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vom 10.06.2017, aktuelle Version,

Österreichische Rundfunksender

Österreichische Rundfunksender
Rechtsform GmbH & Co KG
Gründung 2004-12-10
Sitz Wien 11, Würzburggasse 30 (ORF-Zentrum Wien)
Leitung Norbert Grill, Michael Wagenhofer (Geschäftsführer, Stand 2017)[2]
Branche Übertragung von Rundfunk und Rundfunkzusatzdiensten
Website www.ors.at

Die Österreichische Rundfunksender GmbH & Co KG (ORS, englisch Austrian Broadcasting Services)[3][2] ist ein Serviceunternehmen für analoge und digitale Rundfunk­übertragung, und gehört zum staatlichen Österreichischen Rundfunk (ORF). Die ORS mit Sitz in Wien-Hietzing, am Küniglberg, betreibt für den Österreichischen Rundfunk 1795 Sendeanlagen an 430 Standorten und ist auch als Rundfunk-Dienstleister für zahlreiche private Fernseh- und Radioanbieter tätig. Darüber hinaus bietet die ORS Services im Bereich der Standortmitbenutzung (Co-Location) ihre Infrastruktur für Mobilfunker und Blaulichtdienste an und fungiert als Dienstleister im Rundfunk-Satellitenbereich.

Die ORS ging aus der ORF-Sendetechnik hervor, die zum 1. Jänner 2005 in die ORF-eigene Tochtergesellschaft ausgegliedert wurde. Im Juli 2005 verkaufte der ORF 40 % seiner Tochtergesellschaft an die zur niederösterreichischen Raiffeisen-Gruppe gehörende Medicur-Holding. Seit 2014 sind mit insgesamt 25,1 % die Tochtergesellschaften ORF-Enterprise und ORS am österreichischen Start-up Flimmit beteiligt.

DVB-T

Am 26. Oktober 2006 startete die ORS nach einem mehrmonatigen Testbetrieb die Abstrahlung des digitalen terrestrischen Fernsehens (DVB-T) in den Ballungsräumen von Österreich.
Die ORS betreibt derzeit zwei DVB-T Plattformen (Multiplexe A und B) sowie einen Multiplex in DVB-T von regionalen Fernsehanbietern (MUX C):

  • MUX A österreichweit (außer W,NÖ, Bgld.) mit ORF eins, ORF 2 (in zwei Versionen), ATV
  • MUX C LT1 und dorf.tv (Lichtenberg),

Die beiden Mux C am Kahlenberg und Jauerling wurden seitens des Inhalteanbieters abgeschaltet. Der Mux C in Wien wurde in Folge von der ORS übernommen, ebenso wie die Multiplexe in Innsbruck und Bregenz. Dort werden ATV2, GoTV sowie Regionalprogramme gesendet.

Die Multiplexe vom Pfänder,Patscherkofel, Sender im Raum Wien senden in DVB-T2.

Der MUX C Salzburg Plus wurde eingestellt.

DVB-T2

Seit dem 12. April 2010 fand in Wien ein Versuchsbetrieb für DVB-T2 statt.[4] Dabei wurden die Programme ORF eins HD, ORF 2 HD und Servus TV HD sowie die Radioprogramme Ö1, Ö3 und FM4 auf Kanal 65 (826 MHz) vom Sender Kahlenberg gesendet. Dabei wurden verschiedene Sendeparameter getestet.[5] Der Versuchsbetrieb lief bis zum 31. März 2013.[6]

Der offizielle Start von DVB-T2 unter dem Markennamen SimpliTV[7] erfolgte am 15. April 2013 österreichweit und bietet bis zu 40 Programme je nach regionaler Verfügbarkeit über die Antenne. Für den Empfang des gesamten Pakets ist eine monatliche Gebühr von zehn Euro, zusätzlich zur Rundfunkabgabe, zu bezahlen. Der Empfang von Servus TV HD und der ORF Programme in HD sowie in den bereits auf DVB-T2 umgestellten Mux-B-Regionen auch weitere österreichische Programme ist nach Registrierung gratis. Jedoch erfolgt die Übertragung verschlüsselt, daher ist ein im Handel erhältliches CI+-Modul (in Verbindung zwingend mit einem DVB-T2 Gerät; DVB-T-Geräte sind mit Ausnahme von speziellen Kopfstationen nicht geeignet) oder eine Settop-Box von SimpliTV notwendig.

