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Meyer, Conny Hannes#

* 18. 6. 1931, Wien


Schauspieler, Regisseur, Theaterleiter, Schriftsteller


Conny Hannes Meyer. Foto, 1994, © Die Presse/Michaela Seidler, für AEIOU
Conny Hannes Meyer. Foto, 1994
© Die Presse/Michaela Seidler, für AEIOU
Conny Hannes Meyer wurde am 18. Juni 1931 in Wien geboren.


Er war von 1938 bis 1945 (als halbjüdisches Kind) aus "rassischen" Gründen interniert.

Nach einer Schriftsetzerlehre lernte er im damaligen Wiener Avantgardetheater "Scala" Bert Brecht und seine Arbeit kennen. Dadurch erhielt er seine wahrscheinlich wesentlichste stilistische und inhaltliche Prägung.

1956 gehörte Meyer zu den Gründungsmitgliedern des Theaters "Experiment am Liechtenwerd" und gründete 1958 ein eigenes Ensemble "Die Komödianten", die ab 1963 im "Theater am Börseplatz" spielte.


Die kleine Bühne entwickelte sich in diesen Jahren zu einem Avantgardetheater, das viele andere Kellertheater hinter sich ließ. Meyer machte durch gewagte Inszenierungen auf sich aufmerksam: neben eigenen Dramen wie "Hamlet in Mauthausen" brachte er Bearbeitungen moderner und zeitgenössischer Texte auf die Bühne - so etwa die Uraufführung von Georg Trakls Fragment "Blaubart - ein Puppenspiel".

In die Theatergeschichte ging er aber nicht nur als Entdecker nonkonformistischer Bühnenautoren ein, sondern auch als einer jener Theaterleiter, die dem damals herrschenden "Brecht-Boykott" ein Ende bereiteten.


1974 erfolgte der Umzug der Komödianten ins Theater im Künstlerhaus (der Umbau erfolgte in erster Linie nach seinen Vorstellungen).

Seit der Auflösung der "Komödianten" (1985) ist Conny Hannes Meyer als freier Regisseur und seit 1992 auch bei der wieder belebten "Theaterarbeit im Burgenland" tätig.


Er inszenierte u.a. am Akademietheater (z.B. Handkes "Ritt über den Bodensee"), im Kleinen Theater in der Josefstadt, im Theater am Kärntnertor, am Volkstheater und an anderen Bühnen. Sein Theater war immer politisch engagiert und couragiert, stilistisch an Brecht orientiert.


2005 veröffentlichte er seine Autobiografie, in der er über seine Internierung im KZ Mauthausen schreibt.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Preis des internationalen Theaterfestivals in Nancy, 1958
  • Kainz-Medaille für die Inszenierung von Brechts "Die Ausnahme und die Regel", 1970
  • Ehrenmedaille der Internationalen Nestroy-Gesellschaft,
  • Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien, 2011


Werke (Auswahl):

Lyrik

  • Den Mund von Schlehen bitter, 1960
  • Abseits der Wunder, 1963
  • Abschied. Siebzehnzeilig (Neuveröffentlichung, 2011)
  • Ab heute singst du nicht mehr mit. Aufzeichnungen einer Kindheit (Autobiografie), 2006

Literatur#

  • W. Schlögl, C. H. Meyer und seine Komödianten, 2 Bände, Dissertation, Wien 1994

Quellen#



Redaktion: I. Schinnerl