz in Anlehnung an den Heimatmenschen Timischl mit neuem Text versehen und entwickelte sich zum All-Time-Hit der Band. Im selben Jahr wurde er als Gitarrist bei seinem letzten gemeinsamen Konzert mit Opus Zeuge der Geburt des Hits "Live Is Life", der ab Sommer 1984 an die Spitze sämtlicher Charts in Europa und Übersee kletterte und sich bis heute als Single über 15 Millionen Mal verkaufte. Den Aufstieg von Opus ab 1984 erlebte er jedoch nur mehr als "Außenstehender" mit, da er sich nach dem Durchbruch mit S.T.S. von dieser Band zurückzog um sich weitestgehend auf die Zusammenarbeit mit Steinbäcker und Schiffkowitz zu konzentrieren.

Für "Grenzenlos", dem 1985 erschienen Nachfolgewerk von "Überdosis G´fühl" komponierte und textete er die Stücke "Wunder meiner Seligkeit" und "Anfach Fort". Wenn es seine Tätigkeit bei S.T.S. zuließ, half er mit seiner Stimme und seinem Gitarrenspiel - vor allem für alte Freunde - immer wieder als gefragter Gast- oder Studiomusiker aus. Für Boris Bukowski sang er z. B. 1985 auf dessen erster Solo-LP "Boris Bukowski" im Chor und spielte 1989 auf "100 Stunden am Tag" die akustische Gitarre. Zu Beginn der 1990er Jahre spielte er, weiterhin neben seiner Arbeit bei S.T.S. mit der er sich in der österreichischen Musikszene längst integriert hatte, für die "Magic 96 Reunion" und trat mit der Band auch bei Konzerten auf. 1991 komponierte er gemeinsam mit Andi Beit die Musik zu Bukowskis "Zwei Zeilen Zärtlichkeit" und war bei einigen Titeln auch als Backgroundsänger tätig.

2002 wurde er für sein Wirken mit dem Josef Krainer-Preis ausgezeichnet und 2012 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Privates

Günter Timischl ist verheiratet, Vater zweier Kinder und lebt mit seiner Ehefrau Lotte auf einem Bauernhof in Fürstenfeld. Abseits von S.T.S. produziert er Musikgruppen aus der Steiermark.

Weblinks