Angern an der March

Angern an der March
Wappen von Angern an der March
Angern an der March (Österreich)
Angern an der March
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gänserndorf
Kfz-Kennzeichen: GF
Fläche: 38,22 km²
Koordinaten: 48° 23′ N, 16° 50′ O48.38333333333316.833333333333154Koordinaten: 48° 23′ 0″ N, 16° 50′ 0″ O
Höhe: 154 m ü. A.
Einwohner: 3.278 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 85,77 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2261
Vorwahl: 02283
Gemeindekennziffer: 3 08 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnstraße 5
2261 Angern a d March
Website: www.angern.at
Politik
Bürgermeister: Robert Meißl (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(23 Mitglieder)
16
6
1
16 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Angern an der March im Bezirk Gänserndorf
Aderklaa Andlersdorf Angern an der March Auersthal Bad Pirawarth Deutsch-Wagram Drösing Dürnkrut Ebenthal Eckartsau Engelhartstetten Gänserndorf Glinzendorf Groß-Enzersdorf Groß-Schweinbarth Großhofen Haringsee Hauskirchen Hohenau an der March Hohenruppersdorf Jedenspeigen Lassee Leopoldsdorf im Marchfelde Mannsdorf an der Donau Marchegg Markgrafneusiedl Matzen-Raggendorf Neusiedl an der Zaya Obersiebenbrunn Orth an der Donau Palterndorf-Dobermannsdorf Parbasdorf Prottes Raasdorf Ringelsdorf-Niederabsdorf Schönkirchen-Reyersdorf Spannberg Strasshof an der Nordbahn Sulz im Weinviertel Untersiebenbrunn Velm-Götzendorf Weiden an der March Weikendorf Zistersdorf NiederösterreichLage der Gemeinde Angern an der March im Bezirk Gänserndorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Angern an der March ist eine Marktgemeinde mit 3278 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde liegt am Nordrand des Marchfeldes und gleichzeitig am südlichen Ende des Weinviertels circa 40 Kilometer nordöstlich von Wien. Der Grenzfluss March trennt die Ortschaft von der Slowakei. Früher verband eine Brücke die beiden Länder und seit einigen Jahren gibt es eine Fähre, die jedoch im Falle von Hochwasser - welches meist durch Schneeschmelze und starken Regen bedingt ist - gesperrt werden muss. Im Jahr 2007 wurde der Bau einer neuen Straßenbrücke beschlossen. Der ursprünglich geplante Baubeginn 2010[1] konnte nicht eingehalten werden.[2]

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 38,13 Quadratkilometer. 13,1 Prozent der Fläche sind bewaldet. Die Gemeinde Angern an der March teilt sich in fünf Katastralgemeinden:

  • Angern (1254 EW)
  • Grub (306 EW)
  • Mannersdorf (435 EW)
  • Ollersdorf (837 EW)
  • Stillfried (318 EW)

Ein weiterer Ort ist Wutzelburg mit nur 26 Einwohnern (Quelle: Statistik Austria)

Nachbargemeinden sind:

Ebenthal Dürnkrut Suchohrad
Prottes Nachbargemeinden Záhorská Ves
Weikendorf Weiden an der March Vysoká pri Morave

Geschichte

Angern an der March wurde erstmals im Jahre 1260 als Anger urkundlich erwähnt.

Das Marktrecht wurde erstmals 1465 und das zweite Mal 1819 erwähnt. Es wurde 1970 neu verliehen. Das örtliche Schloss Angern wurde im Jahre 1945 zerstört und später zur Gänze abgetragen. Heute steht nur noch ein kleiner Teil der Mauer als Erinnerung.

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2011 3280
2001 3176
1991 2872
1981 2958
1971 3172

Quelle: Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria

Wappen

Blasonierung: auf rotem, mit einem silbernen Schrägbalken belegten Grund, eine goldene Schnitterin, in der Rechten eine Sichel, in der Linken einen Rechen haltend.

Das aus dem Jahr 1806 stammende Siegel des Marktes zeigt bereits eine solche Schnitterin im Ährenfeld.

Politik

  • Bürgermeister der Marktgemeinde ist Robert Meißl. Sein Vorgänger war Leopold Abraham. Jede Katastralgemeinde - mit Ausnahme von Angern - stellt einen Ortsvorsteher.
  • Im Marktgemeinderat ergibt sich bei 23 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung: SPÖ 16, ÖVP 6, FPÖ 1.

