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vom 10.02.2017, aktuelle Version,

Adele Bloch-Bauer

Gustav Klimt: Adele Bloch-Bauer I (1907)
Gustav Klimt: Adele Bloch-Bauer II (1912)

Adele Bloch-Bauer (* 9. August 1881 in Wien; † 24. Jänner 1925 ebenda, gebürtig Adele Bauer) war eine österreichische Unternehmergattin und wurde vor allem bekannt durch das 1907 entstandene Gemälde Adele Bloch-Bauer I („Goldene Adele“) von Gustav Klimt, eines der bedeutendsten Werke des Wiener Jugendstils (Fin de siècle).

Leben

Adele Bauer war die Tochter des Bankdirektors Moriz Bauer (1840–1905), sie heiratete 1899 den Zuckerfabrikanten Ferdinand Bloch (1864–1945), beide nannten sich von da an Bloch-Bauer.

Im Salon des zum jüdischen Großbürgertum von Wien gehörigen Ehepaares Adele und Ferdinand Bloch-Bauer trafen sich Künstler, Schriftsteller und sozialdemokratische Politiker wie Karl Renner, der spätere erste Staatskanzler der Republik, und Julius Tandler.

Maria Altmann, ihre Nichte, beschrieb Adele Bloch-Bauer nach Eindrücken aus ihrer Kindheit als „krank, leidend, immer mit Kopfweh, rauchend wie ein Schlot, furchtbar zart, dunkel. Ein durchgeistigtes Gesicht, schmal, elegant. Süffisant, arrogant ... Stets auf der Suche nach geistiger Anregung“ (Natter/Frodl, S. 118).

Klimt gehörte zu den Künstlern, die vom Ehepaar Bloch-Bauer gefördert wurden; Adele saß ihm für mehrere Werke Modell, unter anderem für Adele Bloch Bauer II (1912). Das Bild wurde 2006 für 87,9 Millionen Dollar[1] und 2017 für 150 Millionen Dollar verkauft.[2] Adele Bloch-Bauer starb 1925 in Wien an Meningitis. Ihr Grab befindet sich im Urnenhain der Feuerhalle Simmering.[3]

Ehrung

  • 2016: Straßenbenennung Bloch-Bauer-Promenade nach Adele und Ferdinand Bloch-Bauer in Wien, 10. Bezirk, Favoriten, nahe dem neuen Hauptbahnhof.[4][5] Die Promenade wird den Helmut-Zilk-Park begleiten, der diagonal durch das Sonnwendviertel führt.

Rechtsstreit

Urnengrab Bloch Bauer in Wien, Feuerhalle Simmering

Das Gemälde Goldene Adele wurde 2006 nach sehr langem Rechtsstreit von der Republik Österreich an Maria Altmann und ihre Miterben zurückgestellt, von Ronald Lauder gekauft und ist nun in seiner Neuen Galerie in Manhattan, New York, zu sehen.

Anlass für den langen Rechtsstreit um die Bloch-Bauer-Porträts war Adeles Testament. Sie hatte ihren Mann darin gebeten, „ihre“ Klimt-Bilder nach seinem Tod der Österreichischen Galerie im Belvedere zu vermachen. Die Republik Österreich, Trägerin der Galerie, sah sich daher später als rechtmäßige Eigentümerin. Ferdinand Bloch-Bauer gab allerdings im Verlassenschaftsverfahren nach seiner verstorbenen Frau an, Adele habe zwar über die Bilder verfügt, sie seien aber stets sein Eigentum gewesen und nicht ihres. Da die meisten seiner Bilder außerdem während der NS-Zeit konfisziert worden waren, sah sich Ferdinand Bloch-Bauer dem Staat gegenüber später zu nichts mehr verpflichtet.

Die Kontroverse wurde in dem 2015 veröffentlichten amerikanisch-britischen Kinofilm Die Frau in Gold mit Helen Mirren als Maria Altmann dargestellt.[6]

Literatur

  • Hubertus Czernin: Die Fälschung. Der Fall Bloch-Bauer. Band 1. Der Fall Bloch-Bauer und das Werk Gustav Klimts. Band 2. Band III der Bibliothek des Raubes. Czernin Verlag, Wien 1999, ISBN 3-70760-000-9.
  • Tobias Natter und Gerbert Frodl (Hrsg.): Klimt und die Frauen. Katalog der Österreichischen Galerie Belvedere, Köln/Wien 2000.
  Commons: Adele Bloch-Bauer  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. bild.de: Die 10 teuersten Gemälde der Welt Artikel vom 11. November 2015
  2. Georg Leyrer: 150 Millionen Dollar für aus dem Belvedere restituierten Klimt - an Oprah Winfrey, auf der Website und in der gedruckten Ausgabe der Wiener Tageszeitung Kurier vom 10. Februar 2017
  3. knerger.de: Das Grab von Adele Bloch-Bauer
  4. Wien benennt Straße nach Maria Lassnig orf.at, 8. April 2016, abgerufen 8. April 2016.
  5. Mailath: Maria-Lassnig-Straße beschlossen, Presseaussendung Stadt Wien, 8. April 2016, abgerufen 8. April 2016.
  6. Magdalena Miedl: Raubgold in großem Rahmen, in: Tageszeitung Salzburger Nachrichten, Salzburg, 10. Februar 2015, S. 7.