Derzeit betreibt die ORS folgende Multiplexe in DVB-T2:

  • Mux A (nur in den umgestellten Regionen W,N,Bgld.)
  • Mux B (in allen Regionen)
  • Mux C (Pfänder, Patscherkofel, Sender im Raum Wien)
  • Mux D (regionalisiert, je nach Sendeanlage und Bundesland)
  • Mux E
  • Mux F

DVB-S / S2

Die ORS betreibt derzeit Uplinks für fünf Transponder der Astra-Satelliten auf 19,2° Ost:

Transponder Frequenz Polarisation Symbolrate FEC Modulation Programme
TR3 11244 MHz Horizontal 22.000 5/6 QPSK (DVB-S) ORF SPORT +, ATV2, Schau TV, ATV HD, Bibel TV HD
TR5 11273 MHz Horizontal 22.000 2/3 8PSK (DVB-S2) ORF SPORT + HD, ORF III HD, ORF2HD Bundesländer
TR7 11303 MHz Horizontal 22.000 2/3 8PSK (DVB-S2) ORF eins HD, ORF 2 HD, Servus TV HD, Servus TV Deutschland HD
TR115 12663 MHz Horizontal 22.000 5/6 QPSK (DVB-S) ORF III, goTV, LT1, Servus TV, Servus TV Deutschland, BTV, Sixx Austria, Radio
TR117 12692 MHz Horizontal 22.000 5/6 QPSK (DVB-S) ORF eins, ORF 2, ORF2E, ATV, Hitradio Ö3

DVB-H

Die ORS hatte vom 1. Juni 2006 bis zum 31. Mai 2007[8] die Bewilligung für ein Pilotprojekt und strahlte einen Multiplex im DVB-H-Format aus. Die Ausstrahlung wurde jedoch aufgrund des positiven Erfolgs bis zum 1. Februar 2008 fortgesetzt.

Die ORS stellte 2007 einen Antrag bei der Ausschreibung der RTR für den MUX D. Da sie aber ohne die geforderten Voraussetzungen – sie hatte keinen Programmaggregator – teilnahm, wurde die ORS abgewiesen. In der Berufung hatte die ORS ebenfalls keinen Erfolg.

Mit 29. Februar 2008 wurde der MEDIA BROADCAST GmbH die Zulassung zum Betrieb des MUX D, auf dem ausschließlich DVB-H ausgestrahlt wird, erteilt.[9] Ab Juni 2008 erfolgte der gemeinsame Aufbau des DVB-H Netzes unter Kooperation mit der ORS. Rechtzeitig vor den Olympischen Spielen in Peking 2008 konnte in allen Landeshauptstädten der Sendebetrieb aufgenommen werden. Bis August 2008 wurden elf Sendestandorte mit der ORS realisiert. Darunter fielen wichtige Ballungsräume wie Baden oder Steyr.[10]

Die gesamte DVB-H Verbreitung in Österreich wurde mit 31. Dezember 2010 eingestellt.

Digitales Radio (DAB+)

Von 2000 bis Ende 2008 wurden von der ORS in Wien und Innsbruck folgende Radioprogramme digital ausgestrahlt:

Allerdings hat sich Digital Audio Broadcasting (DAB) in Österreich aufgrund fehlender Nachfrage von Programmveranstaltern bis heute noch nicht durchsetzen können. Zudem möchte die ORS abwarten, welcher Standard sich neben DAB (DAB+, DRM, etc.) durchsetzen wird.[11] Mit Ende 2008 wurde die Programmausstrahlung von DAB beendet. [12]

Am 28. Mai 2015 startete ein DAB+ Pilotprojekt mit 15 Programmen im Großraum Wien.

Die ORS strahlt jedoch am Sender Pfänder ausländische DAB-Pakete als Dienstleister für die Nachbarstaaten aus.

Einzelnachweise

  1. Aktuelles Vereichnis: www.senderkataster.at, bmvit – vergl. auch Kategorie:Sendeanlage in Österreich respektive Liste der Hörfunksender in Österreich und Liste deutschsprachiger Fernsehsender („Programme“).
  2. 1 2 Firma Österreichische Rundfunksender GmbH & Co KG in Wien. Firmenbuchdaten Creditreform/firmenabc.at
  3. Impressum. ors.at (anberufen 27. Mai 2017)
  4. ORS Team Blog der Österreichischen Rundfunksender: Start des DVB-T2 Versuchsbetriebes der ORS in Wien, 12. April 2010, abgerufen am 3. Januar 2011.
  5. Österreich startet HDTV-Versuch über DVB-T, digitalfernsehen.de, 12. April 2010
  6. ORS Team Blog der Österreichischen Rundfunksender: Verlängerung des DVB-T2 Versuchsbetriebes, abgerufen am 12. Mai 2012.
  7. Antennen-TV: ORF setzt ab April auf DVB-T2. In: heute.at. 13. März 2013, abgerufen am 5. April 2013.
  8. RTR: Genehmigung für DVB-H Pilotprojekt (Bescheid der KommAustria vom 27. Oktober 2006), abgerufen am 20. Februar 2010.
  9. RTR: Zulassung zum Betrieb von MUX D (Bescheid der KommAustria vom 29. Februar 2008), abgerufen am 20. Februar 2010.
  10. Website ORS: Sendeanlagen DVB-H (Quelle http://blog.ors.at/stories/29614/ am 20. Februar 2010 nicht mehr abrufbar.)
  11. Serviceangebot der RTR: Digitales Antennen-Radio (Memento vom 9. Oktober 2007 im Internet Archive), abgerufen am 20. Februar 2010.
  12. Website ORS: Abschaltung DAB Pilotprojekt und Mittelwelle, 16. Dezember 2008. Abgerufen am 20. Februar 2010.