Sühnhaus

Das Sühnhaus nach 1885

Das Sühnhaus oder K. K. Stiftungshaus war ein Zinshaus (Miethaus) am Schottenring 7 im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt, das nach dem Brand des Ringtheaters von 1881 an dessen Stelle errichtet wurde.

Nach dem verheerenden Ringtheaterbrand, bei dem mindestens 384 Menschen ums Leben kamen, finanzierte Kaiser Franz Josef aus seiner Privatschatulle den Bau eines Miethauses. Die Erträge dieses Miethauses sollten laut kaiserlicher Anordnung für ewige Zeiten wohltätigen Stiftungen zufließen. Im zweiten Stock des Gebäudes erinnerte eine Kapelle (Unbefleckte Empfängnis) an die Opfer des Brandes. Da das Gebäude rasch fertiggestellt sein sollte, wurde auch an Sonntagen daran gearbeitet.

Das Gebäude wurde von 1882 bis 1885 errichtet. Der Architekt war wie bei vielen anderen Gebäuden der Ringstraße Friedrich von Schmidt. Es wurde am 26. Jänner 1886 durch eine Messe in der Kapelle, bei der auch der Kaiser anwesend war, eröffnet. Zur Eröffnung prägte auch das K. K. Hauptmünzamt Medaillen. Trotz günstiger Mieten waren anfangs nicht alle Wohnungen vermietet, da das mit diesem Ort verbundene tragische Ereignis noch nicht lange zurücklag. Zu den ersten Mietern zählte der frisch verheiratete Sigmund Freud, welcher aber bereits 1891 in die nahegelegene Berggasse übersiedelte. Im selben Jahr wurde das Sühnhaus zum Sterbehaus seines Architekten, Friedrich von Schmidt.

1945 wurde das Sühnhaus bei einem Bombenangriff schwer beschädigt und 1951 abgetragen. An seinem Platz wurde 1974 der Sitz der damaligen Bundespolizeidirektion Wien und heutigen Landespolizeidirektion Wien errichtet. Heute erinnert an den Brand noch eine Gedenktafel am Polizeigebäude.

Literatur

Weblinks

48.21472222222216.363333333333Koordinaten: 48° 12′ 53″ N, 16° 21′ 48″ O