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vom 23.05.2018, aktuelle Version,

Adalbert Welte

Adalbert Welte (* 30. Juni 1902 in Frastanz, Vorarlberg; † 9. Juli 1969 in Hard) war ein österreichischer Schriftsteller und Beamter.

Leben

Weltes Vorfahren waren Walser. Sein Vater übte den Beruf eines Küfers aus. Adalbert Welte begann seine berufliche Tätigkeit als Angestellter einer Versicherung. Ab Juni 1938 arbeitete er im Vorarlberger Landesarchiv, wurde aber im September 1939 auf Kriegsdauer dem Landrat Bregenz zur Dienstleistung zugewiesen.[1] Von 1945 bis 1967 war er im Landesarchiv mit der Führung der Landesbibliothek betraut, ab 1955 zudem mit der Landesevidenzstelle und ab 1963 mit der Leitung der administrativen Agenden.[2] Seine schriftstellerische Tätigkeit beschränkte er auf die Freizeit.

Als heimatverbundener Dichter war er Verfasser von historischen Romanen zur Geschichte der Walserwanderung („Die große Flucht“, 1939). Von 1945 bis 1969 war er Herausgeber des Vorarlberger Volkskalenders. Welte schrieb auch verschiedene Novellen und Hörspiele.

Adalbert Welte starb am 9. Juli 1969 im Alter von 67 Jahren und fand seine letzte Ruhestätte in Hard. Er war verheiratet und hat zwei Töchter. Seine Tochter Elsbeth Tatarczyk-Welte ist als Künstlerin tätig.

An seinem Geburtsort Frastanz erinnert heute der „Adalbert-Welte-Saal“ an den Erzähler und Dichter (Umbenennung des Mehrzwecksaals der Volksschule Frastanz-Dorf am 30. Mai 2003).

Auszeichnungen und Ehrungen

Werke

  • An Mariens Mutterhand ins ewige Vaterland (Mai-Predigten), 1927
  • Das dunkle Erbe, 1933 (schildert den Gegensatz zwischen bodenständigem, schwerfälligem Bauerntum und der aufkommenden "unbeständigen" Industrie am Schicksal zweier Brüder)
  • Das Wirkliche, 1936
  • Die große Flucht, 1939 (über den Zug der Walliser nach dem Walsertal im Mittelalter, wo sie sich im Gebiet der Grafen von Montfort-Werdenberg ansiedeln)
  • Wer Wind sät, 1949 (über die finstere Gestalt Hugo von Montforts und die leidende Liebe seiner Gattin)
  • Schatten überm Dorf, 1953 (über die Themen Industriegesellschaft, Liberalismus, Ausbeutung und aufkeimender Sozialismus)
  • Der Ring mit dem Alexandrit (Hörspiele), 1967

Literatur

  • Claus Grimm: Nachruf in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 88. Jg. 1970, S. X (Digitalisat)
  • Thomas Welte: Adalbert Welte 1902-1969. In: Rheticus. 24. Jg. H. 1. ISBN 3-900866-76-7

Einzelnachweise

  1. Alois Niederstätter: Das Vorarlberger Landesarchiv 1938–1945. In: Österreichs Archive unter dem Hakenkreuz (= Generaldirektion des Österreichischen Staatsarchivs [Hrsg.]: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs. Band 54). Studienverlag, Wien 2010, ISBN 978-3-7065-4941-7, S. 623–644 (Volltext als PDF auf den Webseiten des Vorarlberger Landesarchivs).
  2. Cornelia Albertani: Personal des Vorarlberger Landesarchivs. In: Karl Heinz Burmeister und Alois Niederstätter (Hrsg.): Archiv und Geschichte. 100 Jahre Vorarlberger Landesarchiv (= Vorarlberger Landesarchiv [Hrsg.]: Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs. Band 3 (N.F.)). Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1998, ISBN 978-3-87940-636-4, S. 257–258.