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vom 10.01.2017, aktuelle Version,

Alfred Rodenbücher

Alfred Rodenbücher

Alfred Rodenbücher, (* 29. September 1900 in Schopfheim; † 29. März 1979 oder 1980[1] in Emmendingen) war deutscher Marineoffizier, Politiker (NSDAP) sowie Höherer SS- und Polizeiführer (HSSPF).

Biografie

Rodenbücher, Sohn eines Färbers, arbeitete nach dem Besuch der Volksschule und Gewerbeschule ab Frühjahr 1915 in mehreren Fabriken. Ab Oktober 1916 verpflichte er sich für zwölf Jahre bei der Kaiserlichen Marine, war bei verschiedenen Marinekommandos und mehrere Jahre bei der höheren Marine-Fachschule tätig. Nachdem er im September 1930 aus der Reichsmarine ausschied, wurde er in den Staatsdienst übernommen, den er im Oktober 1931 wieder verließ.[2]

Rodenbücher trat der NSDAP (Mitgliedsnr. 413.447) am 1. Januar 1931 und der SS (Mitgliedsnr. 8.229) am 5. Mai 1931 bei. Bereits zuvor war er ab September 1930 Schriftwart der NSDAP-Ortsgruppe Kiel-Mitte gewesen und hatte sich ab Dezember 1930 als Sportlehrer für die SA und SS betätigt.[3] Im Oktober 1931 wurde er hauptamtlicher SS-Führer im Rang eines SS-Standartenführers. Für ein Jahr in Kiel in der 40. SS-Standarte tätig, wechselte er im Oktober 1932 nach Bremen und führte den dortigen SS-Abschnitt XIV.

Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten war Rodenbücher ab September 1933 für zwei Monate Staatsrat in Bremen. Im November 1933 wechselte er nach Linz in Österreich und führte dort anfänglich den SS-Abschnitt VIII, ab Februar 1934 den SS-Oberabschnitt „Donau“. Im Mai 1934 kehrte er nach Deutschland zurück und beantragte zwei Monate später am 21. Juli seine Verabschiedung aus der SS.[4] Dem Antrag wurde nicht stattgegeben; ab August 1934 übernahm er die Leitung der in München angesiedelten „Abwicklungsstelle“ der NSDAP-Landesleitung Österreich. Er wurde 1934 SS-Gruppenführer. Zugleich leitete Rodenbücher bis November 1938 das Flüchtlingshilfswerk der NSDAP und die SS-Sammelstelle. Ab März 1936 war Rodenbücher Mitglied des Reichstags für die NSDAP (Wahlkreis 23 – Düsseldorf West).[2] Rodenbücher wurde 1936 geschieden und heiratete erneut; er war Vater zweier Kinder.[5]

Im Januar 1939 wurde Rodenbücher zum Hauptamt Ordnungspolizei abkommandiert. Vom 1. Juni 1939 bis Ende April 1941 war er Höherer SS- und Polizeiführer (HSSPF) Alpenland und zeitgleich Kommandant des SS-Oberabschnitts Alpenland. Rodenbücher wurde im Frühjahr 1941 seines Amtes als HSSPF enthoben, wahrscheinlich weil er den Posten des SSPF Lettland abgelehnt hatte oder weil es zu Konflikten mit den örtlichen Gauleitern Hofer, Uiberreither und Rainer gekommen war[6]. Anschließend war er bei der Kriegsmarine bis zum Kriegsende eingesetzt,[7] unter anderem in der Hauptausbildungsabteilung für den Kriegsschiffneubau im niederländischen Den Helder. Von Juni 1943 bis Oktober 1943 war er als See- und Hafenkommandant auf der Krim eingesetzt, von Oktober 1943 bis März 1945 beim Befehlsbereich Seekommandant Albanien und anschließend bis Kriegsende bei der Kriegsmarine in Norwegen.

Nach Kriegsende befand sich Rodenbücher bis 1948 in britischer Kriegsgefangenschaft.[4]

Auszeichnungen

Rodenbüchers SS- und Marineränge
Datum Rang
September 1930 Oberbootsmann der Reichsmarine
September 1931 SS-Sturmbannführer
Oktober 1931 SS-Standartenführer
Oktober 1932 SS-Oberführer
September 1934 SS-Gruppenführer
April 1940 SS-Hauptsturmführer der Reserve (Waffen-SS)
Februar 1942 Kapitänleutnant der Reserve (Marineartillerie)
April 1943 Korvettenkapitän der Reserve (Marineartillerie)

Literatur

  • Joachim Lilla, Martin Döring, Andreas Schulz: Statisten in Uniform: Die Mitglieder des Reichstags 1933–1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924. Droste, Düsseldorf 2004, ISBN 3-7700-5254-4, S. 518 f.
  • Ruth Bettina Birn: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten. Droste Verlag, Düsseldorf 1986, ISBN 3-7700-0710-7.
  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8. (Aktualisierte 2. Auflage).

Einzelnachweise

  1. Das Sterbejahr 1979 wird bei Joachim Lilla: Statisten in Uniform auf S. 519 angegeben, Ernst Klee : Das Personenlexikon zum Dritten Reich führt auf S. 501 das Sterbejahr 1980 an
  2. 1 2 Alfred Rodenbücher in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
  3. Lilla, Statisten, S. 518.
  4. 1 2 Lilla, Statisten, S. 519.
  5. Ruth Bettina Birn: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten., Düsseldorf 1986, S. 344.
  6. Helmut Heiber (Hrsg.): Reichsführer! Deutscher Taschenbuch Verlag, Stuttgart 1970, S. 116.
  7. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 501.