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vom 18.12.2019, aktuelle Version,

Abraham Stein

Abraham Stein (geboren am 13. Januar 1818 in Wanfried, Kurhessen; gestorben am 18. September 1884 in Prag, Österreich-Ungarn) war ein deutscher Rabbiner.

Leben

Abraham Stein war der Sohn von Nathan Stein. Von 1824 bis 1826 war er, bis zu dessen Tode, Privatschüler seines Onkels in Eschwege. Dann kehrte er nach Wanfried zurück. 1831 arbeitete er als Hauslehrer in Osterode, Königreich Hannover und betrieb dort Privatstudien des Talmuds und des Lateinischen.

Abraham Stein studierte von 1832 bis 1834 am israelitischen Lehrerseminar in Kassel.[1] Danach war er als Lehrer und Hauslehrer tätig. Beim Landesrabbiner Nathan Adler studierte er den Talmud. Sein Abitur legte er am Fuldaer Gymnasium als Externer ab.

Ab 1842 setzte er seine Studien in Bonn und ab 1844 in Marburg fort. Dort legte er 1844 das kurhessische rabbinische Staatsexamen ab. 1843 wurde er Mitglied des Bonner Wingolf.[2]

Von 1845 bis 1847 war er Leiter des Lehrerseminars in Kassel.[1] Er war Anhänger der konservativen „Theologen-Versammlung“ (1846) Zacharias Frankels.

1848 promovierte er in Jena über Die Accente des Decalogs.

1848 wurde Stein Rabbiner in Filehne, Provinz Posen, 1850 in Alt-Schottland (polnisch Stare Szkoty) bei Danzig. 1850 war er als Landesrabbiner in Kassel im Gespräch,[3] wurde dann aber Rabbiner der Altschottischen Gemeinschaft in Danzig. Von 1864 bis zu seinem Tod war er Rabbiner der Reformgemeinde an der Maisel-Synagoge in Prag,[1] von 1858 bis 1868 außerdem Talmudlehrer an der dortigen von Salomo Juda Rapoport geleiteten Talmud-Tora-Schule.

Schriften (Auswahl)

Literatur

  • Albert Stern: Offenes Sendschreiben an Herrn Dr. A. S., Rabbiner in Prag. Pest 1870.
  • Markus Hirsch: Trauerrede, gesprochen am Sarge des verblichenen Dr. A. S., Rabbiner und Prediger der Meiselsynagoge in Prag. G. Schmelkes, Prag 1884.
  • Samuel Back: Ein Wort der Wahrheit, gesprochen am Sarge des Rabbiners Dr. A. S. D. Kuh, Prag 1884.
  • Moritz Tauber: Ehre, dem Ehre gebührt! Worte der Trauer gesprochen am Sarge des seligen Herrn Dr. A. S. G. Schmelkes, Prag 1884.
  • Meyer Kayserling: Die Jüdische Litteratur von Moses Mendelssohn bis auf die Gegenwart. Berlin 1896, S. 765, 821, 850 (Digitalisat).
  • Salomon Wininger: Große jüdische National-Biographie. Band V. Chernivtsi (Czernowitz) 1925–1931, S. 605.
  • Samuel Echt: Die Geschichte der Juden in Danzig. Leer (Ostfriesland) 1972, S. 357 f.
  • Rudolf Wlaschek: Biographia Judaica Bohemiae. Dortmund 1995, S. 200.
  • Hanna Domańska: Żydzi znad Gdańskiej Zatoki. Warschau 1997.
  • Andreas Brämer: Rabbiner und Vorstand. Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Deutschland und Österreich 1808-1871. Wien 1999, S. 168, 217.
  • Susanne Blumesberger, Michael Doppelhofer, Gabriele Mauthe: Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. bis 20. Jahrhundert. Band 3: S–Z, Register. Hrsg. von der Österreichischen Nationalbibliothek. Saur, München 2002, ISBN 3-598-11545-8, Nr. 10015.
  • STEIN, Abraham, Dr. In: Michael Brocke und Julius Carlebach (Hrsg.), bearbeitet von Carsten Wilke: Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781–1871. K·G·Saur, München 2004, ISBN 3-598-24871-7, S. 832 f.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Stein, Abraham. In: Jewish Encyclopedia.
  2. Gesamtverzeichnis des Wingolf, Lichtenberg 1991.
  3. Der treue Zionswächter. 1. Februar 1850, S. 39 f. (uni-frankfurt.de bei Compact Memory).