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vom 29.06.2017, aktuelle Version,

Umdasch

Umdasch AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1868
Sitz Amstetten, Österreich

Leitung

Mitarbeiter 7.641[1]
Umsatz 1.281 Mio. Euro[1]
Branche Betonschalungstechnik (Doka Group), Ladenbau (Umdasch Shopfitting Group)
Website www.umdasch.com
Stand: 2016 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2016

Die Umdasch Group (gesellschaftsrechtlicher Name Umdasch AG) ist eine international aktive Unternehmensgruppe im holzverarbeitenden Bereich mit Hauptsitz in Amstetten in Niederösterreich.

Unternehmen

Das Unternehmen geht auf die 1868 gegründete Zimmerei Stefan Hopferwieser zurück und ist heute in mehr als 70 Ländern aktiv. Im Geschäftsjahr 2015 beschäftigten die Umdasch Group und ihre beiden Divisions Doka Group und Umdasch Shopfitting Group mehr als 7.300 Mitarbeiter. Die Firma ist heute eine Aktiengesellschaft.

Mit einem Jahresumsatz von 1.215 Millionen Euro zählt die Umdasch Group zu den 250 größten Unternehmen Österreichs (Platz 41 im Geschäftsjahr 2015 [2]). Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe einen Jahresüberschuss von 54 Mio. Euro. [3]

Die Doka Group ist eines der weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung, Herstellung und im Vertrieb von Beton-Schalungstechnik für alle Bereiche am Bau. Die Umdasch Shopfitting Group ist aktiv in der Konzeption, Planung und Bereitstellung von ganzheitlichen und anspruchsvollen Ladenbau-Lösungen sowie Branding-Konzepten für nationale und internationale Einzelhandelsunternehmen im Lebensmittel- und Nicht-Lebensmitteleinzelhandel. [4]

Das Unternehmen steht im alleinigen Eigentum von Hilde Umdasch und Alfred Umdasch. Hilde Umdasch ist zugleich Mitgründerin und Eigentümerin von bellaflora, der größten österreichischen Gartencenter-Kette. Die Familie zählt mit einem geschätzten Vermögen von rund 420 Millionen Euro zu den 100 reichsten Österreichern (Stand 2013).[5] Andreas Ludwig - bis Ende April 2010 CEO der börsennotierten Zumtobel AG - übernahm mit Anfang September 2010 von Umdasch-Generaldirektor Reinhold Süßenbacher den Vorstandsvorsitz in der Umdasch AG. Süßenbacher, der den Konzern über elf Jahre geleitet hat, wechselte in den von Hilde Umdasch und Alfred Umdasch präsidierten Aufsichtsrat der Umdasch AG.

Kennzahlen

2015 betrug der konsolidierte Konzernumsatz der Umdasch AG 1.215 Millionen Euro. Davon wurden 90 % im Ausland erzielt. Der Betriebserfolg der Umdasch AG des Geschäftsjahres 2015 betrug 98 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote 57 %.

Die Umdasch AG ist mit den beiden Geschäftsbereichen Doka Group und Umdasch Shopfitting Group weltweit in rund 70 Ländern mit über 170 Vertriebsstandorten vertreten. Der Konzern beschäftigte 2015 weltweit mehr als 7300 Mitarbeiter. [3]

Projekte

Das Leistungsspektrum der Doka Group reicht von der Bereitstellung von Schalungssystemen und Komponenten für den zivilen Hochbau bis hin zur Bereitstellung von technisch anspruchsvollen und flexiblen Schalungssystemen für den Brückenbau, Tunnelbau, Infrastrukturbau und Hochhausbau. Darüber hinaus werden Doka Schalungssysteme für architektonisch anspruchsvolle Sichtbetonprojekte eingesetzt, die auf ein besonderes Betonbild Wert legen.

Aktuelle Referenzprojekte der Doka Group beinhalten das Three World Trade Center in New York City, den Juma Al Majid Tower in Dubai, den Lotte World Premium Tower in Seoul, die Banco de la Nación in Lima (Peru), den CMA Tower in Riad sowie die „Lamar Towers“ in Dschidda. Mit der Bereitstellung von Schalungssystemen im Zuge der Errichtung des über 800 Meter hohen Burj Khalifa in den Vereinigten Arabischen Emiraten, war die Doka Gruppe am Bau des derzeit höchsten Gebäudes der Welt beteiligt.

Darüber hinaus lieferte Doka weltweit Schalungssysteme für den Bau zahlreicher Tunnel, Kraftwerke und Brücken sowie den Wohnbau und gewerblichen Bau. So zum Beispiel für die 450 m lange Lahntalbrücke in Limburg (Deutschland), den Brenner Basistunnel in Österreich, das Wasserkraftwerk Muskrat Falls in Kanada, für die ESO Supernova - ein architektonisch außergewöhnliches Gebäude - in Garching (Deutschland) sowie für die Metro in Qatar (Doha).

Die Umdasch Shopfitting Group realisiert ganzheitliche und anspruchsvolle Ladenbau-Lösungen für nationale und internationale Einzelhandelsunternehmen im Food- und Non-Food Retail-Business und ist insbesondere für Kunden aus den Bereichen Lebensmittel, Mode/Sport/Schuhen, Drogerie, Bücher sowie im Travel Retail Geschäft aktiv. Die Gruppe ist ein Full-Service Anbieter von Ladenbaulösungen, der von der Evaluierung, Evolution und Neukonzeption von Markenauftritten und Ladenkonzepten über die Planung bis hin zur Bereitstellung und Montage der Einrichtung ein breites Spektrum an Dienstleistungen zur Verfügung stellt.

