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Wiener Fürstentag (Kongress) 1515#

Treffen Kaiser Maximilians I. mit den Jagiellonen Wladislaw von Böhmen und Ungarn sowie Sigismund von Polen. Nach Vorverhandlungen in Preßburg wurden am 20. 5. 1515 die Vorverträge unterzeichnet. Am 16. 7. trafen sich die Herrscher auf einem Hügel bei Trautmannsdorf an der Leitha, und am 17. 7. erfolgte der Einzug in Wien. Am 19. 7. begann der Kongress in der Hofburg, am 20. und 21. 7. folgten die Schlussverhandlungen. Prinz Ludwig von Ungarn wurde von Maximilian I. adoptiert und zum Generalreichsvikar bestellt. Außerdem wurden 2 Heiratsverträge geschlossen, der eine zwischen Ludwig von Ungarn und Maria von Österreich, der andere zwischen Maximilian (als Stellvertreter seiner Enkel Karl oder Ferdinand) und Anna von Ungarn andererseits: Wenn Karl oder Ferdinand nach 1 Jahr den Heiratsvertrag nicht abschließen würden, sollte Maximilian selbst Anna heiraten. Sie wurde dem Kaiser zur Erziehung übergeben, der Vollzug der Ehe sollte wegen des Alters der Kinder später erfolgen. Mit dem Polenkönig schloss Maximilian einen Friedens- und Freundschaftsvertrag. Die meisten Verträge wurden auf den 22. 7. 1515 datiert, an dem die Doppelhochzeit gefeiert wurde; am 28. 7. 1515 fand die feierliche Schlusskundgebung in Wien statt, den Abschluss bildeten ein Besuch in Wiener Neustadt und eine Hirschjagd. Den Kongress, der nicht weniger als ein Feldzug kostete, finanzierte J. Fugger. Der Erfolg der Heiratspolitik Maximilians schuf die Grundlage für den Aufstieg Österreichs zur europäischen Großmacht.

Literatur#

  • H. Wiesflecker, Kaiser Maximilian I., Band 4, 1981