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vom 14.05.2018, aktuelle Version,

Acherkogel

Acherkogel
Acherkogel von Nordwesten

Acherkogel von Nordwesten

Höhe 3007 m ü. A.
Lage Umhausen, Silz, Oetz, Tirol, Österreich
Gebirge Stubaier Alpen
Dominanz 2,3 km Hochreichkopf
Schartenhöhe 278 m Niederreichscharte [1]
Koordinaten 47° 11′ 21″ N, 10° 57′ 23″ O
Acherkogel (Tirol)
Acherkogel
Gestein Granitgneis
Erstbesteigung 24. August 1881 Ludwig Purtscheller, Franz Schnaiter
Normalweg Von Hochoetz über die Bielefelder Hütte und zur Mittertaler Scharte, weiter über die Nordflanke (II, meist I)
Besonderheiten Nördlichster Dreitausender Europas

Der Acherkogel ist ein 3007 m ü. A. hoher Gipfel in den Stubaier Alpen. Er ist der nördlichste dieser Gruppe und damit zugleich der nördlichste Dreitausender Europas[A 1], der im Sinne der Definition für einen eigenständigen Berg über die notwendige Dominanz und Schartenhöhe verfügt.[2] Er ist der beherrschende Gipfel über dem Ort Oetz im vorderen Ötztal mit einem Höhenunterschied von 2.200 Metern. Die tiefsten Felsflanken reichen nach Nordwesten und Südwesten hinunter. Gegen Westen führt ein scharfer Grat zur Achplatte (2423 m) und zur Habicher Wand (2176 m), ein weiterer Grat geht in Richtung Nordosten zum 2894 m hohen Maningkogel. Nach Südosten entsendet der Acherkogel einen scharfen Grat zum 2954 m hohen Wechnerkogel. Im Wesentlichen hat der Acherkogel den Charakter eines Felsgipfels, nur an der Nord- und Ostseite finden sich kleinere Firnfelder.

Namentlich das erste Mal bestiegen wurde der Acherkogel am 24. August 1881 durch Ludwig Purtscheller. Sein Begleiter Franz Schnaiter blieb an einer Wandstufe zurück.[3] Allerdings fand der Erstbesteiger auf dem Gipfel bereits ein Vermessungsmännchen aus Stein vor, das vermutlich aus der Zeit der Anlegung des Franziszeischen Katasters um das Jahr 1854 stammte.[4] Diese erste Landesaufnahme zeigt den Vermessungspunkt auf der der Ortschaft Oetz zugewandten Seite, dem so genannten Signalkogel, auf dem sich heute das Kreuz, erstmals aufgestellt im Jahr 1956[5], befindet. Der eigentliche Hauptgipfel liegt ein wenig weiter nordöstlich. Vermutlich stammt der Begriff Signalkogel von dem "Vermessungssignal".

Topografische Besonderheiten

Der imposante Höhenunterschied, der von der Ötzer Talsohle bis zum Gipfel 2.200 Meter beträgt, ist noch in weiterer Hinsicht eine Besonderheit der Berggipfel des Ötztals. Im Nachbarort Sautens kann aufgrund der besonderen Topografie dieses „Felsmonuments“ ein außergewöhnlicher Sonnenaufgang erlebt werden. Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Beugungserscheinungen des Lichts bewirken, dass in Sautens der kalendarische Frühjahrs- und Herbstbeginn in einem Korridor von nicht ganz 100 Metern angezeigt wird.[6]

Wege zum Gipfel

  • Die Nordflanke (UIAA II) wurde erstmals von Otto Melzer 1893 begangen und gilt heute als Normalweg. Als Stützpunkt dient meist die Bielefelder Hütte.
  • Der Nordostgrat (UIAA IV[7], K. Holzhammer, 1924) führt von der Scharte zwischen Acherkogel und Maningkogel zum Gipfel und gilt als der schönste Anstieg. Meist wird im Zuge dieses Weges der Maningkogel vom Mittertal kommend überschritten. Ausgangspunkt für diese Route ist zumeist das Kühtai bzw. die Mittergrathütte.
  • Der Südgrat (UIAA II, F. Hörtnagl/H. Schmotzer, 1899) wird meist von der Dortmunder Hütte aus begangen. Nahe dieser Route verläuft auch der heute nicht mehr begangene Weg der Erstbesteiger.
  • Die Südwestflanke (UIAA II, F. Gstrein/F. Lantschner/M. Pfaundler 1891) galt früher als der Normalweg, wird heute aber seltener begangen.

Weitere eher unbedeutende Anstiege sind

  • die Südostwand (UIAA V-, P. Schillfahrt/N. Raich, 1975),
  • der Westgrat (UIAA III, F. Lantschner, 1893) und
  • die Nordwestwand zum Westgrat (F. Lantschner, 1921)

Literatur

  Commons: Acherkogel  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Nur im Salzburger Teil der Glocknergruppe finden sich noch nördlicher gelegene Erhebungen über 3000 m in Europa (am nördlichsten: Kempsenkopf).
  1. Clem Clements, Jonathan de Ferranti, Eberhard Jurgalski, Mark Trengove: The 3000 m SUMMITS of AUSTRIA – 242 peaks with at least 150 m of prominence, Oktober 2011, S. 11.
  2. Bernhard Stecher: wöll töll völl - Mythos Ötztal. Hrsg.: Bernhard Stecher. 2. Auflage. www.pb10.at, Oetz 2018, ISBN 978-3-200-05132-4, S. 150165.
  3. Ludwig Purtscheller: Über Fels und Firn, herausgegeben von Heinrich Hess, Bruckmann München 1901, S. 41 ff.
  4. Bernhard Stecher: wöll töll völl - Mythos Ötztal. Hrsg.: Bernhard Stecher. www.bp10.at, Oetz 2017, ISBN 978-3-200-05132-4, S. 250265.
  5. Tiroler Tageszeitung Online: Jubiläum am nördlichsten 3000er | Tiroler Tageszeitung Online - Nachrichten von jetzt! In: Tiroler Tageszeitung Online. (tt.com [abgerufen am 1. April 2018]).
  6. Bernhard Stecher: „wöll töll völl – Mythos Ötztal“, herausgegeben von Bernhard Stecher, Agentur bp10 2017, S. 158–160
  7. bergsteigen.com: Maningkogel / Acherkogel NO-Grat