Fürstenfeld

Dieser Artikel beschreibt die Stadt Fürstenfeld in Österreich. Für weitere Bedeutungen siehe Fürstenfeld (Begriffsklärung).
Fürstenfeld
Wappen von Fürstenfeld
Fürstenfeld (Österreich)
Fürstenfeld
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: FF
Fläche: 15,25 km²
Koordinaten: 47° 3′ N, 16° 5′ O47.0516.083333333333276Koordinaten: 47° 3′ 0″ N, 16° 5′ 0″ O
Höhe: 276 m ü. A.
Einwohner: 5.984 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 392,39 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8280
Vorwahl: +43 3382
Gemeindekennziffer: 6 05 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Augustinerplatz 1
8280 Fürstenfeld
Website: www.fuerstenfeld.at
Politik
Bürgermeister: Werner Gutzwar (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(25 Mitglieder)
19
4
1
1
19 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Fürstenfeld im Bezirk Fürstenfeld
Altenmarkt bei Fürstenfeld Bad Blumau Burgau Fürstenfeld Großsteinbach Großwilfersdorf Hainersdorf Ilz Loipersdorf bei Fürstenfeld Nestelbach im Ilztal Ottendorf an der Rittschein Söchau Stein (Fürstenfeld) Übersbach SteiermarkLage der Gemeinde Fürstenfeld im Bezirk Fürstenfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Fürstenfeld (ungar. Fölöstöm) ist eine Bezirksstadt mit 5984 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) in der südöstlichen Steiermark (Gerichtsbezirk Fürstenfeld). Sie nennt sich auch Thermenhauptstadt, als Zentralort der Region Thermenland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Fürstenfeld liegt nahe der Grenze zum Burgenland am Unterlauf der Feistritz. Das Stadtgebiet liegt zwischen 255 und 300 m ü. A.. Fürstenfeld ist Bezirkshauptstadt und stellt die größte Ansiedlung im Bezirk Fürstenfeld dar. Die direkt angrenzenden Nachbargemeinden und Orte sind nordöstlich Altenmarkt und Speltenbach, im Osten Rudersdorf, im Südosten Dietersdorf sowie Übersbach im Südwesten.

Knapp hinter Hartberg ist Fürstenfeld der zweitgrößte Ort in der Südoststeiermark, die nächsten deutlich größeren Orte Graz und das ungarische Szombathely (Steinamanger) sind fast 60 km weit entfernt, wodurch sich für Fürstenfelds Wirtschaft und Schulwesen ein für die Stadtgröße vergleichsweise großes Einzugsgebiet ergibt.

Schematischer Querschnitt durch Fürstenfeld Blickrichtung Westen

Der Hauptteil der Stadt liegt auf einer Talstufe oder Terrasse welche ca. 20 m über dem eigentlichen Talboden liegt (siehe nebenstehende Grafik).

Die Lage auf der Terrassenstufe bedingt ein Übergangsklima zwischen dem Klima der kontinentalen Talböden und dem thermisch begünstigten Riedelland. Das Klima rund um Fürstenfeld gilt als sommerwarmes, mäßig winterkaltes schwach kontinentales Klima. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 800 mm.

Fürstenfeld wird in die Stadtteile Gerichtsbergen, Grazer-Vorstadt, Innere Stadt, Ledergasse, Mitterbreiten, Mühlbreiten und Ungarvorstadt unterteilt, diese Einteilung hat aber keine Auswirkung juristischer oder administrativer Art, da Fürstenfeld nur aus einer einzigen Katastralgemeinde besteht.

Geschichte

Die Fürstenfelder Stadtpfarrkirche
Die Fürstenfelder Eremiten Augustinerkirche
Hof der Fürstenfelder Pfeilburg (Tabakmuseum)
Die evang. Heilandskirche Fürstenfeld

Die Besiedelung der Gegend um Fürstenfeld reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, die von den Anfängen des Ackerbaus und der Viehzucht geprägt waren. In der Urnenfelderzeit entstanden zahlreiche befestigte Höhensiedelungen, Funde von Keramiken und Werkzeugen deuten auf weit reichenden Handel zwischen den Einwohnern hin.

Aus der Bronze- und Urnenfelderzeit wurden Keramiken und Werkzeuge gefunden. Aus der Römerzeit gibt es zahlreiche Bodenfunde.

