Ignaz Tschurtschenthaler

Ignaz Tschurtschenthaler (* 1. Februar 1890 in Kötschach-Mauthen, Kärnten; † 16. Dezember 1954 in Klagenfurt am Wörthersee, Kärnten) war ein österreichischer Politiker.

Leben

Tschurtschenthaler absolvierte das Bischöfliche Knabenseminar in Klagenfurt, von dem er jedoch aus nicht näher bekannten Gründen ausgeschlossen wurde. Seine Familie zog nach Niederösterreich, wo er im Jahr 1909 in Klosterneuburg die Matura am dort ansässigen Stiftsgymnasium ablegte. Während seines Studiums wurde er Mitglied der K.Ö.St.V. Traungau Graz.[1] Nach dem Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Graz erfolgte im Jahr 1913 seine Promotion. Tschurtschenthaler war danach als Anwalt in Graz, Wien, Innsbruck und Klagenfurt tätig, ehe er 1925 in Klagenfurt eine eigene Anwaltskanzlei eröffnete.

Tschurtschenthaler war ab Mitte der 1920er Jahre Abgeordneter zum Gemeinderat in Klagenfurt, ehe er kurzzeitig, von März bis Mai 1934, für die Christlichsoziale Partei (CSP) in den Bundesrat gewählt wurde. Im Anschluss daran zog er als Abgeordneter der CSP in den Kärntner Landtag ein, wo er sein Mandat von 1934 bis 1938 bekleidete.

Obwohl Tschurtschenthaler von 1934 bis 1937 Kärntner Landesführer der Ostmärkischen Sturmscharen war, und somit einer dem rechten Spektrum zugehörenden Vereinigung, lehnte er doch den Nationalsozialismus ab. Darum wurde er im März 1938 verhaftet und im Mai desselben Jahres ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Später wurde er ins KZ Flossenbürg gebracht, wo man ihn im Jahr 1942 freiließ. Tschurschenthaler wurde danach mit Berufsverbot belegt, aber vom Gaupersonalamt Kärnten als Berater in Steuerangelegenheiten angestellt. 1944 durfte er sogar an der Hochschule für Welthandel Wien, der heutigen Wirtschaftsuniversität Wien, seine Ausbildung zum Diplom-Volkswirt absolvieren.

Im Oktober 1945 wurde Tschurtschenthaler von Landeshauptmann Hans Piesch zu dessen Erstem Landeshauptmann-Stellvertreter ernannt. Auch trat Tschurtschenthaler der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) bei. Im Dezember 1945 wurde er als Abgeordneter der ÖVP in den Nationalrat gewählt, dem er eine Legislaturperiode, bis November 1949 angehörte.

Einzelnachweise

  1. Gesamtverzeichnis des C.V. 1925, S. 271.

Weblinks