Die Gruppe wurde bereits für globale Einzelhändler wie Dior, Ferrari, Nike, Levi’s, Swatch, Hugo Boss, Esprit, Humanic oder auch Rewe tätig. Darüber hinaus wurde die „Paris Gallery“ in Dubai durch die Umdasch Shopfitting Group ausgestattet.

In Amstetten wurde 2007 um 20 Mio. Euro ein neues Kunden- und Ausbildungszentrum errichtet, wo rund 300 neue Arbeitsplätze entstanden.

Geschichte

Die Zimmerei wurde im Jahr 1868 von dem in Kollmitzberg geborenen Zimmerer Stefan Hopferwieser in Amstetten gegründet. Um die Jahrhundertwende übernimmt sein Sohn Alfred Hopferwieser, der zu dieser Zeit Stadtzimmermeister und seit Jahren Mitarbeiter des elterlichen Unternehmens ist, weitgehend die Führung der Geschäfte. Begünstigt durch die fortschreitende Industrialisierung und insbesondere durch die verkehrsbezogene Aufschließung der Wirtschaftsräume durch den Ausbau des Schienennetzes, konnte die Zimmerei in den Folgejahren durch Aufträge für die Errichtung von Brücken stark wachsen. Vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigt das Unternehmen bereits 100 Mitarbeiter. Angeschlossen an die Zimmerei war auch ein Sägewerk. Dieses arbeitete ursprünglich als Zulieferer für die Zimmerei wurde aber mit der Zeit immer mehr zu einem eigenen Geschäftsbereich ausgebaut, da sich auch der Holzexport im Verhältnis zur Bauwirtschaft stärker entwickelte.

Im Jahr 1931 stirbt Alfred Hopferwieser und seine Tochter Mathilde übernimmt das Unternehmen. 1937 heiratet sie den aus Oberösterreich stammenden Josef Umdasch, der als Prokurist beginnt und 1941 als Gesellschafter in das Unternehmen einsteigt.

In den Kriegsjahren erwirbt die Firma ein großes Grundstück am Ostrand von Amstetten. Die dort errichteten Produktionsanlagen wurden aber 1945 durch Bombenangriffe fast gänzlich zerstört. Der gesamte Betrieb muss wieder neu aufgebaut werden. Als im Jahr 1955 die Besatzungstruppen Österreich verlassen, ist der wesentliche Teil des Wiederaufbaus bereits abgeschlossen. Die Periode der industriellen Fertigung von Holzprodukten beginnt. Mit der Bereitstellung von Schalungsplatten für die Errichtung von österreichischen Kraftwerksanlagen, wird der Grundstein für die Gründung der DOKA gelegt.

Mit der schnell fortschreitenden industriellen Entwicklung, steigendem Wohlstand und wachsenden Konsumbedürfnissen, gewinnt auch die industrielle Fertigung von genormten Ladeeinrichtung zunehmend an Bedeutung.

Mit der Gründung der Umdasch KG im Jahr 1961 beginnt ein neuer Abschnitt für die Entwicklung des Unternehmens.[6]

1968 wird die unternehmenseigene Metallverarbeitung eröffnet. In den 1970er und 1980er Jahren folgt eine Periode der starken Expansion im In- und Ausland sowohl im Bereich Ladenbau, also auch im Bereich Schalungstechnik. Die Mitarbeiterzahl steigt auf 2.000 an.

1990 im Alter von 78 Jahren verstirbt Josef Umdasch. Das Unternehmen wird in eine Aktiengesellschaft umgegründet, der seine Tochter Hilde Umdasch als Vorsitzende vorsteht. Im Vorstand unterstützen Sie ihr Bruder Alfred Umdasch und Ernst Röck.

Die weiter fortschreitende Expansion des Unternehmens führt zur weiteren Ausweitung der Produktionskapazitäten, ein DOKA-Zweitwerk in St. Martin am Ybbsfelde wird 1994 errichtet. 1999 wechseln Hilde Umdasch, Alfred Umdasch und Ernst Röck in den Aufsichtsrat. Fortan führt Reinhold Süßenbacher die Geschäfte, die internationale Expansion wird weiter fortgesetzt.

Im Jahr 2010 wird Andreas Ludwig Vorsitzender des Vorstandes. [7]

Einzelnachweise

  1. 1 2
  2. Industriemagazin: Österreichs 250 größte Industriebetriebe. In: Industriemagazin. Abgerufen am 8. Juli 2016 (österreichisches deutsch).
  3. 1 2 [www.umdasch.com/geschaeftsbericht Geschäftsbericht Umdasch Group 2015.] Umdasch Group AG, abgerufen am 7. Juli 2016.
  4. Quellen: Unternehmenswebsite , Geschäftsbericht 2010, Trend Juni 2011
  5. Quellen: http://www.trendtop500.at/die-reichsten-oesterreicher/#?seite=7; 2004 belief sich das Vermögen der Hilde Umdasch- und Alfred Umdasch-Privatstiftung auf 187 Mio. Euro (Liste der bedeutendsten Privatstiftungen in Österreich; PDF; 27 kB)
  6. Big Business in Österreich Seite 319
  7. Quellen: Unternehmenswebsite