Seit dem Ende des 6. Jahrhundert n. Chr. siedelten Slawen entlang der alten Römerstraßen und Flussläufe. Ab dem 8. Jahrhundert erfolgte bajuwarische Besiedelung. Im 9. und 10. Jahrhundert kam es zu einem Siedlungsrückgang durch die zahlreichen Einfälle der Ungarn.

Zur Sicherung der Neubesiedelung des vom römisch-deutschen König Heinrich III. (ab 1046 römisch-deutscher Kaiser) in den Jahren 1042-1044 zurückeroberten Grenzgebietes an der Leitha und Lafnitz errichteten die niederösterreichischen und steirischen Landesfürsten im 12. Jahrhundert einen ausgedehnten Burgengürtel an der ungarischen Grenze.

Um 1170 wurde eine solche landesfürstliche Burg von Markgraf Ottokar IV. von Traungau an der Stelle des heutigen Fürstenfeld gegründet.

Entlang der heutigen Hauptstraße wurde danach ein Haus nach dem anderen errichtet, sodass im Jahr 1178 ein Straßenmarkt vorhanden war. Dieses Jahr wurde am 27. August 1978 in der 800-Jahr-Feier von Fürstenfeld zelebriert. Der Name Fürstenfeld geht darauf zurück, dass das Gebiet auch nach der Besiedelung weiterhin landesfürstlicher Besitz blieb, was auch im Fürstenfelder Wappen Ausdruck findet. In Urkunden und Archivalien wird der Name erstmals seit dem Jahre 1183 erwähnt.

Um 1200 begründete der Johanniterorden eine Niederlassung in Fürstenfeld. Die Johanniter gründeten eine ritterliche Ordenskommende und errichteten die erste Kirche. Von 1215 bis 1220 wurde der Markt durch den Babenberger Herzog Leopold VI. planmäßig zur Stadt ausgebaut. 1232 erhielt Fürstenfeld den Beinamen Forum et Civitas (Markt und Stadt). Im selben Jahr erwarben die Johanniter die Pfarrrechte für die Stadtpfarrkirche. 1605 wurde die Kirche zerstört und im Jahre 1772 umgebaut. 1945 erlitt die Kirche schwere Kriegsschäden und wurde 1948 wiederhergestellt. Erst 1988 wurde der Zwiebelturm errichtet.

Die Stadtrechtsbestätigung Fürstenfelds erfolgte 1277 durch Rudolf von Habsburg.

1362 gestattete Herzog Rudolf IV. die Niederlassung der Augustiner-Eremiten in der Stadt. Diese errichteten in den Jahren 1365-1368 die Augustinerkirche und das Augustinerkloster. In Folge entwickelte sich Fürstenfeld zu einer bedeutenden Grenz- und Handelsstadt.

Als Grenzstadt gegen Osten war Fürstenfeld immer wieder in Kampfhandlungen verwickelt.

1418 wurde die Stadt beim Einfall der Ungarn verwüstet. Um den Wiederaufbau zu fördern, erhielten die Fürstenfelder Bürger von Herzog Ernst das zusätzliche Privileg zum Verkauf von Most und Wein.

Im Jahre 1469 wurde Fürstenfeld in den Aufstand des Adeligen Andreas Baumkircher gegen Kaiser Friedrich III. verwickelt. Der Adelsbund unter Baumkircher und Johann von Stubenberg besetzte Hartberg, Fürstenfeld, Feldbach, Marburg, Windischfeistritz, Gonobitz und Schloss Wildon. Fürstenfeld wurde am 2. Februar 1469 durch Verrat eingenommen. Am 21. Juli 1469 kam es bei der Schlacht bei Fürstenfeld vor den Toren der Stadt zu einem Aufeinandertreffen der Truppen von Baumkircher und Kaiser Friedrich III., bei der Baumkircher den kaiserlichen Truppen eine schwere Niederlage zufügte. Stadt und Bürger von Fürstenfeld wurden durch die Kampfhandlungen schwer mitgenommen, viele Häuser lagen in Schutt und Asche und zu den Verwundeten kamen Seuchen hinzu.

Am 26. Mai 1480 wurde die Stadt durch den Ungarkönig Matthias Corvinus erstürmt und 11 Jahre lang besetzt gehalten. In dieser Zeit wurden 500 Fürstenfelder Bürger in die ungarische Gefangenschaft nach Ofen verschleppt. Die Stadt wurde bis auf das Augustinerkloster und ein paar angrenzende Häuser niedergebrannt. Die Aufbauarbeiten wurden durch drei Brände in den Jahren 1503, 1504 und 1509 mehrmals zurückgeworfen. Ein amtlicher Bericht aus dem Jahre 1543 sagt aus, dass zu diesem Zeitpunkt fast alle Häuser verödet waren.

