Zehmemoos (Gemeinde Bürmoos)

Zehmemoos ist ein Ortsteil der Gemeinde Bürmoos im österreichischen Bundesland Salzburg und liegt im Norden des Bezirkes Salzburg-Umgebung rund 25 km nördlich der Stadt Salzburg. Der Ortsteil ist keine Katastralgemeinde und keine Ortschaft im verwaltungstechnischen Sinne. In Zehmemoos entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Ansiedlungen, aus denen sich die heutige Gemeinde Bürmoos entwickelte.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Zehmemoos befindet sich im östlichen Teil der Gemeinde Bürmoos, das Gebiet ist durchwegs flach und zu einem großen Teil mit Wohnansiedlungen verbaut. Einen weiteren großen Anteil an der Fläche nimmt eine teils moorähnliche Waldlandschaft ein. Es gibt auf dem Gebiet des Ortsteils keinen nennenswerten Gewässer.

Geschichte

Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte das damalige „Biermoos“ zu den Besitzungen von Kaiser Franz Joseph. In den 1840er Jahren wurden diese Güter privatisiert und in Teilen an Meistbietende verkauft. Grund dafür war die Nutzbarmachung des vorhandenen Torfes als Rohstoff, da die Holzvorräte im Land Salzburg zurückgingen. Der Name „Zehmemoos“ leitet sich von Dr. Eugen Zehme († 1908) her, einem aus Leipzig stammenden Rechtsanwalt, der das Gebiet 1887 von einem privaten Vorbesitzer, dem aus Sankt Johann im Pongau stammenden Rechtsanwalt Dr. Josef Meittinger, gekauft hatte. Der Namensteil „-moos“ wurde in Hinblick auf den landschaftlichen Charakter und analog zu den angrenzenden Flurgebieten „Bürmoos“ und „Weidmoos“ zur Namensnennung herangezogen.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war das heutige Ortsgebiet von Zehmemoos unbewohnt. Um 1850 entstand eine Ziegelfabrik, was auch als Beginn der Gemeinde Bürmoos überhaupt gesehen werden kann. Besonders im Zuge des vermehrten Torfabbaus sowohl für die Ziegelei als auch für die 1872 errichtete, nahe gelegene Glasfabrik in Bürmoos entstanden die ersten Zubauten und Ansiedelungen. Wesentliche Wohnansiedelungen entstanden aber erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auf Landkarten aus der Zeit um 1900 ist daher für den Raum von Zehmemoos lediglich der Ziegelofen einer Verzeichnung wert.

Für den Transport des gewonnenen Torfes existierte ab 1882 eine Feldbahn, im Volksmund „Bockerlbahn“ genannt, die im Jahr 2000 eingestellt wurde und von der heute nur noch einige Gleisrelikte zu sehen sind. Bemühungen um den Erhalt eines Teiles der Bahn zu touristischen Zwecken hatten keinen Erfolg, lediglich einige wenige Wagengarnituren sind an verstreuten Orten ausgestellt.

Zehmemoos gehörte bis zur Gründung von Bürmoos als selbständige Gemeinde erst im Jahr 1967 zur Gemeinde Lamprechtshausen, während alle anderen Ortsteile des neu entstandenen Bürmoos zur westlich davon gelegenen Gemeinde Sankt Georgen bei Salzburg gehörten. Diese frühere Zugehörigkeit zu verschiedenen Gemeinden ist im Ort heute noch spürbar und äußert sich etwa in dem Umstand, dass der Ortsteil – trotz der geringen flächenmäßigen Ausdehnung der Gemeinde Bürmoos und obwohl Zehmemoos keine eigenständige Ortschaft darstellt – über eigene Ortstafeln verfügt. Zudem besteht der Ortsteil zu großen Teilen aus Wohnansiedlungen, die geografisch von den anderen Siedlungsgebieten von Bürmoos abgesondert liegen.

Wirtschaft und Verkehr

In Zehmemoos befindet sich unter anderem ein Werk der Firma Miele, eines der bedeutenden wirtschaftlichen Unternehmen in Bürmoos. Die Produktion startete 1962, die letzte Betriebserweiterung erfolgte 2001.

Zehmemoos verfügt über eine eigene Haltestelle der S-Bahn Salzburg an der Bahnstrecke Salzburg–Lamprechtshausen und ist mit deren Linie S1 halbstündlich, zeitweise viertelstündlich erreichbar.

Marienkapelle

Kultur

In Zehmemoos befindet sich als zweite katholische Stätte von Bürmoos die etwa Mitte des 20. Jahrhunderts errichtete Marienkapelle, in der in regelmäßigen Abständen Messen gelesen werden.

Literatur

  • Friedrich Lepperdinger: Bürmoos. Eine Dokumentation mit Bildern und Text von 1829 bis 2007.
  • Paul Maresch sen.: Bürmoos in der Zeit der Glasbläser, der Torfstecher, der Ziegelmacher ... bis heute. Eigenverlag, Bürmoos 2005, ISBN 3-9501221-0-9

Weblinks

47.99027777777812.937777777778Koordinaten: 47° 59′ 25″ N, 12° 56′ 16″ O