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Unter dem Erzherzogshut#

Kurze Geschichte der Stadt Herzogenburg#



Essay

von
Dr. Karl Anton Glaubauf



Die Burg der Markgrafen Willehalm und Engilschalk#

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Herzogenburg Herzogenburg wurde als Festung gegen das Großmährische Reich von den fränkischen Markgrafen - Brüdern Willehalm II. und Engilschalk I. gegründet.

Diese Grenzgrafen waren als Angehörige des Reichsfürstenstandes den Herzögen gleichgestellt, daher der Name "Herzogenburg". 871 fielen die Brüder im Kampf gegen die Mährer im Raum Krems - Tulln, womit Herzogenburg deutlich vor diesem Datum gegründet worden sein muss.

Der Raum Herzogenburg war schon in der Bronzezeit von einer kulturell hochentwickelten Bevölkerung besiedelt, wie die Situla von Kuffern Kuffern beweist.

Die Institution der Markgrafen blieb auch nach der Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 als Adelsprädikat erhalten. So findet sich im "Totenbuch" des Stiftes St. Andrä an der Traisen St. Andrä an der Traisen (heute ein Stadtteil Herzogenburgs) unter dem Datum 3. November 1204 der Name "ruedegerus marchio" (Markgraf Rüdiger). Der Münsteraner Münster Germanistik-Ordinarius Joachim Splett sieht in diesem "marchio" das historische Vorbild für die Figur des Rüdiger von Bechelaren im Nibelungenlied, dem der befreundete Dichter - bei Zutreffen dieser These Konrad von Fussesbrunnen Feuersbrunn - offensichtlich ein literarisches Denkmal setzt.[1]

Territorium kirchlicher Grundherrschaften bis zur Revolution von 1848: Feudalrechtlicher Dualismus der Klöster Formbach und Herzogenburg #

Die Siedlung um die Burg dieser Herzoge, der spätere "Untere Markt", unterstand der grundherrschaftlichen Obrigkeit des Klosters Formbach. Formbach Herzogenburg war also lange bayrischer Besitz und wurde erst im Spätmittelalter landesfürstlicher Ort, was es Albrecht V. ermöglichte, 1421 auch hier wie in 16 anderen Orten die sogenannte " Wiener Gesera ", also die Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Gemeinde durchführen zu lassen.

Erst durch die Übersiedelung des Augustiner - Chorherren- und Chorfrauenstiftes von St. Georgen an der Traisen nach Herzogenburg im Jahre 1244 begann allmählich ein größerer Ort zu entstehen.

Die durch den Zehent und großzügige Schenkungen der Babenberger reich gewordene Propstei verlegte 1244 das Kloster infolge beträchtlicher Hochwasserschäden von St. Georgen in die stiftseigene Pfarre Herzogenburg, wo umgehend mit dem Neubau des Chorherren- und Chorfrauenklosters sowie der Stiftskirche begonnen werden konnte.

Die Gründung einer ganzen Reihe von Chorherrenstiften an der Traisenlinie , wie St. Georgen, Herzogenburg, St. Andrä und St. Pölten durch das Passauer Bistum hängt primär mit dessen Rivalität zum Erzbistum Salzburg und zum Bistum Freising Freising zusammen, die in der neuen Babenberger-Mark ebenfalls über Pfarr- und Zehentrechte verfügten, etwa in Traismauer Traismauer und Hollenburg Hollenburg .

Durch den Priesterorden der häufig intensiver als die Mönche ausgebildeten Augustiner Chorherren - im 15. Jahrhundert stellten die Herzogenburger Chorherren sogar mit Wolfgangus de Herzogenburgensis einen Rektor der Wiener Universität - sollte der geistliche und geistige Führungsanspruch in der Mark unterstrichen werden, wozu später noch Klosterneuburg an der Residenz des Landesfürsten kam. Die "Claims" der Passauer Diözese waren somit abgesteckt.

Rund um die Baustelle siedelten sich auch die für den Bau neben den leibeigenen und robotpflichtigen Bauern erforderlichen Handwerker und Gewerbetreibenden an, sodass ein neuer Ortsteil entstand, der "Oberer Markt" genannt wurde. Die "Niedere Gerichtsbarkeit" über den neuen Ortsteil wurde von der Abtei Formbach ausgeübt, was bisweilen zu Spannungen zwischen den beiden Klöstern führte.

