Mitterndorfer Senke

Die Mitterndorfer Senke ist eines der größten Grundwasservorkommen Europas im Wiener Becken in Niederösterreich.

Sie verläuft vom Raum Neunkirchen im Süden über Ebreichsdorf, wo sie ihre schmalste (2 km) und tiefste Stelle erreicht, und Mitterndorf bis Fischamend im Norden. Der rund 40 km lange und 8 km breite tektonische Grabenbruch wurde in der Eiszeit mit Schotter gefüllt und ist bis zu 150 m tief. Das Alter der Schotter-Ablagerungen wird auf etwa 400.000 Jahre geschätzt und ist somit jünger als das umliegende Wiener Becken. Die Wasseroberfläche liegt auf etwa 200 m ü. A. und ist somit in weiten Gebieten nahe dem Bodenniveau. Der Wasserzufluss erfolgt großteils über Schmelzwasser aus dem Schneeberggebiet.

Zahlreiche Wasserversorgungsunternehmen haben hier ihre Pumpwerke. So beziehen die Wasserleitungsverbände an der Thermenlinie Wiener Neustadt, Baden, Mödling, der Triestingtaler Wasserleitungsverband oder der Wasserverband nördliches Burgenland hier ihr Trinkwasser. Auch die Stadt Wien ergänzt ihren Wasserbedarf mit der dritten Wiener Wasserleitung hier, um Verbrauchsspitzen abzudecken.

1969 wurde eine Verordnung zum Schutz des Grundwasservorkommens in der Mitterndorfer Senke erlassen.[1] Zu großen Problemen führen immer wieder Verunreinigungen durch ehemalige Deponien und illegalen Ablagerungen von ölkontaminiertem Erdreich, Haus- und Industriemüll.[2][3] Bekanntester Fall ist die Fischer-Deponie, die in den 1970er und 1980er Jahren zu einer Verseuchung des Grundwassers in Teilen der Mitterndorfer Senke führte.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Verordnung des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft vom 11. April 1969 zum Schutze des Grundwasservorkommens in der Mitterndorfer Senke ris.bka.gv.at, abgerufen am 12. März 2012
  2. Pestizide verseuchen Mitterndorfer Senke noev1.orf.at
  3. Vorwurf: Firma verseucht Wasser, Land profitiert diepresse.com, abgerufen am 12. März 2012