Im Mittelalter war der Kern der Stadt eine Wehranlage mit rechteckigem Grundriss, die am Ufer der Feistritz mit ihren sechs Türmen die fünf Flusstäler der Feistritz, Lafnitz, Safen, Ilz und Rittschein kontrollieren konnte. Die Befestigungsanlage wurde 1533 erneuert, Teile davon (Ungarbastei, Pfeilburg, Mühlbastei, Klosterbastei, Schlossbastei) sind heute noch erhalten.

In der Neuzeit erfolgte zwischen 1556 und 1581 eine Ausbau nach den Plänen des italienischen Baumeisters Domenico dell'Allio, bei dem das fast rechteckige Stadtbild erhalten blieb. Die Verschiedenartigkeit der Wehranlagen stützt die Hypothese, dass der Ausbau der Stadt in zwei Etappen erfolgt ist.

1605 besetzten und plünderten die Hajduken die Stadt und brannten 92 Häuser nieder. Wegen der Türkengefahr wurden 1664 die Festungsanlagen verstärkt. Während der siegreichen Schlacht gegen die Türken bei Mogersdorf war Fürstenfeld Auffanglager und Lazarettstadt.

1679 bis 1681 wurde die Region von der Pest heimgesucht.

1704 belagerten die Kuruzen unter Alexander Káróly die Stadt, ein Entsatzheer von 3.000 Kroaten kam Fürstenfeld zu Hilfe, um die Belagerer zu vertreiben. Die Kuruzen blieben in den folgenden Jahren jedoch eine Gefahr bis zum Frieden von Szathmár 1711.

1809 besetzten die Franzosen nach einem kurzen Gefecht die Stadt.

In den Jahren 1815-1848 war ein wirtschaftlicher Aufschwung zu verzeichnen, die Einwohnerzahl stieg in dieser Zeit von 1.600 auf 3.000 an.

Die einzelnen Stadtteile, wie die innere Stadt, in der die Patrizierbürger wohnten, die Ledergasse, die bereits im 15. Jahrhundert besiedelt war, die Grazer Vorstadt, deren Ausbau im 16. Jahrhundert begann, die Ungarvorstadt, Mitterbreiten, Mühlbreiten und Gerichtsbergen führten immer ein gewisses Eigenleben, was sich teilweise heute noch in gewissen Vereinen oder Traditionen zeigt. Die Ledergasse besaß bis in das 18. Jahrhundert hinein sogar einen eigenen Richter.

Meyers Konversations-Lexikon von 1888 beschreibt die Stadt folgendermaßen: Stadt im österreich. Herzogtum Steiermark, Bezirkshauptmannschaft Feldbach, an der Feistritz und der Lokalbahn Fehring-F., nahe der ungarischen Grenze gelegen, Sitz eines Bezirksgerichts, hat eine Malteserordenskommende, eine große ärarische Tabaksfabrik (mit 2000 Arbeitern), Hopfenbau, Hopfenhandel und (1880) 3878 Einw."

Zwischen 1850 und 1900 wuchs die Bevölkerung nur langsam von 3.500 auf ca. 4.000 Einwohner. Im 19. und 20. Jahrhundert breitete sich Fürstenfeld aber trotz geringer Wachstumsraten der Bevölkerung nach allen Richtungen über das ursprüngliche Stadtgebiet hinaus aus.

In den 20er und 30er Jahren avancierte die Stadt zu einem Zentrum der österreichischen Zweigstelle der NSDAP.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erleidet die Stadt Artilleriebeschuss und einen Luftangriff durch sowjetische Tiefflieger am 11. April 1945. Am 15. April 1945 wird Fürstenfeld von den sowjetischen Truppen eingenommen. 66 Zivilpersonen kamen ums Leben. Die katholische Kirche, die Kommende, das Rathaus und zahlreiche weitere Gebäude wurden schwer beschädigt. Im Abwehrkampf zerschoss die Deutsche Wehrmacht den Zwiebelturm der Stadtpfarrkirche, um einen strategischen Vorteil zu erreichen.

