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vom 18.06.2017, aktuelle Version,

Adolph Schwarzenberg

Adolph (Fürst zu) Schwarzenberg (* 18. August 1890 in Frauenberg, Böhmen; † 27. Februar 1950 in Bordighera, Italien) war ein böhmischer Adliger.

Leben

Adolph Schwarzenberg stammte aus der Familie Schwarzenberg und war 10. Fürst zu Schwarzenberg. Er heiratete Prinzessin Hilda von Luxemburg und Nassau (* 15. Februar 1897, † 8. September 1979), Tochter von Großherzog Wilhelm von Luxemburg. Da die Ehe kinderlos blieb, adoptierte er 1940 den jüngeren Bruder seines Cousins und 11. Fürsten zu Schwarzenberg Joseph III., Heinrich Herzog von Krumau.

Adolph Schwarzenberg besuchte das Gymnasium in Feldkirch. Er studierte Welthandel und Rechtswissenschaften an der Universität Prag, wo er 1914 Dr. iur. wurde. Er war im Ersten Weltkrieg Offizier der österreichisch-ungarischen Armee, wo er insbesondere in Italien und im Nahen Osten kämpfte.

Ab 1921 war er in der Verwaltung des Familienbesitzes tätig. 1923 ernannte ihn sein Vater Johann II. zum Generalbevollmächtigten für die böhmischen Güter. Nach dem Tod seines Vaters am 1. Oktober 1938 übernahm Adolph Schwarzenberg als Erbe die Familiengüter.

Später war er Reserveoffizier der tschechoslowakischen Armee.

Als Gegner des Nazi-Regimes war Adolph Schwarzenberg letztlich gezwungen 1939 nach Italien und 1941 in die USA zu emigrieren. Er hatte 1938 nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am Park seines Wiener Palais eine Tafel mit der Aufschrift „Hier sind Juden erwünscht“ anbringen lassen. Sein Adoptivsohn Heinrich wurde auf Befehl Himmlers in das KZ Buchenwald verschleppt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühte sich Adolph Schwarzenberg – gegen den Widerstand der Kommunisten – erfolglos die böhmischen Besitzungen zurückzuerhalten. 1947 wurden alle in der Tschechoslowakei gelegenen Güter enteignet (Lex Schwarzenberg).

Literatur