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Wind- und Wassertage#

Um 1900 beging man in Niederösterreich die Wind- und Wassertage. Am 29. Dezember legten die Bauern Reste aller Speisen des Tages auf die Zaunpflöcke. Das Futter für die "Windsbraut" wurde von den Vögeln gefressen. In manchen Gehöften stellte die Bäuerin eine Schüssel Milch als "Windfutter" vor das Haus.

Im Bezirk Horn leerte man die Speisenreste am Christtag (25. Dezember) unter die Obstbäume, sprach "Was ich dir gib, das gib mir wieder" und nannte dies "Bamschatzen". Im Pöggstaller Bezirk wurden auch Feuer und Brunnen gespeist. In der Wechselgegend sollte während der "Windfeita" kein Rad gehen und kein Wind erzeugt werden. Am Abend stellte man dem Wind auf Zaunpfählen oder bei den Dachluken ein Schüsselchen Mehl hinaus, damit er das ganze Jahr keinen Schaden anrichte.

Am 30. Dezember, dem Wassertag, nahm der Oberbursche des Müllers einen Teil von jedem Gericht und warf es in den Wehrtümpel vor dem Mühlrad. Diesen Brauch nannte man "Wassermanndl streuen".


Quellen:
Johannes Mayerhofer (Hg. Karl Klier) Volksleben im Land um Wien. Wien 1969, S. 58f. (auch Bild)
Leopold Teufelsbauer: Jahresbrauchtum in Österreich I. Wien 1935, I/11, 25 f.