Umdasch

Umdasch AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1868
Sitz Amstetten, Österreich

Leitung

Mitarbeiter 7.114 2011)
Umsatz 968 Mio. Euro (2011)
Branche Betonschalungstechnik (Doka Group), Ladenbau (Umdasch Shoppfitting Group)
Website www.umdasch.com

Die Umdasch Group (gesellschaftsrechtlicher Name Umdasch AG), ist eine internationale aktive Unternehmensgruppe im holzverarbeitenden Bereich mit Hauptsitz in Amstetten (Niederösterreich).

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen

Das Unternehmen geht auf die bereits 1868 gegründete Zimmerei Stefan Hopferwieser zurück und ist derzeit in mehr als 70 Ländern aktiv. Im Geschäftsjahr 2011 beschäftigten die Umdasch Group und seine beiden Divisions Doka Group und Umdasch Shopfitting Group 7.114 Mitarbeiter. Die Firma wurde 1868 als Zimmerei gegründet und ist heute eine Aktiengesellschaft.

Mit einem Jahresumsatz von EUR 968 Mio. zählt die Umdasch Group zu den 100 größten Unternehmen Österreichs. Im Geschäftsjahr 2011 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe einen Jahresüberschuss von EUR 47 Mio.

Die Doka Group ist eines der weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung, Herstellung und im Vertrieb von Beton-Schalungstechnik für alle Bereiche am Bau. Die Umdasch Shopfitting Group ist aktiv in der Konzeption, Planung und Bereitstellung von ganzheitlichen und anspruchsvollen Ladenbau-Lösungen sowie Branding-Konzepten für nationale und internationale Einzelhandelsunternehmen im Lebensmittel- und Nicht-Lebensmitteleinzelhandel. [1]

Das Unternehmen steht im alleinigen Eigentum von Hilde Umdasch und Alfred Umdasch. Hilde Umdasch ist zugleich Mitgründerin, Eigentümerin und Aufsichtsratsvorsitzende von bellaflora, der größten österreichischen Gartencenter-Kette. Die Familie zählt mit einem geschätzten Vermögen von rund 200 Millionen Euro zu den 50 reichsten Österreichern (Stand 2007).[2] Andreas Ludwig - bis Ende April 2010 CEO der börsennotierten Zumtobel AG - übernimmt mit Anfang September 2010 von Umdasch-Generaldirektor Dr. Reinhold Süßenbacher den Vorstandsvorsitz in der Umdasch AG. Dr. Süßenbacher, der den Konzern über elf Jahre geleitet hat, wechselt in den von Hilde Umdasch und Alfred Umdasch präsidierten Aufsichtsrat der Umdasch AG.

Kennzahlen

2011 betrug der konsolidierte Konzernumsatz der Umdasch AG 968 Mio. Euro. Davon wurden 87 % im Ausland erzielt. Das Betriebsergebnis der Umdasch AG des Geschäftsjahres 2011 betrug EUR 47 Mio. und erreichte mit Eigenkapitalqute von 53 %.

Die Umdasch AG ist mit den beiden Geschäftsbereichen DOKA-Schalungstechnik und Umdasch Shopfitting Group weltweit in rund 70 Ländern mit über 170 Vertriebsstandorten vertreten. Der Konzern beschäftigte 2010 weltweit 6.881 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Projekte

Das Leistungsspektrum der DOKA Gruppe reicht von der Bereitstellung von Schalungssystemen und Komponenten für den zivilen Hochbau bis hin zur Bereitstellung von technisch anspruchsvollen und flexiblen Schalungssystemen für den Brückenbau, Tunnelbau, Infrastrukturbau und Hochhausbau. Darüber hinaus werden Doka Schalungssysteme für architektonisch anspruchsvolle Sichtbetonprojekte eingesetzt, die auf ein besonderes Betonbild Wert legen.

Aktuelle Referenzprojekte der DOKA Gruppe beinhalten den „Lotte World Tower“ (Lotte World Premium Tower) in Seoul, der „CMA Tower“ in Riad sowie die „Lamar Towers“ in Jeddah. Mit der Bereitstellung von Schalungssystemen im Zuge der Errichtung des über 800 Meter hohen Burj Khalifa in den Vereinigte Arabische Emirate, war die Doka Gruppe am Bau des derzeit höchsten Gebäudes der Welt beteiligt.

Darüber hinaus werden aktuell Schalungssysteme im Zuge der Errichtung einer 3.100 m langen, 4-spurigen Autobahnbrücke in Wladiwostok, der Mureş-Brücke am „Arad Bypass“ in Westukraine oder für die Errichtung einer 2000 m langen Schrägseilbrücke in Saporoschje, Ukraine geliefert.

Die Umdasch Shopfitting Group realisiert ganzheitliche und anspruchsvolle Ladenbau-Lösungen für nationale und internationale Einzelhandelsunternehmen im Food- und Non-Food Retail-Business und ist insbesondere für Kunden aus den Bereichen Lebensmittel, Mode/Sport/Schuhen, Drogerie, Bücher sowie im Travel Retail Geschäft aktiv. Die Gruppe ist ein Full-Service Anbieter von Ladenbaulösungen, der von der Evaluierung, Evolution und Neukonzeption von Markenauftritten und Ladenkonzepten über die Planung bis hin zur Bereitstellung und Montage der Einrichtung ein breites Spektrum an Dienstleistungen zur Verfügung stellt.

