Drtil, Rudolf#
(auch: Dertil)
* 26. 3. 1911, Wien
† Datum unbekannt
Laufbursche und Kanzleidiener
Seit Februar 1932 in der NSDAP. Der Gefreite des Infanterieregiments Nr. 3 wurde wegen nationalsozialistischer Umtriebe aus dem Bundesheer entlassen.
Am 3. 10. 1933 verübte er im Vestibül des Parlamentsgebäudes auf Bundeskanzler Dollfuß ein Revolverattentat. Ein Schuss durchschlug den rechten Oberarm, ein weiterer traf die Herzgegend, prallte aber an einer Rippe ab und verursachte nur geringfügige Verletzung.
Drtil wurde wegen "verminderter Zurechnungsfähigkeit" zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Am Tag nach der Verurteilung wurde in Österreich die Todesstrafe wieder eingeführt. Einige Quellen spekulieren, dass diese dann auch auf Drtil angewendet wurde.
Literatur#
- Das große Buch der Österreicher – 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild (1987), ed. W. Kleindel & H. Veigl, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien, 615 S.
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