Insgesamt gesehen war der über fünfhundert Jahre währende grundherrschaftliche Dualismus zwischen den Stiften Formbach und Herzogenburg der Entstehung eines geschlossenen Ortes keineswegs förderlich:

Jeder der beiden "Märkte" hatte viele Jahrhunderte lang sein eigenes Amtshaus, sämtliche Verwaltungsangelegenheiten blieben streng getrennt. Jedes Kloster hütete seine Feudalrechte, da diese die wirtschaftliche Existenzgrundlage bildeten. Erst 1806 konnte das Stift Herzogenburg den " Unteren Markt" erwerben.

Schließlich war es der Druck von außen in den Wirren des Interregnums und der folgenden habsburgischen Streitigkeiten, der die Herzogenburger Bevölkerung näher zusammenrücken ließ: Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde nämlich ein 2 km langer Graben, der von einem Wall begleitet wurde, um den gesamten Ort gezogen. Dabei mussten von den Herzogenburgern 63.000 Kubikmeter Erde ohne maschinelle Hilfe bewegt werden.

Diese gemeinsame Befestigungsanlage konnte allerdings nicht verhindern, dass Herzogenburg im Spätmittelalter als Folge der habsburgischen Erbteilungen und der daraus resultierenden Kämpfe dreimal von Söldnern eingenommen und völlig verwüstet wurde. Ort und Stift mussten daher ebenso oft von der Bevölkerung wieder aufgebaut werden.

1421 wurde die jüdische Gemeinde in Herzogenburg im Zuge der gesamtösterreichischen Judenverfolgung des Habsburger- Herzog Albrechts V. im Rahmen der "Wiener Gesera" so wie in 16 anderen landesfürstlichen Orten, darunter Krems, Klosterneuburg und St. Pölten, vernichtet.

"Türkenzeit" und "Reformation"

Von der ersten Türkenbelagerung Wiens 1529 bis zur zweiten 1683, als es selbst intensiv belagert aber nicht eingenommen wurde, war Herzogenburg Kriegsgebiet. Türkische leichte Reiterei, die sich ihren Sold selbst "verdienen" musste, war dabei mit den Schweden im Dreißigjährigen Krieg die größte Gefahr.

Im Gegensatz zu St. Andrä an der Traisen, wo es 1683 nach der Eroberung zu einem Massaker kam, dem alle Bewohner zum Opfer fielen, konnte sich Herzogenburg aber immer behaupten. Auch die Schweden, die 1645 Retz und Krems eroberten, konnten Herzogenburg nicht einnehmen. Die 1523 abgeschlossene und laufend verbesserte Befestigung des Ortes durch Mauern und Türme, die heute noch im Norden der Stadt erhalten sind, trug dazu wesentlich bei.

Die Lehre Martin Luthers, später Reformation genannt, fand auch in Herzogenburg viele Anhänger. Über 80 Prozent der Bevölkerung waren lange "evangelisch". Sogar im Stift wurde um 1550 evangelisch gepredigt. Dieser hohe Prozentsatz hängt mit der damaligen grundherrschaftlichen Struktur des Ortes zusammen. Luthers Schrift "Von der Freiheit eines Christenmenschen" wurde vor allem von den Bauern als gegen die Feudalrechte, insbesondere die verhasste Leibeigenschaft, gerichtet interpretiert.

Daher wurden die Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken auch im Raum Herzogenburg mit erbitterter Grausamkeit geführt: Protestantische Bauern erschlugen einen Pfarrer, der Walpersdorfer Walpersdorf evangelische Adelige Hans Helmreich Freiherr von Jörger ließ den Meier des Stiftes kreuzigen, als die Pfarre Hain Hain zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges wieder rekatholisiert werden sollte.

Da die Feudalrechte die wirtschaftliche und somit auch die finanzielle Basis der Grundherrschaften bildete, schlug aber primär die Gegenreformation nicht nur theologisch sondern auch mit voller militärischer Härte, für die das "Frankenburger Würfelspiel" ein klassisches Beispiel ist, zu.

Im Barockzeitalter
In den über hundert Jahre währenden Bauernkriegen und im Dreißigjährigen Krieg wurde der Grundsatz des Augsburger Religionsfriedens von 1555 "Cuius regio, eius religio" (Wessen Herrschaft, dessen Religion) wieder hergestellt und Herzogenburg vollkommen rekatholisiert, wozu auch die Niederlage der Bauern 1597 bei St. Pölten und die daraus resultierenden drakonischen Strafen (über sechzig Hinrichtungen etc.) wesentlich beitrugen.