Die Gruppe wurde bereits für globale Einzelhändler wie Nike, Levi’s, Swatch, Hugo Boss, Esprit, Humanic oder auch Rewe tätig. Darüber hinaus wurde die in „Paris Gallery“ in Dubai durch die Umdasch Shopfitting Group ausgestattet.

In Amstetten wurde 2007 um 20 Millionen Euro ein neues Kunden- und Ausbildungszentrum errichtet, wo rund 300 neue Arbeitsplätze entstanden.

Geschichte

Die Zimmerei wurde im Jahr 1868 von dem in Kollmitzberg geborenen Zimmerer Stefan Hopferwieser in Amstetten gegründet. Um die Jahrhundertwende übernimmt sein Sohn Alfred Hopferwieser, der zu dieser Zeit Stadtzimmermeister und seit Jahren Mitarbeiter des elterlichen Unternehmens ist, weitgehend die Führung der Geschäfte. Begünstigt durch die fortschreitende Industrialisierung und insbesondere durch die verkehrsbezogene Aufschließung der Wirtschaftsräume durch den Ausbau des Schienennetzes, konnte die Zimmerei in den Folgejahren durch Aufträge für die Errichtung von Brücken stark wachsen. Vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigt das Unternehmen bereits 100 Mitarbeiter. Angeschlossen an die Zimmerei war auch ein Sägewerk. Dieses arbeitete ursprünglich als Zulieferer für die Zimmerei wurde aber mit der Zeit immer mehr zu einem eigenen Geschäftsbereich ausgebaut, da sich auch der Holzexport im Verhältnis zur Bauwirtschaft stärker entwickelte.

Im Jahr 1931 stirbt Alfred Hopferwieser und seine Tochter Mathilde übernimmt das Unternehmen. 1937 heiratet sie den aus Oberösterreich stammenden Josef Umdasch, der als Prokurist beginnt und 1941 als Gesellschafter in das Unternehmen einsteigt.

In den Kriegsjahren erwirbt die Firma ein großes Grundstück am Ostrand von Amstetten. Die dort errichteten Produktionsanlagen wurden aber 1945 durch Bombenangriffe fast gänzlich zerstört. Der gesamte Betrieb muss wieder neu aufgebaut werden. Als im Jahr 1955 die Besatzungstruppen Österreich verlassen, ist der wesentliche Teil des Wiederaufbaus bereits abgeschlossen. Die Periode der industriellen Fertigung von Holzprodukten beginnt. Mit der Bereitstellung von Schalungsplatten für die Errichtung von österreichischen Kraftwerksanlagen, wird der Grundstein für die Gründung der DOKA gelegt.

Mit der schnell fortschreitenden Industriellen Entwicklung, steigendem Wohlstand und wachsenden Konsumbedürfnissen, gewinnt auch die industrielle Fertigung von genormten Ladeeinrichtung zunehmend an Bedeutung.

Mit der Gründung der Umdasch KG im Jahr 1961 beginnt ein neuer Abschnitt für die Entwicklung des Unternehmens.[3]

1968 wird die unternehmenseigene Metallverarbeitung eröffnet. In den 1970er und 1980er Jahren folgt eine Periode der starken Expansion im In- und Ausland sowohl im Bereich Ladenbau, also auch im Bereich Schalungstechnik. Die Mitarbeiterzahl steigt auf 2.000 an.

1990 im Alter von 78 Jahren verstirbt Josef Umdasch. Das Unternehmen wird in eine Aktiengesellschaft umgegründet, der seine Tochter Hilde Umdasch als Vorsitzende des vorsteht. Im Vorstand unterstützen Sie ihr Bruder Alfred Umdasch und Ernst Röck.

Die weiter fortschreitende Expansion des Unternehmens führt zur weiteren Ausweitung der Produktionskapazitäten, ein DOKA-Zweitwerk in St. Martin am Ybbsfelde wird 1994 errichtet. 1999 wechseln Hilde Umdasch, Alfred Umdasch und Ernst Röck in den Aufsichtsrat. Fortan führt Reinhold Süßenbacher die Geschäfte, die internationale Expansion wird weiter fortgesetzt.

Im Jahr 2010 wird Andreas Ludwig Vorsitzender des Vorstandes. [4]

Einzelnachweise

  1. Quellen: Unternehmenswebsite [1], Geschäftsbericht 2010, Trend Juni 2011 [2]
  2. Quellen: Armuts- und Reichtumsbericht für Österreich, [3], [4]; 2004 belief sich das Vermögen der Hilde Umdasch- und Alfred Umdasch-Privatstiftung auf 187 Mio. Euro (Liste der bedeutendsten Privatstiftungen in Österreich)
  3. Big Business in Österreich Seite 319
  4. Quellen: Unternehmenswebsite [5]

Weblinks