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vom 07.05.2017, aktuelle Version,

ÖBB 5144

ÖBB 5144
5144.04 als Sonderzug im Bahnhof Oberpullendorf (1992).
5144.04 als Sonderzug im Bahnhof Oberpullendorf (1992).
Nummerierung: ÖBB 5144.001–005
Anzahl: ÖBB: 5
Hersteller: Simmering
Baujahr(e): 1951
Ausmusterung: 1993
Achsformel: Bo'2'
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 23,520 m
Länge: 18,420 m
Drehzapfenabstand: 13,300 m
Drehgestellachsstand: 4.100 mm / 3.200 mm
Gesamtradstand: 17,050 m
Dienstmasse: 48,3 t
Radsatzfahrmasse: 15,25/15,37/11,75/11,75 t
Höchstgeschwindigkeit: 115 km/h
Traktionsleistung: 310 kW
Anfahrzugkraft: 38 kN
Treibraddurchmesser: 900 mm
Laufraddurchmesser: 900 mm
Motorentyp: SGP, R12a
Nenndrehzahl: 1300/min
Antrieb: Vierwandler-Turbogetriebe
Zugheizung: Dampfkessel
Sitzplätze: 64

Die ÖBB 5144 war eine Verbrennungsmotortriebwagenreihe der ÖBB.

Nachdem viele BBÖ VT 42 und BBÖ VT 44 nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf Grund der Kriegseinwirkungen nicht mehr einsatzfähig waren und der Neubau von Dieseltriebwagen wegen der zerstörten Werkstätten kurzfristig nicht möglich schien, entschloss man sich aufgrund des dringenden Bedarfs fünf Steuerwagen, welche ursprünglich für die Reihe VT 44 beschafft worden waren, unter Verwendung von Tauschteilen der BBÖ VT 44 in Triebwagen umzubauen.

5144.01 als Denkmalfahrzeug beim Ghegadenkmal am Bahnhof Semmering

Auch Motor und Getriebe stammten von der Reihe VT 44. Die Triebwagen unterscheiden sich jedoch in einigen Details gegenüber dem VT 44: Die verwendeten Steuerwagen waren etwas länger und unterschieden sich im Aussehen. Der Kasten besteht aus Stahl und der Fahrgastraum bot für 64 Personen Platz.

Die fünf Triebwagen wurden ab 1951 in Betrieb genommen, vorerst hießen sie VT 44.50-54. Im ÖBB-Nummernschema von 1953 erhielten sie die Nummern 5144.01-05.

Anfangs wurden die 5144 im Schnellverkehr eingesetzt, ihr Aufgabengebiet wanderte aber allmählich in den Nebenbahndienst ab. Ihre Haupteinsatzgebiete lagen im Großraum Wien und Wiener Neustadt einschließlich Wald- und Weinviertel.

Ab 1979 erfolgten anlässlich von Ausbesserungen noch dringend notwendige Verbesserungen zwecks Reduzierung der Lärmbelastung für den Triebfahrzeugführer, weiters kamen neue Heizkessel und neue Stirnfenster zum Einbau.

Der Planeinsatz der VT 5144 endete, aufgrund der Neubeschaffung der VT 5047, im Mai 1991 auf der Lokalbahn Siebenbrunn–Engelhartstetten [1]. Die beiden verbliebenen Triebwagen wurden danach in Wien Nord als Reserve hinterstellt. 5144.003 war im August 1991 für einige Tage als Ersatz für einen ausgefallenen 5145-Triebwagen zwischen Laa an der Thaya und Mistelbach im Einsatz [2]. Erst am 1. Februar 1993 schied der 5144.04 als Letzter seiner Reihe aus dem Plandienst aus und findet seither als Museumsfahrzeug Verwendung.

Weitere 5144 sind noch als Exponate erhalten, so der 5144.01 als Denkmal am Bahnhof Semmering sowie der 5144.03 beim Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg.

Literatur

  • Günter Kettler: Dieseltriebwagen der ÖBB, Verlag bahnmedien.at, Wien 2011, ISBN 978-3-9502648-7-6
  • Markus Inderst: ÖBB-Fahrzeuge. Lokomotiven und Triebwagen der Österreichischen Bundesbahnen. GeraMond, München 2002, ISBN 3-932785-19-3
  • Roland Beier: Kleine Typenkunde österreichischer Triebfahrzeuge. transpress Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-613-71141-9
  Commons: ÖBB 5144  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Reihe 5144 nicht mehr im Planverkehr. In: Schienenverkehr Aktuell, Heft 7, Jahrgang 1991, S. 14
  2. Reihe 5144 im Einsatz. In: Schienenverkehr Aktuell, Heft 10, Jahrgang 1991, S. 15