Nach dem Sieg der Gegenreformation und dem Erfolg Prinz Eugens in den Türkenkriegen wurde das Stift Herzogenburg im Barockzeitalter als Symbol der Rekatholisierung und des "Christlichen Abendlandes" wie unter anderem auch das Stift Klosterneuburg, der "österreichische Escorial", das unmittelbar benachbarte Chorherrenstift St. Andrä an der Traisen und viele Wallfahrtsorte, Klöster und Kirchen "barockisiert", also auch mit den finanziellen Mitteln aus den Türkenkriegen völlig neu und prunkvoll gestaltet.

Dadurch ist das Stift Herzogenburg, dessen Turm als Zeichen der landesfürstlichen Stadt der Erzherzogshut ziert, bis heute ein glanzvolles, barockes Wahrzeichen des unteren Traisentales und zählt mit dem ebenfalls im Stadtgebiet liegenden ehemaligen barocken Chorherrenstift St. Andrä an der Traisen zu den bedeutendsten Baudenkmälern Niederösterreichs .

Als am 6. Juni 1805 der "Untere Markt" um etwas über 37.000 Gulden durch das Stift Herzogenburg ersteigert werden konnte, stand damit der gesamte, knapp über 1200 Einwohner zählende Ort unter einheitlicher, feudalrechtlicher Verwaltung.

Herzogenburg als demokratische Marktgemeinde #

Mit dem Ende der Grundherrschaften durch die Arbeiter- und Sudentenrevolutionvon 1848 und der Gründung der Gebietskörperschaften wurde Herzogenburg 1849 Marktgemeinde, behielt aber seine bisher durchwegs agrarische Struktur zunächst bei. Verwaltet wurde Herzogenburg jetzt nicht mehr durch das Stift sondern durch demokratisch gewählte Bürgermeister und Gemeinderäte.

Dies änderte sich jedoch rasch, als die Industrialisierungswelle der "Gründerzeit" auch das Traisental erreichte, wo genügend Wasserkraft für den Betrieb von Fabriken zur Verfügung stand. Diese wurde auch lange für die Stromerzeugung genutzt, wodurch das Stift und teilweise auch die östlichen Stadtteile versorgt werden konnten.

Größtes Zentrum der Schließwarenindustrie der Donaumonarchie ab 1874

Der Schlosser und ehemalige Lokomotivführer dreier Kaiser Carl Grundmann verlegte 1874 seine schon 1862 in Wien gegründete Firma zunächst nach Ossarn Ossarn bei Herzogenburg.

Am Allerheiligentag des Jahres 1880 konnte dann seine neu errichtete Schließwarenfabrik an der Traisen in Herzogenburg ihren Betrieb aufnehmen, womit der Grundstein für die Urbanisierung des Marktes gelegt war, der mit der Stadterhebung von 1927 "trotz geringer Bevölkerungszahl" - so der Landtagsbeschluss - Rechnung getragen wurde. Das Unternehmen entwickelte sich nämlich sehr rasch zum größten Schließwarenhersteller der Donaumonarchie mit über vierhundert Mitarbeitern.

Grundmann war aus Danzig Danzig nach Wien gekommen und ergriff zunächst den Beruf eines Lokführers der Kaiser Ferdinands-Nordbahn. 1848 brachte er Kaiser Ferdinand und sein Gefolge mit dem Hofzug sicher nach Olmütz Olmütz , als dieser am 8. Oktober wegen der Revolutionswirren Wien verlassen musste. Auch den 1864 durch den mexikanischen Adel zum Kaiser gewählten Bruder Franz Josephs Maximilian geleitete er sicher nach Olmütz, als dieser seine Reise nach Mexiko antrat.

Der "Lokführer der Kaiser" sollte aber auch in der Industriegeschichte der Habsburger-Monarchie eine bedeutende Rolle spielen. Seine bahnbrechende innovative Idee bestand nämlich in der maschinellen Herstellung von Schlössern und Schließwaren aller Art, die bisher ausschließlich manuell produziert wurden.

Damit setzte er die industrielle Revolution im Bereich der Schließtechnik durch. Infolge der raschen Expansion des Unternehmens verlegte er 1874 die Produktion aus Raummangel von Wien nach Herzogenburg, womit er auch zum Gründer der Industriestadt wurde. Die von ihm errichteten Werke entwickelten sich nämlich rasch zum größten Schließwarenerzeuger der Donaumonarchie.