1950 erreichte die Bevölkerungszahl 6.500 und nur vorübergehend wurde eine Einwohnerzahl von 7.000 überschritten. Allerdings erfassen heutige Zählungen nur das Gemeindegebiet der Stadt Fürstenfeld, während die Besiedlung mittlerweile über die Gemeindegrenzen hinausgewachsen ist. Die urbane Fläche von Fürstenfeld weist somit einen leichten Bevölkerungszuwachs auf.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung


Politik

Bürgermeister ist seit November 2004 Werner Gutzwar (ÖVP). Stadträte sind weiters Josef Rath, Emanuel Hluszik, Walter Prasch und Karl Kogelnik.

Bei der letzten Gemeinderatswahl am 21. März 2010 ergab sich folgende Stimmenverteilung:

Partei Stimmen Prozentanteil Mandate
ÖVP 2278 66,49 % 19
SPÖ 0559 16,32 % 04
BZÖ 0226 06,60 % 01
Grüne Fürstenfeld 0217 06,33 % 01
FPÖ 0097 02,83 %
Für Recht auf nationale Zukunft 0049 01,43 %

Wahlberechtigte: 4971, abgegebene Stimmen: 3481, davon 3426 gültig

Städtepartnerschaften

Wappen

Das Wappen Fürstenfelds ist geteilt und zeigt heraldisch gesehen links die rot-weiß-roten österreichischen Farben, rechts den steirischen Panther silbern auf grünem Grund. Das älteste belegbare Stadtsiegel von Fürstenfeld stammt aus dem Jahr 1296. Die Umschrift des derzeit verwendeten Stadtsiegels lautet: "SIGILLUM CIVITATIS DE FURSTEINVEL"

Sehenswürdigkeiten

  • Stadtpfarrkirche: bereits 1170 dürfte es einen Kirchenbau auf demselben Standort gegeben haben. Nachdem die Kirche beim Hajdukeneinfall 1605 schwer verwüstet wurde, geht der heutige Kirchenbau auf einen Umbau im Rokokostil von 1773–1779 zurück. Der damalige zweite Turm wurde abgetragen, die Kirche verbreitert und vier Oratorien eingebaut. 1988 wurde der damals bereits vorhandene Zwiebelturm erneuert.
  • Augustineer Eremitenkirche: 1365-1368 als prunklose Bettelordenskirche erbaut. 1964 wurde umfangreiche Sanierung des einsturzgefährdeten Gebäudes.
  • Evangelische Pfarrkirche (Heilandskirche): 1908-1910 von Otto Kuhlmann im Sezessionsstil erbaut
  • Pfeilburg: im 13. Jahrhundert errichtet, 1691 wurde hier die erste Tabakfabrik Österreichs errichtet
  • Musum Pfeilburg: Museum für Ur- und Frühgeschichte, Stadtmuseum und Tabakmuseum
  • Tabakmuseum: das Museum zur Geschichte der Tabakindustrie in Fürstenfeld befindet sich ebenso in der Pfeilburg
  • Ungarbastei: Nach mehreren Türkenüberfällen auf die Stadt, wurde 1577 damit begonnen die Stadtbefestigung zu verstärken. Anstelle der mittelalterlichen Stadttürme an den Ecken der Stadtmauer wurden vorspringende Basteien errichtet. Wegen finanzieller und bautechnischer Probleme wurde der weit umfangreicher geplante Festungsausbau nach einfacheren Plänen 1581 fertiggestellt. Die Befestigung wurde 1775 aufgelassen und ab 1990 renoviert.


Wirtschaft und Infrastruktur

Die Tabakverarbeitung ist ein wichtiger Teil von Fürstenfelds Geschichte und erfolgte seit mindestens 1691. 1734 wurde die Verarbeitung von Stadt und Staat übernommen. 1776 wurde die erste Tabakfabrik Österreichs in der ehemaligen landesfürstlichen Burg Schloss am Stein[1] eingerichtet. Über lange Zeit waren die k. k. Tabakwerke (später Austria-Tabakwerke) ein wichtiger Arbeitgeber für bis zu 2200 Mitarbeiter im Jahr 1901. Ende 2005 hat der Eigentümer der Tabakfabrik (die Gallaher Group) das Werk, in dem zuletzt Zigarren hergestellt wurden, geschlossen. Zigarettenhülsen werden in Fürstenfeld weiterhin von der Firma Altesse produziert, allerdings in einem Neubau im nördlichen Gewerbegebiet.

Größter Arbeitgeber mit ca. 800 Angestellten ist derzeit das Unternehmen ACC Austria, welches einen Produktionsstandort für Kältekompressoren in Fürstenfeld betreibt.

