Martin Gerzabek

Martin Gerzabek (* 9. Juni 1961 in Wien) ist Professor für Ökotoxikologie und Isotopenanwendung und Rektor an der Universität für Bodenkultur Wien.

Martin Gerzabek bei der Inauguration 2010

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Gerzabek studierte Landwirtschaft/Pflanzenproduktion an der Universität für Bodenkultur Wien, wurde 1985 zum Dipl.-Ing. graduiert und 1987 auf Basis seiner Dissertationsarbeit (Die Pflanzenverfügbarkeit von Magnesium) zum Dr. der Bodenkultur (Dr. nat. techn.) promoviert. Von 1984 bis 1993 war Gerzabek als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungszentrum Seibersdorf (heute AIT, Austrian Institute of Technology) am Institut für Landwirtschaft als Leiter der Arbeitsgruppe Bodenforschung tätig. Nach der Habilitation für das Fachgebiet Bodenkunde an der Universität für Bodenkultur Wien auf Basis seiner Arbeiten zum Schadstoffverhalten im Boden wurde er mit der Leitung des Arbeitsgebietes Agrarforschung am AIT betraut. Von 1997 bis 2003 leitete er dann die Abteilung Umweltforschung. 2001 erfolgte der Ruf auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Umwelttoxikologie und Isotopenanwendung am Institut für Bodenforschung, Department Wald- und Bodenwissenschaften der Universität für Bodenkultur Wien. Von Oktober 2003 bis Jänner 2010 wirkte Gerzabek als Vizerektor für Forschung der Universität für Bodenkultur Wien, von Jänner 2009 bis Jänner 2010 als geschäftsführender Rektor, seit Februar 2010 ist er Rektor.

Er ist seit 2010 Gründungspräsident des Netzwerkes der Lebenswissenschaftlichen Universitäten Zentral- und Südosteuropas (ICA-CASEE) und Vizepräsident von ICA (European Association of Life Science Universities); 2011 war er Vizepräsident der Donaurektorenkonferenz (Danube Rectors' Conference) und 2012 Präsident. Er ist Mitglied des Boards der Euroleague for Life Sciences (ELLS), dessen Vorsitzender er von 2009 bis 2010 war. Im Jahr 2009 wurde Gerzabek als korrespondierendes Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse in die Österreichische Akademie der Wissenschaften berufen. Ebenfalls seit 2009 ist er Vizepräsident der ÖVAF (Österreichische Vereinigung für Agrar- Lebens – und Umweltwissenschaftliche Forschung). Für seine wissenschaftliche Tätigkeit wurde Gerzabek mehrfach ausgezeichnet, so zum Beispiel 2004 mit dem „Pro Merito“ Ehrenzeichen in Gold für besondere Verdienste um den Strahlenschutz, 2006 durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft für herausragende Verdienste um die Bodenkunde in Österreich, sowie 2011 mit der Emil Ramann-Medaille der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft. Im Jahr 2011 erhielt Gerzabek drei Ehrendoktorate, von der Georgian State Agrarian University in Tbilisi, der Czech University of Life Sciences Prag und der University of Agricultural Sciences and Veterinary Medicine, Cluj Napoca; 2012 jenes der "Ion Ionescu de la Brad" University of Agricultural Sciences and Veterinary Medicine Iasi.

Forschungs- und Publikationsschwerpunkte

  • Radioökologie: insbesondere Untersuchung der Mobilität von Radionukliden im System Boden-Pflanze; Modellierung der Transferpfade zum Menschen;
  • Organische Bodensubstanz und Humuschemie: Charakterisierung von Huminstoffsystemen mittels physikalischer und chemischer Methoden. Einfluss der Bodenentwicklung und des Klimawandels auf die Humusdynamik und die Bodenfunktionen;
  • Verhalten von Schwermetallen, Radionukliden und organischen Schadstoffen im Boden; Methoden der Sanierung kontaminierter Standorte.

Schriften

Martin Gerzabek ist Autor und Koautor von ca. 400 wissenschaftlichen Publikationen, davon sind rund 200 Artikel in referierten bodenkundlichen und umweltwissenschaftlichen Fachzeitschriften, 35 Buchbeiträge, 3 Buchherausgeberschaften und zahlreiche Konferenzproceedings.

Beispiele neuerer Veröffentlichungen:

  • Djukic, I., Zehetner, F., Mentler, A., Gerzabek, M.H. (2010): Microbial community composition and activity in different Alpine vegetation zones. SOIL BIOL BIOCHEM 42(2), 155-161.
  • Gerzabek, M.H., Strebl, F., Tulipan, M., Schwarz, S. (2005): Quantification of organic carbon pools for Austria’s agricultural soils using a soil information system. Canadian J Soil Science 85, 491-498
  • Gerzabek, M.H., Antil, R.S., Kögel-Knabner, I., Knicker, H., Kirchmann, H., Haberhauer, G. (2006): How are soil use and management reflected by soil organic matter characteristics: a spectroscopic approach. European Journal of Soil Science 57, 485-494
  • Tatzber, M; Stemmer, M; Spiegel, H; Katzlberger, C; Zehetner, F; Haberhauer, G; Roth, K; Garcia-Garcia, E; Gerzabek, MH (2009): Decomposition of Carbon-14-Labeled Organic Amendments and Humic Acids in a Long-Term Field Experiment. SOIL SCI SOC AMER J. 2009 73(3), 744-750
  • Tunega, D., Gerzabek, M.H., Haberhauer, G., Lischka, H. (2007): Formation of 2,4-D complexes on montmorillonites - an ab initio molecular dynamics study. EUR J SOIL SCI 58, 680-691
  • Tunega, D; Gerzabek, MH; Haberhauer, G; Totsche, KU; Lischka, H (2009): Model study on sorption of polycyclic aromatic hydrocarbons to goethite. J COLLOID INTERFACE SCI 330(1),244-24
  • Zehetner, F; Lair, GJ; Gerzabek, MH (2009): Rapid carbon accretion and organic matter pool stabilization in riverine floodplain soils. GLOBAL BIOGEOCHEM CYCLE 23, GB4004

Weblinks