Herzogenburg als Stadt#

Am 17. September 1927 fand in Herzogenburg in Anwesenheit von Bundeskanzler Ignaz Seipel und Landeshauptmann Karl Buresch die Stadterhebungsfeier statt. Damit wurde ausdrücklich die Entwicklung Herzogenburgs zum Industriezentrum gewürdigt.

Die Bevölkerungszahl lag damals nämlich nur etwa 2800 Einwohner, was allein für einen Landtagsbeschluss zur Stadterhebung nicht gereicht hätte, da viele Marktgemeinden in Niederösterreich durchaus eine höhere Einwohnerzahl aufwiesen.

Die Grundmann - Werke erwiesen sich auch in der Zwischenkriegszeit als krisenfest und sicherten 300 Arbeitsplätze. 1930 wurde die erste Tempergusshalle errichtet, bis 1938 folgten zwei weitere Zubauten im Gießereibereich. Allerdings war durch den Zerfall der Donaumonarchie der Großteil der Absatzmärkte weggebrochen, was sich gemeinsam mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 auf Produktion und Beschäftigungslage extrem negativ auswirkte: Auch Herzogenburg blieb von der Arbeitslosigkeit der Zwischenkriegszeit nicht verschont.

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit

Nach dem "Anschluss" von 1938 wurde das Werk auf Kriegsproduktion umgestellt. Bombenangriffe im Jahre 1944 zerstörten einen beträchtlichen Teil der Anlagen. Deren Wiederinstandsetzung dauerte bis 1946.

Unmittelbar nördlich des Stiftes befand sich ein Fliegerhorst der deutschen Luftwaffe, dessen unterirdische Infrastruktur noch teilweise erhalten ist.

Die bis 1938 selbständigen Ortschaften Ossarn und Oberndorf an der Ebene Oberndorf an der Ebene wurden nach Herzogenburg eingemeindet, das kommunalpolitische System der nationalsozialistischen Ideologie angepasst.

Ernannter und somit nicht gewählter Bürgermeister nach dem Christlich-Sozialen Johann Blauensteiner - die Sozialdemokraten mussten schon 1934 aus dem Gemeinderat ausscheiden - war zunächst der Tierarzt Dr. Rudolf Eichhorn, der 1942 in Russland fiel.

Nach Eichhorn wurde kein Bürgermeister mehr ernannt, sondern die Stadtverwaltung von den "Beiräten", die den ehemaligen Gemeinderat ersetzten, geführt. Die Nationalsozialisten wollten offensichtlich das Bürgermeisteramt mangels vertrauenswürdiger Personen nicht nachbesetzen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Herzogenburg bis zum Staatsvertrag Teil der sowjetisch besetzten Zone. Dennoch konnte die Metallindustrie ihren Aufschwung kontinuierlich fortsetzen und die Belegschaft von 250 Mitarbeitern bis 1955 auf 1250 steigern.

Die Grundmann-Werke lieferten in der Folge nicht nur Schließwaren, sondern ab den siebziger Jahren auch ganze Industrieanlagen zu deren Herstellung etwa nach Bulgarien oder in den Sudan, was ihre internationale Bedeutung unterstreicht, die sie bis heute als Teil zweier Schweizer Konzerne behaupten.

1973 fanden zahlreiche "Eingemeindungen" umliegender Ortschaften statt, darunter befand sich auch die bis dahin selbständige Gemeinde Heiligenkreuz-Gutenbrunn mit ihrer wertvollen Barockarchitektur. (Kirche und Schloss)

Der Unternehmer Hans Grundmann setzte aber auch beträchtliche und vorbildliche soziale Initiativen. Diese kamen der Belegschaft und der gesamten Stadtbevölkerung zugute: Eine große Sportanlage mit Schwimmbad und Tennisplätzen wurde errichtet, die lange das einzige Freizeitzentrum Herzogenburgs war.

Erst unter dem Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Anton Rupp errichtete die Stadtgemeinde ein eigenes großes Erholungszentrum mit biologischem Schwimmbad, Tennisplätzen und Minigolfanlage.

Herzogenburg heute: Industriezentrum und "Barockjuwel" im unteren Traisental#

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Das moderne Herzogenburg ist wie kaum eine andere österreichische Stadt ein ausgesprochenes Produkt seiner Geschichte und seiner bipolaren politischen Entwicklung vom grundherrschaftlichen Territorium zum modernen Industriezentrum und zur bestens verwalteten "Wohnstadt" mit besonders hoher Lebensqualität.

