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vom 12.11.2017, aktuelle Version,

Alfons Hueber

Alfons Hueber (* 1949) ist ein deutscher Jurist (Notar). Er war von 1971 bis 1973 Bundesvorsitzender der Jungen Nationaldemokraten (JN), der Jugendorganisation der rechtsextremen NPD. Nach einer Station bei den Republikanern ist er heute Mitglied der CDU.[1]

Leben

Juristischer Werdegang

Notariatsvilla in Chemnitz (2013)

Hueber studierte bis 1976 Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Nach den Staatsexamina und dem Referendariat im Bezirk des OLG Frankfurt am Main war er von 1980 bis 1984 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Öffentliches Recht von Dieter Grimm an der Universität Bielefeld und wurde 1981 beim Rechtshistoriker Michael Stolleis an der Universität Frankfurt am Main mit der Dissertation Otto Mayer. „Juristische Methode“ im Verwaltungsrecht zum Dr. jur.[2][3][4] promoviert.

1984 ließ er sich als Rechtsanwalt in Frankfurt am Main[5] nieder. 1990 wurde er zum Notar bestellt. 1991 bezog er ein Notariat (hauptamtlich) in Chemnitz.[6] Bis 2002 war er Vizepräsident der Notarkammer Sachsen. Er ist im Herausgeberbeirat der Zeitschrift für die notarielle Beratungs- und Beurkundungspraxis,[7] in der er auch mehrere Aufsätze veröffentlichte.

Er ist Mitglied des Expertenrings des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft Chemnitz Stadt.[8] Bis 2003 war er Aufsichtsratsvorsitzender des Chemnitzer FC.[9]

Korporation und politisches Engagement

Während des Studiums in München wurde er Mitglied der Burschenschaft Danubia.[10][11] Er veröffentlichte auch in den Burschenschaftlichen Blättern der Deutschen Burschenschaft.[12]

Hueber war von 1971 bis 1973[3] Bundesvorsitzender der Jungen Nationaldemokraten, der Jugendorganisation der NPD.[13][14][15][1][5] Danach wurde er Mitglied der Republikaner.[5] Außerdem war er ab 1981[2] Mitglied und später Vorsitzender des Witikobundes in Hessen.[16][5] Er leitete u.a. 1986 mit Bernd Kallina eine Veranstaltung der „Jungen Witikonen“.[3][4] Ab 1985 war er im Beirat der Gesellschaft für freie Publizistik,[3] der laut Verfassungsschutz größten rechtsextremen Kulturvereinigung.

1987 gab er im Hohenrain Verlag einen Sammelband heraus, der sich dem Thema Tag der Befreiung widmete.[14] Zudem publizierte er in den 1970er und 1980er Jahren in den Deutsche Annalen des Verlegers Gert Sudholt.

Hueber war Vorsitzender des antikommunistischen Bundes freier Juristen.[14] Heute ist er Mitglied der CDU Sachsen und engagiert sich in der Chemnitzer Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT).[17]

Rechtshistorisches Werk

Hueber publizierte in den 1980er Jahren rechtshistorische Artikel und trug mit den Einträgen Otto Mayer und Hugo Preuß zum Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte bei.[18] Er veröffentlichte neben Erk Volkmar Heyen (1981) und Reimund Schmidt-De Caluwe (1999) eine Monografie zum Verwaltungsrechtler Otto Mayer. Diese wurde vom Rechtswissenschaftler Otto Bachof in dessen Rezension positiv aufgenommen. Er würdigte seine ausführliche Bibliographie zum Gesamtwerk Mayers, inklusive der Besprechungen, Nachrufe und Artikel.[19]

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 Franz Gress, Hans-Gerd Jaschke, Klaus Schönekäs: Neue Rechte und Rechtsextremismus in Europa. Bundesrepublik, Frankreich, Grossbritannien. Westdeutscher Verlag, Opladen 1990, ISBN 3-531-11890-0, S. 263.
  2. 1 2 Georg Herde, Alexa Stolze: Die Sudetendeutsche Landsmannschaft. Geschichte, Personen, Hintergründe. Eine kritische Bestandsaufnahme. Pahl-Rugenstein Verlag, Köln 1987, ISBN 3-7609-1115-3, S. 138.
  3. 1 2 3 4 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Gruppe der PDS/Linke Liste — Drucksache 12/1734 — Finanzierung der „Jungen Witikonen“ aus Bundesmitteln
  4. 1 2 Georg Herde, Alexa Stolze: Die Sudetendeutsche Landsmannschaft. Geschichte, Personen, Hintergründe. Eine kritische Bestandsaufnahme. Pahl-Rugenstein Verlag, Köln 1987, ISBN 3-7609-1115-3, S. 140.
  5. 1 2 3 4 Antifaschistisches Autorenkollektiv: Drahtzieher im braunen Netz. Ein aktueller Überblick über den Neonazi-Untergrund in Deutschland und Österreich. Ein Handbuch des Antifaschistischen Autorenkollektivs. Konkret Literatur Verlag, Hamburg 1996, ISBN 3-89458-140-9, S. 242.
  6. Notarverzeichnis, Notarkammer Sachsen, abgerufen am 1. April 2014.
  7. Herausgeberbeirat, Zeitschrift für die notarielle Beratungs- und Beurkundungspraxis, abgerufen am 1. April 2014.
  8. Mitglieder, BVMW Chemnitz-Stadt, abgerufen am 1. April 2014.
  9. Der bisherige Vorsitzende des Aufsichtsrates..., Chemnitzer FC, 15. Januar 2003.
  10. Hans-Georg Balder: Geschichte der Deutschen Burschenschaft. WJK Verlag, Hilden 2006, ISBN 3-933892-25-2, S. 455.
  11. Sonja Kuhn: Die Deutsche Burschenschaft. Eine Gruppierung im Spannungsfeld zwischen Traditionsformalismus und Traditionsstiftung. Eine Analyse für den Zeitraum von 1950 bis 1999. Altherrenverband der Burschenschaft Hilaritas, Stuttgart 2002, ISBN 3-00-009710-4, S. 130.
  12. Erk Volkmar Heyen: Otto Mayer. Studien zu den geistigen Grundlagen seiner Verwaltungsrechtswissenschaft (= Schriftenreihe der Hochschule Speyer, Band 84). Duncker & Humblot, Berlin 1981, ISBN 3-428-05030-4, S. 55.
  13. Bundesamt für Verfassungsschutz (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht des Bundes 1971. Bonn 1972, S. 23.
  14. 1 2 3 Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, 40, 1988, S. 830.
  15. Peter Dudek: Jugendliche Rechtsextremisten. Zwischen Hakenkreuz und Odalsrune 1945 bis heute. Bund-Verlag, Köln 1985, ISBN 3-7663-0897-1, S. 141.
  16. Matthias von Hellfeld: Modell Vergangenheit. Rechtsextreme und neokonservative Ideologien in der Bundesrepublik (= Kleine Bibliothek, 454). Pahl-Rugenstein Verlag, Köln 1987, ISBN 3-7609-1148-X, S. 12.
  17. Mitglieder, Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Chemnitz, abgerufen am 1. April 2014.
  18. Publikationen, Alfons Hueber, abgerufen am 1. April 2014.
  19. Otto Bachof: Heye, E. V. / Hueber, A.: Otto Mayer (Rez.). In: Die Verwaltung 1985, S. 117–120.