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Das Einsatzkommando Cobra#

von Hanna Kornberger; HS Markt Hartmannsdorf, 3b; Betreuung: Weingerl; 78 Punkte;

Das Einsatzkommando Cobra ist Teil der österreichischen Polizei und für die Bekämpfung von Terrorismus, für die Festnahme von bewaffneten und gefährlichen Personen und für Personenschutz zuständig. Auch sind sie als Airmarshal für die Sicherheit der Passagiere an Bord von Flugzeugen der AUA Gruppe verantwortlich.


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Bundespolizeiabzeichen EKO Cobra
Foto: Wikimedia Commons: Abzeichen

Geschichte#

Anfang der 70er Jahre wanderten verstärkt russische Emigranten über Österreich nach Israel aus. Zur Sicherung dieser ständig steigenden Anzahl von Personen wurde am 01.05.1973 das „Gendarmeriekommando Bad Vöslau“ gegründet. Die Hauptaufgabe dieser Einheit war der Schutz der Emigranten, die Gefahr eines Terroranschlages wurde nicht gesehen. Dies änderte sich am 28.09.1973, als zwei schwer bewaffnete palästinensische Terroristen ein altes jüdisches Auswandererehepaar und einen österreichischen Zollbeamten als Geisel nahmen. Die Geiselnahme verlief unblutig, hinterließ aber bei der österreichischen Polizei einen tiefen Schock. Man hatte erkannt, dass die Polizei dem Terrorismus nichts entgegenstellen konnte. Schlussendlich wurde mit der Ermordung des deutschen Arbeitgeberpräsidenten Hans-Martin Schleyer durch die RAF (Rote Armee Fraktion) die Notwendigkeit zur Errichtung einer Antiterroreinheit in Österreich erkannt. Mit 01.01.1978 wurde das „Gendarmerieeinsatzkommando (GEK)“ ins Leben gerufen. Das „Gendarmerieeinsatzkommando“ wurde direkt beim Bundesministerium für Inneres angesiedelt und untersteht daher unmittelbar dem Generaldirektor für öffentliche Sicherheit. Das GEK war somit für ganz Österreich zuständig. Seit der Gründung des Gendarmerieeinsatzkommandos nahmen die Aufgaben aber auch die Anzahl der Mitarbeiter zu, weshalb die bisherige Kaserne zu klein wurde. Mit 26.10.1992 wurde in Wiener Neustadt die neue Einsatz- und Ausbildungszentrale bezogen. Nach den schrecklichen Terroranschlägen in den USA am 11.09.2001 wurden weltweit und auch in Österreich die Sicherheitssysteme überprüft. Als Ausfluss dessen führte man die bestehenden Sondereinheiten der Polizei und Gendarmerie zusammen und rief mit 01.07.2002 das „Einsatzkommando Cobra“ ins Leben. Unter der Vorgabe innerhalb von 70 min an jedem Punkt in Österreich sein zu kommen, wurden vorerst 4 Standorte und 3 operative Außenstellen gegründet. Mit 01.07.2005 kam zusätzlich der Standort Wien dazu.

Standorte#

  • Wiener Neustadt: Einsatz- und Ausbildungszentrale
  • Wien
  • Süd: Graz mit der operativen Außenstelle Krumpendorf
  • Mitte: Linz mit der operativen Außenstelle Salzburg
  • West: Innsbruck mit der operativen Außenstelle Gisingen

Namensgebung#

Von den Leistungen und Methoden der Beamten beeindruckt, gaben Journalisten dem GEK in Anlehnung an die amerikanische Fernsehserie „Cobra, übernehmen sie“ (Originaltext: „Mission Impossible“) den Beinamen „Cobra“. Dieser Name wurde immer geläufiger, weshalb bei der Neustrukturierung im Jahre 2002 der Name „Einsatzkommando Cobra“ als offizielle Bezeichnung der Sondereinheit eingesetzt wurde. Gleichzeitig wurde auch die Kobra offiziell als Zeichen der Sondereinheit verwendet.

Aufgaben#

Das Einsatzkommando Cobra hat vielfältige Aufgaben zu bewältigen. Die Hauptaufgaben sind:

• Beendigung von Geiselnahmen • Bewältigung von Amoklagen • Festnahme von bewaffneten und gefährlichen Gewaltverbrechern • Schutz der im Ausland befindlichen österreichischen Missionen (Botschaften und Konsulate) • Personenschutz • Airmarshal

Nicht nur seit den Terroranschlägen in den USA 2001 ist die internationale Zusammenarbeit wichtig zur Bekämpfung und Verhinderung terroristischer Anschläge und organisierter Kriminalität. Innerhalb der Europäischen Union wurde zum Zwecke der intensiven Zusammenarbeit der europäischen Sondereinheiten der Atlas-Verbund gegründet. In diesem werden gemeinsame Standards erarbeitet und gemeinsame Trainings durchgeführt. Wesentlich sind die intensive Zusammenarbeit und der Informationsaustausch.