In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich Fürstenfeld zur Schul- und Tourismusstadt, während industrielle Arbeitsplätze (Schließung der Werke von Eumig, Kapsch, Tabakfabrik) schwinden.

Im Bereich der Hauptstraße befinden sich rund 70 Einzelgeschäfte, was eine sehr kompakte Einkaufszone darstellt. In den letzten Jahren kam es aber zu einer Verlagerung von Handelsbetrieben aus der Altstadt in die Peripherie an der Grazer Straße.

Thermenregion

In der Nähe von Fürstenfeld liegt die Therme Loipersdorf, eine der ersten Thermen in der boomenden Thermenregion der südöstlichen Steiermark. In den Neunzigern wurde die Therme Bad Blumau errichtet. Das Besondere an ihr ist, dass sie vom mittlerweile verstorbenen Künstler Friedensreich Hundertwasser geplant wurde. Runde Formen bestimmen das Design dieser Therme, manche Dächer der Gebäude sind mit Gras bedeckt und sogar begehbar. Fürstenfeld ist zum Ausflugsziel der vielen Thermengäste geworden, die für den hiesigen Handel einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellen.

Vor dem Aufstieg der Thermenregion war Fürstenfeld für sein 1966 errichtetes Freibad bekannt - es ist mit 23.000 m² Wasserfläche und 100.000 m² Liegefläche nach wie vor das größte seiner Art in Mitteleuropa.

Mit der Aussicht, heiße Erdwärme dafür aus Tiefbohrungen zu nutzen wurde um 2000 Fernwärmeversorgung in Teilen der Stadt eingerichtet. Die Geothermie wurde nicht so ertragreich wie erhofft, doch wird in kleinem Ausmaß gewonnen. November 2009 wurde ein Hackschnitzelheizwerk mit 2,5 MW errichtet, Biogas liefert 0,5 MW Beitrag, sodass fossiles Erdgas nur mehr für einen kleinen Teil der 4 MW Normallast gebraucht wird. Die Tarifierung der Fernwärme erfolgt noch gekoppelt an die Preisentwicklung von Erdgas.

Landeskrankenhaus

Fürstenfeld ist Standort eines Landeskrankenhauses mit einer chirurgischen Abteilung, einer Abteilung für Innere Medizin, sowie einer Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Jährlich werden rund 6.400 stationäre und 10.500 ambulante Patienten behandelt.

Verkehr

Fürstenfeld liegt an einer stark Kfz-frequentierten Route nach Ungarn und ist von der Grenze nur ca. 15 Autominuten entfernt. Durch die EU-Osterweiterung erhofft man sich noch weiter von dieser Lage zu profitieren. Einige Regional- und Landespolitiker versprechen sich vom Bau der Fürstenfelder Schnellstraße (S7) eine schnellere Anbindung an die Südautobahn (A2) und den ungarischen Raum. Dieses Projekt ist jedoch der Transitgefahr wegen heftig umstritten. Die Gemeinden Altenmarkt, Bad Blumau und Königsdorf haben sich in Gemeinderatsbeschlüssen gegen den Bau der S7 ausgesprochen.

Fürstenfeld besitzt einen Sportflugplatz, den Flugplatz Fürstenfeld, der auf Anfrage auch Zollabfertigung bietet. Der nächste internationale Flughafen ist Graz-Thalerhof.

Über die Thermenbahn ist Fürstenfeld an das österreichische Schienennetz angebunden; es verkehren täglich 14 Personenzüge in Richtung Fehring (–Graz) bzw. Hartberg (–Wiener Neustadt–Wien).

Bildung

Seit dem Schuljahr 2008/2009 gibt es in Fürstenfeld eine dislozierte Klasse der HTBLA Weiz mit dem Ausbildungszweig Maschineningenieurwesen und Automatisierungstechnik mit Vertiefung im Fach Mechatronik.
Fürstenfeld ist Schulstadt mit vielen Schulen auf allen Ausbildungsebenen. Neben Volks- und Hauptschulen bietet die Stadt, ein BG/BRG, eine HAK/HAS, ein Sonderpädagogisches Zentrum, eine Polytechnische Schule sowie mit der 1907 gegründeten Franz-Schubert-Musikschule eine der ältesten und traditionsreichsten Musiklehranstalten der Steiermark.

Durch die Ansiedelung einer Außenstelle der Kodolanyi Janos Gesamthochschule im September 2006 ist Fürstenfeld auch einer von sechs steirischen Universitätsstandorten.