Im Oktober 2007 wurde eine Volksbefragung über den Neubau einer Brücke zwischen Záhorská Ves und Angern abgehalten. Stimmberechtigt waren alle Einwohner der gesamten Großgemeinde Angern (Angern, Mannersdorf, Ollersdorf, Stillfried-Grub). 60 % stimmten für die Errichtung der Brücke.[1] Im Vorfeld gab es einen heftigen Schlagabtausch zwischen einer Bürgerinitiative und der Gemeinde (mehrere Flugblätter mit div. Vorwürfen, Behauptungen und Richtigstellungen), wobei es vorrangig um den Standort der neuen Brücke ging.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Gemeinde ist charakterisiert durch land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Laut einer Erhebung im Jahr 1999 betrug ihre Anzahl 136. Im Jahr 2001 gab es 76 non-agrare Arbeitsstätten. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug 1367. Die Erwerbsquote lag bei 44,08 Prozent.

Verkehr

Angern hat durch die Anbindung an die Nordbahn und das Bundesstraßennetz (B 8/B 49) recht gute Verkehrsverbindungen, ist leicht erreichbar, und hat angenehme Voraussetzungen für die Pendler in der Bevölkerung.

Sehenswürdigkeiten

  • Museum für Ur- und Frühgeschichte: Im Museum sind Funde aus 30 000 Jahren Geschichte zu sehen, die seit 1874 bei archäologischen Ausgrabungen in Stillfried und Umgebung gemacht worden sind. Das Museum befindet sich in der Katastralgemeinde Stillfried.
  • Fährbetrieb: Es gibt als Grenzübergang einen Fährbetrieb zwischen Záhorská Ves (Slowakei) und Angern. Die Transportkapazität liegt bei 6 PKW samt Insassen.

Persönlichkeiten

Personen mit Bezug zur Stadt

  • Leopold Abraham, ehemaliger Bürgermeister, wurde österreichweit und international durch das Grubenunglück im Sommer 1998 in Lassing (Steiermark) bekannt. Damals übernahm er die Leitung über die Rettungsbohrungen zu den elf verschütteten Bergarbeitern, von denen nach neun Tagen aber nur einer gerettet werden konnte. Bekannt wurde dies als "das Wunder von Lassing".
  • Roland Minkowitsch (1920–1986), Landwirt und Politiker (OEVP). Eine weitere bekannte politische Persönlichkeit der Großgemeinde Angern war Mag. Roland Minkowitsch (geboren in Spittal an der Drau 1920). Der Landwirt begann seine politische Karriere in der ÖVP Gänserndorf und im Niederösterreichischen Bauernbund. Von 1970 bis 1980 war er Präsident des Österreichischen Bauernbundes. Von 1963 bis 1986 war Minkowitsch Abgeordneter zum Nationalrat. Zwischen 1968 und 1970 war er Staatssekretär im Bundesministerium für Inneres unter Minister Franz Soronics und ab 1975 bis zu seinem Tod am 22. Jänner 1986 in Mannersdorf war Minkowitsch Zweiter Präsident des Nationalrates. 1980 schloss er ein Studium der Rechtswissenschaften mit der Sponsion zum Magister ab.

Bilder und historische Landkarten

Literatur

  • Walpurga Antl-Weiser: Angern an der March – Ollersdorf – Mannersdorf – Stillfried – Grub an der March. Eine Ortsgeschichte. Hrsg. v. Marktgemeinde Angern an der March, Angern an der March 1989
  • Walpurga Antl-Weiser: Stillfried - Zentrum der Urzeit, Stillfried 2007
  • Walpurga Antl-Weiser: Angern - Mannersdorf - Ollersdorf - Stillfried/Grub in alten Ansichten. 2006
  • Leonhard Franz: Stillfried an der March. Reihe Heimatkundliche Wanderungen, Heft 6. Österreichischer Schulbuchverlag, Wien 1926

Weblinks

 Commons: Angern an der March – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Angern bekommt Brücke in die Slowakei auf ORF vom 21. Oktober 2007, abgerufen am 24. Dezember 2008
  2. Niederösterreichische Nachrichten: Brücke Angern kommt frühestens im Jahr 2014 vom 21. September 2010, abgerufen am 31. Dezember 2010