Ausbildung#

Jeder Polizist oder jede Polizistin kann zur Cobra gehen. Voraussetzung sind der positive Abschluss der Polizeischule und 2 Jahre Außendienst. Wenn bei der Cobra Einsatzbeamte benötigt werden, wird eine Interessentensuche durchgeführt. Die Interessenten haben sich einem Auswahlverfahren zu stellen.

Grundausbildung

Bei dieser müssen sportmotorische, schießtechnische, psychologische und medizinische Tests bestanden werden. Nach Abschluss werden aufgrund von erreichten Punkten die Besten zur Basisausbildung zugelassen. Diese findet in Wiener Neustadt statt und dauert 6 Monate. Bei dieser Grundausbildung wird besonderes Merkmal auf Taktik, Schießen, Nahkampf, Seiltechnik, Sport und Englisch gelegt.

Sonderausbildung

Für die Bewältigung der speziellen Aufgaben werden über diese Fähigkeiten hinaus auch weitere Spezialisten benötigt. Aus diesem Grunde werden innerhalb der Cobra noch Präzisionsschützen, Fallschirmspringer, Einsatztaucher, Einsatzsprenger, Zugriffshundeführer, Einsatztechniker und Fahrtechniker ausgebildet.

Zurzeit arbeiten mehr als 400 Polizistinnen und Polizisten beim Einsatzkommando Cobra. Unter diesen sind augenblicklich 2 Frauen, die absolut gleiche Leistungen erbringen wie ihre männlichen Kollegen.

Leistungsgrenze#

Bei der Cobra gibt es keine Altersgrenze, sondern ausschließlich eine Leistungsgrenze. Solange die jährlich abgeprüften Leistungen in Sport, Schießen, Nahkampf und Seiltechnik erbracht werden, können die Einsatzbeamten bei der Cobra bleiben. Wenn diese Leistungen nicht mehr erbracht werden, müssen sie zu den jeweiligen Polizeidienststellen zurückgehen.

Anforderung#

Die Cobra wird nicht nur über Auftrag des Generaldirektors für die öffentliche Sicherheit tätig, sondern wird auch von jedem Polizisten oder jeder Polizistin angefordert, wenn diese Unterstützung bei der Festnahme von gefährlichen und bewaffneten Tätern benötigen.


Einsatzkommando_Cobra_Tag_des_Sports_Wien_2008_a.jpg
Einsatzkommanda Cobra Vorführung Tag des Sports Wien 2008
Foto: Manfred Werner, aus Wikimedia Commons hier

Interview mit Major Kurt Kornberger (Mitglied des EKO Cobra)#

Frage: Warum sind Sie zur Cobra gegangen?

Antwort: Ich war insgesamt 14 Jahre bei der Kriminalpolizei in Graz. Nach dieser Zeit wollte ich etwas Neues machen. Auch hat mich die Cobra immer schon interessiert und fasziniert, da sie innerhalb der Polizei eine Sonderstellung hat. Die Cobra steht für Professionalität in der Arbeit. Wenn die Cobra gerufen wird, muss sie die Situation lösen, egal wie gefährlich oder schwierig die Aufgabe ist – nach der Cobra kommt keine Sondereinheit mehr.

Frage: Welche Ausbildungen haben Sie gemacht?

Antowrt: Ich musste mich wie jeder andere Polizist dem Auswahlverfahren stellen. Nach der Qualifikation habe ich die 6-monatige Grundausbildung in Wiener Neustadt absolviert. Zu dieser gehören auch die Hubschrauberausbildung, 200m Abseilen von einem Felsvorsprung, das Bestehen des „Hells Day“ (24 Std Dauerbelastung) und vieles mehr. Danach habe ich auch noch die Ausbildung zum Airmarshal und zum Personenschutzkommandanten gemacht.

Frage: Was gefällt Ihnen an der Arbeit bei der Cobra?

Antwort: Ich bin überzeugt von der Professionalität, mit welcher an die Lösung von Aufgaben herangegangen wird. Innerhalb der Cobra wird mit dem Verständnis gearbeitet, dass wir als Sondereinheit jede noch so schwierige Aufgabe lösen müssen und sehen uns weiters auch als Serviceleister für jede Polizistin und jeder Polizisten. Die Mitarbeiter der Cobra sind hochmotiviert und engagiert, weshalb das Arbeiten einfach Spaß macht.

ATV Reportage zum Einsatzkommando Cobra auf youtube: Teil 1 Teil 2 Teil 3

EKO Cobra auf Facebook hier

Recherchen von Hanna Kornberger#

  • Quelle 1: Gollner, Markus: Das Einsatzkommando Cobra. Speed Action Surprise. Imprint Verlag, Ort 2008.

  • Quelle 2: Fachgespräch mit Innenministerin Maria Fekter. In: EKO Cobra und Europäischer Spezialeinheitenverbund Atlas. Bundesministerium für Inneres. Interview am 12. Jänner 2011.

  • Quelle 3: Interview: mit Major Kurt Kornberger (Mitglied des Einsatzkommando Cobra). Interview im März 2013