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vom 15.11.2019, aktuelle Version,

Adolf Birkhofer

Adolf Birkhofer (* 23. Februar 1934 in München; † 9. November 2019 ebenda) war ein deutscher Physiker. Er war Ordinarius für Reaktordynamik und Reaktorsicherheit der Technischen Universität München.

Akademischer Werdegang

Adolf Birkhofer studierte von 1953 bis 1958 Elektrotechnik an der damaligen Technischen Hochschule München (THM) und von 1959 bis 1961 Theoretische Physik an der Universität Innsbruck. Nach zwei Zwischenstationen bei Siemens & Halske und beim Technischen Überwachungsverein Bayern wechselte er 1963 zum Institut für Mess- und Regelungstechnik der THM. Dort baute er von 1963 bis 1971 das Laboratorium für Reaktorregelung und Anlagensicherung (LRA) auf.

Nachdem Birkhofer 1964 an der Universität Innsbruck zum Dr. phil. promoviert wurde und 1967 sich an der THM habilitiert hatte, folgte 1971 seine Berufung an die Technische Universität München (TUM) als außerordentlicher Professor für Reaktordynamik und Reaktorsicherheit. 1975 wurde er zum ordentlichen Professor der TUM ernannt.

Außeruniversitäre Aktivitäten

1977 gründete Birkhofer die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), eine Fusion des LRAs mit dem seit 1965 bestehenden Institut für Reaktorsicherheit der Technischen Überwachungs-Vereine e. V. (IRS) in Köln. Bis Ende 2001 leitete Birkhofer die GRS als ihr technisch-wissenschaftlicher Geschäftsführer und machte sie zu einer international anerkannten Institution.

Im Jahr 1979 wurde die von Birkhofer maßgeblich verantwortete „Deutsche Risikostudie“ veröffentlicht.[1]

Nach seiner Emeritierung gründete Birkhofer 2003 mit der TUM das Institute for Safety and Reliability (ISaR), ein Forschungs- und Consultingunternehmen auf dem Gebiet der Sicherheits- und Zuverlässigkeitstechnik.

Birkhofer gehörte dem Herausgeberbeirat der Zeitschrift atw (Atomwirtschaft) an und war Präsidiumsmitglied des Deutschen Atomforums.[2]

Birkhofer war Mitglied der von Vattenfall nach den Störfällen im Juni/Juli 2007 in den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel eingesetzten und finanzierten Experten-Kommission.[2]

Weitere Engagements waren:

  • Vorsitzender des Committee on the Safety of Nuclear Installations (CSNI) der OECD (1984–1988)
  • Ausschussvorsitzender Wissenschaft und Technik der Kommission der Europäischen Union (1984–1988)
  • Mitglied (seit 1986) und Vorsitzender der International Nuclear Safety Advisory Group (INSAG) beim Generaldirektor der International Atomic Energy Agency (IAEA) (1986–1991)
  • Vorsitzender des Beratungsgremiums der European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) (1993–1998)
  • Mitglied des Wissenschaftlich-Technischen Beirats (WTB) der Bayerischen Staatsregierung (1988–2002)
  • Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bayerischen Forschungsstiftung (1988–2002)
  • Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie e.V. (seit 2002)
  • Sachverständiger der Commission Nationale d'Evaluation (CNE2), Frankreich (seit 2012)

Auszeichnungen und Ehrungen

Einzelnachweise

  1. vgl. z. B. Still verdunsten – Die Zahl der Kernkraft-Befürworter nimmt wieder zu. Eine "Deutsche Reaktor-Risikostudie" scheint ihnen recht zu geben, DER SPIEGEL 34/1979, 20. August 1979.
  2. 1 2 Kernenergie: Die Mitglieder der Vattenfall-Kommission (Memento vom 25. Dezember 2016 im Internet Archive) zeit.de, 27. Juli 2007.
  3. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 31, Nr. 45, 6. März 1979.