Schloss Eberau

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Burg Eberau
Schloss Eberau

Schloss Eberau

Alternativname(n): Schloss Eberau,
Monyorokerek
Burgentyp: Wasserburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ort: Eberau
Geographische Lage 47° 6′ 12″ N, 16° 27′ 43″ O47.10333333333316.461944444444Koordinaten: 47° 6′ 12″ N, 16° 27′ 43″ O
Burg Eberau (Burgenland)
Burg Eberau

Schloss Eberau (auf Ungarisch: Monyorokerek) ist eine Wasserburg und Teil der südburgenländischen Ortschaft Eberau im unteren Pinkatal nahe dem Grenzübergang nach Ungarn (Eberau-Szentpeterfa) gelegen .

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1221 wird Eberau in einer Schenkungsurkunde für das Kl.St. Gotthard erstmals genannt. Danach erhielt Stephan aus dem Geschlecht der Ják von Andreas II. von Heder die Einwilligung, die Orte Pernau, Eberau, Hetföhely, Perwolff und Kölked dem Kl. zu übergeben. Die Burg Eberau ist bereits im 13. und 14. Jahrhundert urkundlich nachweisbar. 1297 wird Eberau als eigener Herrschaftsbezirk dem Geschlecht von Héder und von Hedervar, dessen Ahnherr Hedrich war, übergeben. 1369 bestätigte Ludwig I. den aus Schwaben stammenden Ellerbacher im Besitz der Herrschaft.

Um 1400 legte Berthold von Ellerbacher an Stelle der alten Burg und der Ortsumwandlung eine weitläufige Ortsbefestigung mit einer mächtigen Wasserburg an. Die Ortsumwandlung ist die einzige in Österreich aus der Zeit 1400. Die die damalige Wasserburg gelangte bald in den Besitz des Erzbischofs von Esztergom Tamas Bakocz über, der den Besitz seinem Neffen, den Grafen Erdődy vermachte. Monyorokerek findet sich auch im Titel der Grafen Erdődy de Monyorokerek es Monoszlo wieder.

Beschaffenheit

Das Schloss mit seinen verschiedenen Grabenanlagen, von denen der äußerste Wasserring sogar die gesamte Ortschaft Eberau umfasst, wird zu den größten Wasserwehranlagen Osteuropas gezählt. Dies mag dem Schloss dazu verholfen haben, nie eingenommen worden zu sein mit Ausnahme der Besetzung durch die Rote Armee am Ende des Zweiten Weltkrieges, der es als Unterkunft diente. Dies zeigt sich noch heute, da die Deckenbalken des 2. Stockes, in dem sich die Prunkräume befanden, als Heizmittel verwendet wurden, um den kalten Winter zu überstehen.

Dokumente aus dem ehemaligen Familienarchiv, welches sich im Schloss befand, wurden verheizt oder als Toilettenpapier verwendet. Wände und Türrahmen wurden aufgeschlagen, um versteckten Schmuck ausfindig zu machen, Nachrichten und Strichlisten an den Wänden hinterlassen. Für Besucher ist das Schloss nicht öffentlich zugänglich. Da auch das Holzfundament des Wasserschlosses morsch ist und sich somit die Außenmauern auseinander bewegen, sind die Renovierungskosten extrem hoch.

Veranstaltungen

Jedes Jahr findet das Theaterprojekt Grenzenlos vor dem Schloss oder auch dem Wirtschaftsgebäude der Schlossanlage statt. Das Schloss befindet sich noch immer im Besitz der Grafen Erdődy.

Literatur

  • Georg Clam Martinic: Österreichisches Burgenlexikon. Burgen und Ruinen, Ansitze, Schlösser und Palais. 2. Auflage. Landesverlag, Linz 1992, ISBN 3-85214-559-7.
  • Josef Karl Homma: Burgenlands Burgen und Schlösser. Kastelle, Ruinen, Wehrtürme, Wehrkirchen, Ortsbefestigungen, Hausberge, Fluchtburgen. Birken-Verlag, Wien 1961.
  • Hans Lajta: Burgenland. Ein Kunst- und Kulturlexikon. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1983, ISBN 3-215-05278-4 (Ein Österreich-Thema aus dem Bundesverlag).
  • Laurin Luchner: Schlösser in Österreich. Band 1: Residenzen und Landsitze in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Beck, München 1978, ISBN 3-406-04507-3.
  • Endre Marosi: Burgen im österreichisch-ungarischen Grenzraum. Roetzer, Eisenstadt 1990, ISBN 3-85374-197-5 (Burgenland Mosaik).
  • Alfred Schmeller: Das Burgenland. Seine Kunstwerke, historischen Lebens- und Siedlungsformen. 2. Auflag. Verlag St. Peter, Salzburg 1968 (Österreichische Kunstmonographie 2 = (3)).
  • Adelheid Schmeller-Kitt: Burgenland. Schroll, Wien 1976, ISBN 3-7031-0401-5 (Dehio-Handbuch).
  • Gerhard Stenzel: Von Schloss zu Schloss in Österreich. Kremayr & Scheriau, Wien 1976, ISBN 3-218-00288-5.

Weblinks