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Veterinärmedizinische Universität Wien#

Rektorin: Ao. Univ.-Prof. Dr. Petra Winter, Dipl. ECBHM#


Die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna) ist die einzige veterinärmedizinische, akademische Bildungs- und Forschungsstätte Österreichs und zugleich die älteste im deutschsprachigen Raum. (Die Geschichte reicht bis in in die Zeit Kaiserin Maria Theresias zurück, die 1765 verfügte, "eine Lehrschule zur Heilung der Viehkrankheiten" zu gründen.)

Diese Schule, deren wissenschaftliche Entwicklung von Humanmedizin und Militär geprägt wurde, war Vorbild für weitere veterinärmedizinische Schulen in der Habsburgermonarchie und im restlichen Europa.

Heute forscht die Vetmeduni Vienna an Themen, die für die Gesellschaft bedeutend sind. Ihr Augenmerk gilt der Tiergesundheit ebenso wie der präventiven Veterinärmedizin, dem öffentlichen Gesundheitswesen genauso wie der Lebensmittelsicherheit.

Veterinärmedizinische Universität Wien
Veterinärmedizinische Universität Wien
Foto: wdwd. Aus: Wikicommons


Die Veterinärmedizinische Universität Wien ist gegliedert in 5 Departments (Department für Biomedizinische Wissenschaften, Pathobiologie, Nutztiere und öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin, Kleintiere und Pferde, Interdisziplinäre Lebenswissenschaften), in denen mehrere Institute oder Kliniken zusammengefasst sind, und in interdisziplinäre Einrichtungen. Eine spezielle Einrichtung der Veterinärmedizinischen Universität Wien stellt das Tierspital dar.

Die Vetmeduni Vienna bildet derzeit (Studienjahr 2018/19) ca. 2.300 Studierende aus. Der Campus in Wien Floridsdorf verfügt über fünf Universitätskliniken und modernste Forschungsinfrastruktur; zwei Forschungsinstitute am Wiener Wilhelminenberg sowie ein Lehr- und Forschungsgut in Niederösterreich gehören ebenfalls dazu.


Geschichte

Die Veterinärmedizinische Universität Wien zählt zu den drei ältesten Institutionen ihrer Art weltweit. Nach Lyon (Gründungsakt 1761, Eröffnung 1762) und der ebenfalls 1765 gegründeten Schule in Alfort bei Paris war sie die erste Veterinärschule im deutschsprachigen Raum.

Sie wurde 1765 auf Anregung Gerard van Swietens von Maria Theresia als "Lehrschule zur Heilung der Viehkrankheiten" gegründet. Da der Fokus der Wiener Veterinärmedizin zunächst noch auf dem Pferd lag, wurde sie allerdings 1767 zunächst als "K.k. Pferde-Curen- und Operationsschule" eröffnet; erst 1775 rückten mit dem Lehrstuhl für Viehseuchenkunde an der medizinisch-chirurgischen Fakultät Wien auch Nutztiere in den Blickwinkel. Doch erst die Eröffnung des "K.k. Thierspitals" 1776 ermöglichte eine umfassende Lehre, Forschung und Behandlung kranker Nutztiere und Pferde.

Die Geschichte der Wiener Veterinärmedizin blieb bis Mitte des 19. Jahrhunderts eng mit der Geschichte der medizinisch-chirurgischen Fakultät der Universität Wien verbunden: alle Professoren am Wiener "Tierarznei-Institut", der 1808 gegründeten Nachfolger-Einrichtung des Tierspitals, waren Absolventen der Wiener Humanmedizin; 1812 wurde das Tierarznei-Institut schließlich in die medizinisch-chirurgische Fakultät der Universtät Wien eingegliedert, was es bis 1850 auch blieb.

1823 wurde der Neubau in Wien 3 bezogen; von 1850 bis 1920 war es als "Militär-Tierarzneiinstitut" dem Kriegsministerium unterstellt.

Von 1897 bis 1905 wurde der Name "K. u. k. Militär-Tierarzneiinstitut und Tierärztliche Hochschule" geführt; die Ausbildung zum Tierarzt war Personen mit unterschiedlicher Vorbildung (zum Beispiel Kurschmiede und Zivilhörer mit Reifeprüfung) möglich. Erst 1905 nach Gründung einer Militär-Veterinärakademie in Wien (ebenfalls mit Reifeprüfung als Eintrittsvoraussetzung) konnte die Tierärztliche Hochschule eine eigene Entwicklung nehmen (1908 Promotionsrecht, 1909 Recht der freien Rektorswahl durch das Professorenkollegium), 1920 wurde sie unter die Verwaltung des Unterrichtsministeriums gestellt und 1975 zur Universität (mit 25 Instituten) erhoben. 1957 erhielt sie die landwirtschaftliche Domäne Merkenstein (Niederösterreich) als Lehr- und Forschungsgut.

1995/96 erfolgte die Übersiedlung in den nach Plänen von Sepp Stein errichteten Neubau in Wien 21.

Durch das Universitätsorganisationsgesetz 2002 wurde die Einrichtung eine selbstständige Organisation.

Heute stellt sich die Veterinärmedizinische Universität Wien als einzigartige Fachuniversität in Österreich dar. Sie bildet nicht nur die zukünftigen Tierärztinnen und Tierärzte aus, sondern treibt auch die Forschung und Weiterbildung im Arbeitsfeld der Gesundheit von Tier, Mensch und Umwelt stetig voran – im interdisziplinären und internationalen Kontext.

Europaweit zählt sie zu den führenden veterinärmedizinischen Forschungs- und Ausbildungsstätten, wie auch die Evaluierungen der European Association of Establishments for Veterinary Education (EAEVE) regelmäßig belegen.

Literatur#

  • 200 Jahre Tierärztliche Hochschule in Wien, Festschrift, 1968

Quellen#