Saalforste

Die Bayerischen Saalforste im Salzburger Pinzgau sind ein Teil der Bayerischen Staatsforsten. Diese Forstflächen sind privatrechtliches Eigentum des Freistaates Bayern und gehören zum staatlichen Hoheitsgebiet von Österreich. Sie dienten früher der Versorgung der Saline in Bad Reichenhall mit Brennholz und stehen unter der Verwaltung der Bayerischen Staatsforsten, einer Anstalt öffentlichen Rechts des Freistaats Bayern. Sie erstreckten sich ursprünglich, mit Ausnahme des Gebiets zwischen Mittersill und Gerlospass, über weite Teile des Pinzgaus und den Bezirk Kitzbühel. Eine ausreichende Versorgung der Saline mit Brennholz war nämlich bis zur Umstellung auf Kohle im Jahre 1911 Voraussetzung für eine rentable Salzerzeugung.

Geschichte

Die Salzburger Güterverzeichnisse aus der Zeit zwischen 790 und 800 geben die frühesten Hinweise auf Salinenwaldungen im Pinzgau und die Holztrift auf der Saalach nach Reichenhall. Ab dem 11. Jahrhundert breitete sich dann der Holzeinschlag für die Reichenhaller Saline immer weiter die Saalach und ihre Nebenbäche flussaufwärts aus. Auch in den Tälern an der Nordseite der Hohen Tauern müssen einmal Salinenwälder gelegen haben, die aber wegen des enormen Aufwands bei der Holzbringung bereits im 13. Jahrhundert wieder aufgegeben wurden. Die Grundlage für die Holztrift aus dem Pinzgau beruhte auf dem Grundbesitz der Reichenhaller Siedeherren in diesem Gebiet, das seit 1228 dem Erzbischof von Salzburg gehörte. Erst mit der völligen Ablösung Salzburgs von Bayern im Jahre 1328 lagen die Wälder tatsächlich im „Ausland“. Mit der Verstaatlichung der Saline durch den bayerischen Herzog um 1500 wurde aus den privaten Waldungen schließlich Staatsbesitz. Das Leukental (Raum Kitzbühel u. St. Johann) und das Pillerseetal waren früher auch Teil der Saalforste. Sie gehörten bis 1504 zu Bayern und waren, nachdem das Gericht Kitzbühel an Tirol fiel, für die salinarische Nutzung verloren. Im Bewusstsein, dass eine rentable Salzerzeugung eine geordnete Holzwirtschaft und -logistik voraussetzt, wurde 1509 mit einer „Waldmeisterstelle“ eines der ersten Forstämter Mitteleuropas eingerichtet. Die Besitzverhältnisse an den heute über 18.000 Hektar großen Waldgebieten wurden erstmals 1525 durch den Mühldorfer Vertrag geklärt und später, 1781, durch den Salinenhauptvertrag noch einmal bestätigt. Im Jahre 1529 erstellte man das „Waldbuch“, worin bereits die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes vorgeschrieben wurde.

1805 gingen weitere Gebiete, wie etwa das Glemmtal (Saalbach-Hinterglemm), für die Saalforste verloren.

Es dauerte lange, bis alle Streitigkeiten um das Waldgebiet endgültig beigelegt waren: Erst lange nachdem Salzburg 1816 politisch zu Österreich kam, konnte sich König Ludwig I. von Bayern die Forstrechte des Königreiches Bayern auf immer sichern; am 18. März 1829 wurde die Salinenkonvention vereinbart, in der der österreichische Kaiser dem Nachbarstaat neben einigen anderen Rechten auch die Rechte am Forst zugestand. „Die Saalforste gehören auf unwiderrufliche Zeiten zu Bayern”, heißt es im Staatsvertrag mit Österreich. Zwar wurde angesichts schwieriger Staatsfinanzen seitens des bayerischen Staates kurzzeitig ein Verkauf ins Auge gefasst, dann aber verworfen.

Die Saalforste wurden seit dem 19. Jahrhundert durch die bayerischen Forstreviere und ab 1885 durch die neuen Forstämter in Sankt Martin bei Lofer, Unken und Leogang (zuletzt nur noch in St. Martin) als bayerisches Eigentum verwaltet. Seit der Forstverwaltungsreform von 2005, die zur Auflösung aller bayerischen Forstämter führte, bewirtschaftet der Forstbetrieb in St. Martin die Bayerischen Saalforste.

Der Freistaat Bayern könnte durch die Zulassung der Nutzung seiner Flächen für Skilifte und Skipisten sowie zur Rohstoffgewinnung zusätzliche Einkünfte neben der Holzwirtschaft erzielen. Inwieweit dies geschehen soll, ist angesichts der Abwägung von Naturschutz und Wirtschaftlichkeit umstritten.

Literatur

  • Johannes Lang: Bayern in Salzburg. Marginalien zur älteren Geschichte der Bayerischen Saalforste. In: Generaldirektion der staatlichen Archive Bayerns und Salzburger Landesarchiv (Hrsg.): Vom Salzachkreis zur Euregio. München 2006.
  • Alexander Wegmaier: Außenpolitik im Föderalismus. Die bayerisch-österreichische Salinenkonvention von 1957. (= Forschungen zur Landes- und Regionalgeschichte, Band 12.) Eos-Verlag: St. Ottilien 2011, ISBN 978-3-8306-7505-1.

Weblinks

47.46666666666712.766666666667Koordinaten: 47° 28′ 0″ N, 12° 46′ 0″ O