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Ottokar aus der Gaal #

(eigentlich Otacher ouz der Geul, gelegentlich Ottokar von Steiermark, früher nach W. Lazius fälschlich auch Ottokar von Horneck)

* um 1265

† zwischen 1319 und 1321

steirischer Dichter und Geschichtsschreiber


Aus dem Geschlecht der Herren von Strettweg. Im Dienst der Liechtensteiner, war er vermutlich zeitweise Fahrender, ab 1304 urkundlich in der Steiermark sesshaft; war an Kriegszügen beteiligt und führte Reisen mit diplomatischen Aufträgen durch. Seine "Österreichische Reimchronik" mit fast 100.000 Versen ist das erste umfassende Geschichtswerk in deutscher Sprache. Sie umfasst den Zeitraum 1246-1309 und beschreibt die Geschichte des Heiligen Römischen Reichs, die Landesgeschichte Österreichs und der Steiermark nach historischen und dichterischen Quellen. Von der Weltchronik des Ottokar aus der Gaal, die zum Teil Kaisergeschichte war, ist nichts überliefert.

Ausgabe#

  • J. Seemüller in: Monumenta Germaniae Historica, Deutsche Chroniken 5, 1893.

Literatur#

  • M. Loehr, Der steirische Reimchronist, 1946
  • E. Kranzmayer, Die steirische Reimchronik Ottokars, 1950


Der Grazer Schriftsteller Dr. "Walter Zitzenbacher", selbst ein begeisterter Tauernbergsteiger, erwähnte in seiner Serie "Dichter auf steirischen Burgen" den Reimchronisten "Ottokar aus der Gaal", der auf Schloß Maßweg in der Ingering lebte. Seine 100.000 Verse umfassende Reimchronik gilt als "das erste umfassende Geschichtswerk in deutscher Sprache, das ausgesprochen geschichtskundliche Absichten verfolgt". Aus seiner Sicht, von der Gaal ausgehend, schildert Ottokar große geschichtliche Ereignisse der Jahre 1246 bis 1310 in aller Welt, aber auch das kleinere Geschehen in der Heimat, wie eine Heuschreckenplage. Auch die letzen Tage des Minnesängers "Ulrich von Lichtenstein" sind der Reimchronik zu entnehmen. Lichtenstein den Zitzenbacher in seinem Buch "Narr im hohem Dienst" verewigt hat, lebte übrigens auch zeitweise im Banne der Niederen Tauern – die Frauenburg liegt an ihrem Rand. Die Chronik des Ottokar aus der Gaal hat einen weiten Weg gemacht, und befindet sich heute unter den Schätzen der Universitätsbibliothek in Upsala. Autorenbuch Buchenauer wiki

--Mayer Bruno, Mittwoch, 2. Februar 2011, 16:10