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vom 24.11.2017, aktuelle Version,

Albertinapassage

Abgang zur Albertinapassage (2009)
Albertinapassage (2009)

Die Albertinapassage ist eine am 30. Juli 1964 eröffnete und ab 2005 nach und nach stillgelegte unterirdische Fußgängerpassage unter der Kreuzung Opernring / Operngasse in Wien, 1. Bezirk, unmittelbar neben der Staatsoper. Wenige Schritte stadteinwärts durch die Operngasse erreichte man die Grafische Sammlung bzw. das Kunstmuseum Albertina. In der ehemaligen Passage mit rund 1.500 Quadratmeter Nutzfläche[1] befindet sich seit Ende 2011 ein Dinner Club.

Geschichte

Nach der erfolgreichen und populären Opernpassage (1955) errichtete die Stadt Wien in den 1960er Jahren[2] einige weitere innerstädtische Fußgängerunterführungen im Bereich der Wiener Ringstraße, die mit Geschäften und Rolltreppen ausgestattet wurden. Die Albertinapassage befand sich unmittelbar neben der Opernpassage, hatte aber im Gegensatz zu dieser keinen Zugang zum U-Bahn-Knotenpunkt Karlsplatz.

Eröffnet wurde das Bauwerk, das rund 24 Millionen Schilling kostete und von Adolf Hoch[3] gestaltet wurde, 1964 als fünfte Fußgängerunterführung am Ring. Ausschlaggebend für den Bau waren Spitzenwerte von bis zu 6.000 Passanten, die stündlich diese Kreuzung passierten.[4] Die Namensgebung „Albertina-Passage“ erfolgte am 11. April 1963 im Gemeinderatsausschuss für Kultur.[5]

Als Besonderheit verfügte die öffentliche Toilettenanlage in der Albertinapassage über zwei Badekabinen, eine Ausstattung, über die nur ganz wenige Bedürfnisanstalten in Wien verfügten.[6]

Bei Passagen, die nicht an die seit Beginn der 1980er Jahre verkehrende U-Bahn angeschlossen wurden, traten mit der Zeit Probleme auf. Passanten versuchten immer wieder, die Straßen oberirdisch zu überqueren, die Geschäfte klagten über mangelnde Kundenfrequenz. Dies betraf auch die Albertinapassage.[7]

Die Stadtverwaltung entschied sich spätestens 2005, die Passage aufzulassen. Die Rolltreppen wurden sukzessive demontiert, die verglasten Abgangspavillons entfernt, die meisten Abgänge geschlossen.[8] Die Betriebe in der Passage wurden abgesiedelt. Für die Fußgänger wurden wieder niveaugleiche Schutzwege mit Fußgängerampeln und Zebrastreifen angelegt.

Gegenwart

2009 wurde nach einer neuen Verwendung für die Albertinapassage gesucht.[1][9] Den Zuschlag bekam Matthias Kamp, der bereits 2003 die Babenbergerpassage zu einer Clubdiskothek umgestalten ließ. Wie dort wurde das Wiener Architekturbüro Söhne & Partner mit der Umgestaltung beauftragt.[10]

Der Umbau der Albertinpassage zu einem „Dinner Club“ wurde im Dezember 2011 abgeschlossen und das Lokal eröffnet.[11][12][13]

Literatur

  Commons: Albertinapassage  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Albertina-Passage wird neu gestaltet. In: wien.orf.at. 11. August 2009, abgerufen am 24. November 2017.
  2. Bericht von der Eröffnung in der Arbeiter-Zeitung vom 31. Juli 1964
  3. http://www.architektenlexikon.at/de/229.htm
  4. Wiener Rathauskorrespondenz vom 30. Juli 1964
  5. http://www.wien.gv.at/rk/historisch/1963/april.html
  6. Aufstellung über die in den Jahren 1945-1968 (Stichtag jeweils 31.12.) in Verwaltung der MA 48 stehenden, errichteten und abgebrochenen I. Öffentlichen Bedürfnisanstalten ; II. Pissoirs ; III. Fahrbaren Toilettenanlagen ; IV. Transportablen Toilettenanlagen Wienbibliothek im Rathaus
  7. Abgenutzt: Wiener Ringpassagen sind "unten durch" Bericht auf www.vienna.at vom 4. September 2009
  8. wienweb.at, Bericht über den Fortgang des Albertinapassage beweist sich als Gourmet-Adresse
  9. Life Ball Shop für die Albertina-Passage? Bericht auf www.vienna.at vom 4. September 2009
  10. Söhne & Partner – Albertina Passage
  11. Wiener "Albertinapassage": Neuer Club eröffnet Bericht auf www.diepresse.com vom 12. Dezember 2011
  12. So schick soll die Albertinapassage werden, 3. September 2011
  13. Webpräsenz des Albertinapassage Dinner Clubs