Dafür sorgen unter anderem eine qualitativ und quantitativ exzellente medizinische Versorgung, sichere Arbeitsplätze, große Erholungs- und Freizeiträume entlang der Traisen und moderne Wohnbauten. Die gut durchdachte Verkehrsplanung der Stadtgemeinde ermöglicht sogar ein gebührenfreies Parken.

Wirtschaft

Den Charakter als Industriestadt mit zahlreichen Arbeitsplätzen verdankt es dem Industriepionier Carl Grundmann, der im vorigen Jahrhundert die Voraussetzungen dafür durch die Übersiedelung seines Unternehmens aus Wien in das bis dahin agrarisch dominierte Herzogenburg schuf.

Da das heute im Besitz zweier Schweizer Konzerne befindliche Unternehmen viele Migranten überwiegend türkischer Provenienz beschäftigt, prägte er - selbst preußischer Migrant aus Danzig - mit seiner Firmengründung nicht nur den Charakter der Stadt als Industriezentrum sondern auch die Herzogenburger Sozialstruktur der Gegenwart nachhaltig: Aus ehemaligen Gegnern sind Mitarbeiter und Mitbewohner geworden.

Die Investitionen der Schweizer Konzerne in den Standort Herzogenburg sind durchaus beachtlich und bewirken einen kontinuierlichen Ausbau und Aufstieg des Unternehmens. Im Vergleich damit ist die landwirtschaftliche Produktion heute von eher untergeordneter Bedeutung.

Kultur
Unter der Leitung der Bürgermeister Anton Rupp und Regierungsrat Franz Zwicker begann die Stadtgemeinde auch nachhaltige kulturelle Initiativen zu setzen. Zu diesem Zweck wurde das ehemalige Amtshaus - übrigens ein herrlicher Renaissance-Bau- des " Unteren Marktes " angekauft und im Zuge einer umfassenden Restaurierung als zentrales Kulturzentrum der Stadt eingerichtet.

Die Stadtgemeinde unterstützt auch seit vielen Jahren die Restaurierung des Stiftes Herzogenburg, das 2012 sein 900-jähriges Bestandsjubiläum feiert, mit beträchtlichen Mitteln aus dem Gemeinde - Budget.

Die durch das Stift mit beachtlicher Unterstützung der Stadt durchgeführten jährlichen " Kinder-Sommerspiele " sind nicht nur pädagogisch besonders wertvoll sondern fördern auch den Bekanntheitsgrad der Stadt im In- und Ausland.

Herzogenburg heute ist Industriestadt und mit den Stiftsanlagen Herzogenburg und St. Andrä an der Traisen sowie der prunkvollen barocken Kirche und dem ebenfalls barocken Schloss mit "Barockmuseum" in Heiligenkreuz-Gutenbrunn auch das niederösterreichische "Barockjuwel" im Traisental.

Vergangenheit und Gegenwart greifen also in der modernen "Stadt unter dem Herzogshut" mit etwa zehntausend Einwohnern harmonisch ineinander, was auch in dem Doppeljubiläum 2012 symbolisch zum Ausdruck kommt: Die ehemaligen Grundmannwerke feiern dann ihr 150-jähriges und das Stift Herzogenburg sein 900-jähriges Bestandsjubiläum.....



Anmerkungen:

Der Autor dankt den Stadträten Franz Mrskos und Gottfried Eder für wichtige Hinweise und Korrekturen, der Stadtbibliothek Herzogenburg für die Bereitstellung von Quellen und Literatur.

[1] Splett, Joachim: Rüdigerstudien, Münster 1964.

Literatur:

Hinweis: Durch das einer konventionellen Verlinkung weit überlegene Textaufbereitungs-System des Austria-Forums können durch einen einfachen Doppelklick auf jedes beliebige Wort sofort weitere Informationen zu einem Begriff abgefragt werden. So zeigt etwa ein Doppelklick auf den durch die Revolution von 1848 entstandenen Begriff "Gebietskörperschaften" sofort, was staatsrechtlich darunter zu verstehen ist, nämlich Gemeinden, Märkte und Städte im Gegensatz zu den grundherrschaftlichen Territorien bis 1849. Konventionell verlinkt wurde daher nur hermeneutisch besonders relevante Bereiche der Textgestaltung.


Literaturergänzung:

  • Glaubauf, Karl, Mrskos, Franz: 125 Jahre Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie für Herzogenburg, Festschrift, Herzogenburg 2013.

-- Glaubauf Karl, Dienstag, 17. September 2013, 11:14