Ab Herbst 2008 wird im Rahmen einer Kooperation mit der Linzer Johannes Kepler Universität ein Universitätslehrgang für Tourismusmanagement in Fürstenfeld angeboten.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter:

  • Emmerich Schreiner (1873-1954), österreichischer Opernsänger (Bariton), Regisseur
  • Karl Mader (1884-1952), österreichischer Maler und Grafiker
  • Max Keimel (1936-2005), Rechtsanwalt, Lehrer an der Handelsschule von Fürstenfeld, Gründer zweier Studentenverbindungen, ehem. Gruppenfeldmeister der Pfadfindergruppe Fürstenfeld[2]
  • Günter Timischl (* 1948 in Fürstenfeld); Musiker, Gitarrist und Mitglied von S.T.S.


Personen mit Beziehung zur Stadt:

  • Hans Fronius (1903-1988), österreichischer Künstler, von 1931 bis 1961 in Fürstenfeld tätig
  • Markus Hirtler (alias Ermi-Oma) (*1969), österreichischer Kabarettist, im Jahr 2012 EU-Botschafter - aktiv altern[3]
  • Richard Kriesche (*1940), österreichischer Künstler, Kunst- und Medientheoretiker
  • Helmut Röhrling, besser bekannt als Schiffkowitz und Mitglied von S.T.S., in Fürstenfeld aufgewachsen
  • Hannes Schulze-Bauer, österreichischer Athlet, Inhaber des österr. Hallenrekords im Kugelstoßen von 1969 bis 1981
  • Hanna Schulze-Bauer (*1946), mehrfache österreichische Tennismeisterin, 3. bei der Weltmeisterschaft
  • Josef Reichl (1913-2003), österreichischer Politiker (SPÖ), Mitglied der Europäischen Parlamentarischen Versammlung des Europarates in Straßburg, von ihm kam der Vorschlag, die Melodie des Hauptthemas in Beethovens 9. Symphonie Ode an die Freude als Europahymne zu wählen; in Fürstenfeld verstorben[4]


Ehrenbürger:

  • Herbert Depisch, Unternehmer und ehemaliger Doyen des Konsularischen Corps der Steiermark
  • Max J. Hiti, Literat und Herausgeber des Kulturmagazins Campus f

Sport

In Fürstenfeld gibt es ca. 30 verschiedene Sportvereine welche unter anderen die Bereiche Ballsport, Kampfsport, Wassersport, Turnen, Kraftsport und Skifahren abdecken. Der bekannteste Sportverein in Fürstenfeld ist der Basketballverein Panthers Fürstenfeld welcher in der Österreichischen Basketballbundesliga spielt und in der Saison 2007/08 den ersten Meistertitel in der 53-jährigen Klubgeschichte gewinnen konnte. Der Volleyballverein VC Dragons Fürstenfeld spielt mit der Herrenmannschaft in der ersten steirischen Landesliga, eine der dritthöchsten Ligen Österreichs. Der Fußballverein SC Fürstenfeld spielt derzeit in der Landesliga.

Sonstiges

Bekanntheit erlangte Fürstenfeld Mitte der 80er Jahre durch den gleichnamigen Hit des Austropop-Trios S.T.S. Darin wird ironisch vom „Leiden“ eines steirischen Musikers in der Großstadt Wien erzählt. Die Textzeile I wül ham noch Fürstenfeld (Ich will heim nach Fürstenfeld) entwickelte sich zum Werbeslogan, der grafisch als grüne Sprechblase über einer Fürstenfelder Ortstafel dargestellt wird.

Fürstenfeld ist außerdem Sitz der katholischen österreichischen Studentenverbindung K.Ö.St.V. Riegersburg zu Fürstenfeld, der ältesten MKV-Verbindung im Süd-Osten Österreichs.

Literatur

  • Gerhard Pferschy (Hrsg.): Fürstenfeld. Die Stadtgeschichte. Fürstenfeld 2000

Einzelnachweise

  1. Fürstenfeld - Landesfürstliche Burg, burgen-austria.com
  2. [[1]]
  3. ERMI - OMA | Botschafter EU 2012 - aktiv altern, abgerufen am 17. Januar 2011
  4. Parlamentarische Materialien: Erklärung des Präsidenten Gottfried Jaud anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung des Europarates. Stenografisches Protokoll der 654 Sitzung, Seite 42

Weblinks

 Commons: Fürstenfeld – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien