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vom 13.05.2017, aktuelle Version,

Adam Schöttl

Adam Schöttl (auch Schedl; * ca. 1658 in Fall;[1]13. Februar 1727 in Höhenkirchen) ist auch als der „Jäger-Adam“ bekannt und spielte als Anführer der Gebirgsschützen des oberen Isartals eine nicht unwesentliche Rolle in der Geschichte der Sendlinger Mordweihnacht.

Leben

Adam Schöttl heiratete am 12. Oktober 1677 bei Maria Goldhofer in Iffeldorf ein und wird dadurch Hausherr beim Bruckjäger, was ihm den Namen „Jägeradam von Iffeldorf“ einbringt. Sie bekommen fünf Kinder. Als sein Stiefsohn Georg Goldhofer 1694 heiratet, erhält dieser das Bruckjägeranwesen und Schöttl geht mit seiner Familie nach Mittenwald, wo er Oberjäger wird.

Im spanischen Erbfolgekrieg suchte die bayerische Heeresführung – die sich nach Mittenwald zurückgezogen hat – während sie auf die französischen Truppen warteten einen landeskundigen Kundschafter. Die Wahl fällt auf den Oberjäger, der sich aber erst auf Druck seiner Vorgesetzten hin einverstanden erklärt, die Österreicher auszuspionieren. Als die französischen Truppen aber nicht erscheinen, rückt das bayerische Heer ab und die österreichischen Streitkräfte ziehen in Mittenwald ein. Schöttl flieht mit seiner Familie und zieht sich in die Berge in der Gegend von Fall zurück.

Nachdem das bayerisch-französische Heer 1704 bei Höchstädt geschlagen worden war, besetzten österreichische Truppen Bayern. Aufgrund der hohen Steuern und Abgaben an die Österreicher vergrößerte sich der Widerstand in der bäuerlichen Bevölkerung und es reifte der Plan München, und somit ganz Bayern, von den Besatzern zu befreien. Adam Schöttl spielte hierbei ein maßgebliche Rolle: Er mobilisierte vor allem die Valleyer, die Lenggrieser und die Benediktbeurer für den geplanten Aufstand. Schöttl war einer der leitenden Führer dieser Volkserhebung. Geplant war, dass sich die Bevölkerung aus dem und Oberland in der Christnacht 1705 während der Zeit der Mette vor den Münchner Stadttoren treffen. Einige eingeweihte Münchner Bürger sollen den Aufständischen dann den Zutritt zur Stadt ermöglichen und sie bei eventuellen Kämpfen unterstützen. Mit dieser Aktion sollen die Österreicher so überrascht werden, dass die Übernahme der Residenzstadt München weitgehend unblutig verlaufen wird.

Allerdings beteiligen sich an dem Marsch auf München weniger Oberländer als von den Initiatoren erwartet, zudem will keiner die Verantwortung übernehmen und den Zug führen. Schließlich kam auch noch die Botschaft, die Österreicher seien misstrauisch geworden, woraufhin sich einige für eine Umkehr aussprachen. Dies wurde aber durch einen harten Kern, darunter auch der Jägeradam, verhindert. Viele nehmen aber doch noch die letzte Gelegenheit wahr und verschwinden. Dazu kommt noch, dass der Pfleger von Starnberg nach München ritt, um den Österreichern Bericht zu erstatten. Trotzdem entschloss man sich zum Angriff auf München. Aber sogar die Münchner lassen die anrückenden Oberländer im Stich; ein einziger nur erfüllt die vorher abgemachten Absprachen. Die Oberländer laufen also in ein Massaker, später bekannt als die Sendlinger Mordweihnacht.[1]

Adam Schöttl gelingt wie nur wenig anderen die Flucht. Er zieht sich vermutlich wieder in die ihm vertraute Bergregion von Fall zurück. Mit dem Frieden kehrt 1715 Kurfürst Max Emanuel nach Bayern zurück, woraufhin sich auch Schöttl wieder frei bewegen kann. Er konnte danach als kurfürstlicher Förster in Höhenkirchen tätig werden, wo er am 13. Februar 1727 starb.

Er ruht im Turmerdgeschoss der katholischen Pfarrkirche Mariä Geburt in Höhenkirchen. Die Grabplatte ist nicht öffentlich zugänglich. Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn hat ihm durch eine Straßenbenennung (Jäger-Schöttl-Straße) ein ehrendes Gedenken bewahrt. Hierzu wurde ein entsprechender Gemeinderatsbeschluss im Frühjahr 2007 gefasst. Auch die Landeshauptstadt München (Ortsteil Sendling) und der Ort Fall haben ihm eine Straße, jeweils Schöttlstraße benannt, gewidmet.

Darstellung

Votivtafel in der Heuwinklkapelle mit der Darstellung Schöttls und seiner Frau Maria

Eine Darstellung Adam Schöttls existiert auf einer Votivtafel. In der Vorhalle der Heuwinklkapelle bei Iffeldorf befindet sich eine Kopie dieser Tafel mit der Gründungs- und Entstehungslegende der Kapelle. Der Gelöbnistext hat folgenden Wortlaut: „Der gewenedeitisten JunckhFrauen Maria auf den Hey Bichl hab ich Adam Schöttl, OberJäger zue MittenWaldt und Maria, mein Hausfrau dise Taffl zur shuldigen danckhsagung hie her machen lassen, so uns durch die selligiste vorbitt in villen gefahrn ist geholffen worden. Anno 1694“[2]. Das Ehepaar kniet auf der Votivtafel vor einer ausgehöhlten Eiche, in dem sich das dort verehrte Gnadenbild befindet.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Karl Exner, Kornelia Bukovec: Iffeldorf. Geschichte eines Dorfes. Gemeinde Iffeldorf, Iffeldorf 1994, S. 205–207.
  2. Ausstattung. In: stvitus.de. Abgerufen am 13. Mai 2017.