Stillfried

Dieser Artikel beschreibt den niederösterreichischen Ort Stillfried. Für andere Bedeutungen siehe Stillfried (Begriffsklärung)
Museum für Ur- und Frühgeschichte
Bahnhaltestelle Stillfried

Stillfried an der March, die hier die Grenze zur Slowakei bildet, ist eine Katastralgemeinde der Gemeinde Angern an der March im östlichen Niederösterreich. Der Ort hat etwa 300 Einwohner. Das Ortsleben von Stillfried ist sehr stark mit dem der etwa gleich großen Katastralgemeinde Grub an der March verbunden, mit der Stillfried zahlreiche Einrichtungen, wie Ortsvorsteher und Freiwillige Feuerwehr, gemeinsam hat. Am anderen Marchufer liegt der Ort Suchohrad gegenüber, der einst Dimburg genannt wurde; eine Brücke besteht derzeit nicht.

Der Ort ist bekannt aufgrund seiner Ausgrabungen. An der Bernsteinstraße liegend, wurde der Ort erstmals im Jahr 1045 in einer Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs III. an den Spanheimer Markgrafen Siegfried genannt. Stillfried wurde mit dieser Schenkung Hauptort der sehr kurzlebigen Ungarischen Mark, die bald in die Markgrafschaft Österreich einbezogen wurde. 1278 versammelten sich bei Stillfried die Streiter Rudolfs I. zur Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen, einem Schlüsselereignis der österreichischen Geschichte. 1355 erhielt Stillfried, bereits im habsburgischen Herzogtum Österreich, das Marktrecht.

Seit 1839 ist Stillfried durch die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn erschlossen. Die Entfernung vom Bahnhof Wien Praterstern beträgt 44 Tarif-km, es besteht in den Verkehrsverbund Ost-Region eingebundener Regionalverkehr im Stundentakt (Reisezeit 45 Minuten). Die Schnellzüge nach Brünn und Prag halten in Stillfried nicht.

Die Grenze an der March war vom 16. Jahrhundert, als die Habsburger Könige von Ungarn wurden, bis 1918 eine Binnengrenze der Donaumonarchie. Seit November 1918 handelt es sich um eine Staatsgrenze, die in den Jahrzehnten des „Eisernen Vorhangs“ bis 1989 auf tschechoslowakischer Seite stark bewacht war. Auf beiden Seiten der Grenze wurden die Kontrollen auf Grund des Schengener Abkommens am 21. Dezember 2007 eingestellt.

Seit 1972 gehört der Ort zur Gemeinde Angern an der March.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Stillfried zählen neben archäologischen Ausgrabungsstätten unter Anderem die Pfarrkirche St. Georg und die ehemalige Volksschule.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliche Funde

Die urgeschichtlichen Funde zeigen Funde aus einer großen Zeitspanne. Sie reichen von der Altsteinzeit bis in die Römerzeit[1].

Aus der Altsteinzeit besteht eine Arbeitsstelle eines Steinschlägers. Aus der Bronzezeit fand man eine befestigte Zentralsiedlung sowie Urnenfelder mit Beigaben. Auf einer Fläche von ca. 23 ha wurde eine Anlage mit Wohnbauten, Werkstätten und Ställen von 1970 an ausgegraben.

Die Römischen Funde stammen von einer Militärstation aus dem 2. Jahrhundert.

Grabungen werden in Stillfried seit 1874 durchgeführt. Im Ort besteht ein Museum für Ur- und Frühgeschichte.

Einzelnachweise

  1. Archäologische Funde aus Stillfried reichen von der Altsteinzeit bis ins Spätmittelalter. Daraus ergibt sich ein einmaliges Siedlungskontinuum von fast 30.000 Jahren mit über 120 Jahren Forschungstradition. Bedeutende, namengebende Funde wie die Tasse vom Typus Stillfried, der Stillfried-Typus sind urnenfelderzeitliche Keramik aberes wurden auch Römische und mittelalterliche Funde gemacht.

Weblinks

Historische Landkarten

48.41110116.844037Koordinaten: 48° 25′ N, 16° 51′ O