unbekannter Gast
vom 16.04.2017, aktuelle Version,

Alfred von Lewinski

Alfred August Ludwig Wilhelm von Lewinski (* 14. Januar 1831 in Münster; † 22. Juli 1906 in Görlitz) war ein preußischer Offizier, zuletzt General der Infanterie.

Leben

Herkunft

Alfred entstammte dem Adelsgeschlecht Lewinski. Er war der Sohn des Oberstleutnant a. D. August Jakob von Lewinski (* 14. Februar 1791 in Neustadt bei Danzig; † 27. August 1870 in Berlin) und dessen Ehefrau Charlotte Wilhelmine, geborene Seydel (* 18. November 1804 in Minden; † 28. Februar 1869 in Berlin). Sein älterer Bruder Eduard wurde ebenfalls preußischer General.

Militärkarriere

Lewinski war zunächst Kadett in Wahlstatt. Im Juli 1844 kehrte er jedoch zu seinen Eltern zurück und besuchte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Stettin und anschließend die Realschule in Berlin. Lewinski trat dann am 7. Juni 1848 in das 9. Infanterieregiment der Preußischen Armee ein, wurde dort am 11. März 1849 zum Portepeefähnrich ernannt sowie am 6. Dezember 1849 zum Sekondeleutnant befördert. Als solcher absolvierte Lewinski von Mitte Oktober 1853 bis Ende Juli 1856 die Allgemeine Kriegsschule. Anschließend diente er vom 1. Oktober 1857 bis 1. Juli 1859 als Lehrer an der Divisionsschule Stettin und wurde zwischenzeitlich am 9. Februar 1858 zum Premierleutnant befördert.

Lewinski machte 1864 den Deutsch-Dänischen Krieg als Hauptmann mit und kämpfte bei Büffelkoppel, nahm am Sturm auf die Düppeler Schanzen sowie dem Übergang nach Alsen teil. Für seine Leistungen wurde Lewinski am 14. August 1864 mit dem Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern ausgezeichnet. Nach Kriegsende wurde er Adjutant beim Generalkommando des III. Armee-Korps. Im Deutschen Krieg 1866 war er beim Generalkommando der I. Armee-Korps und kämpfte in den Schlachten von Münchengrätz, Gitschin und Königgrätz.

1867 wurde Lewinski in den Großen Generalstab versetzt und nahm 1870 im Generalstabs der 5. Division am Deutsch-Französischen Krieg teil, wo er an den Kämpfen um Metz beteiligt war und später an der Loire focht. Er zeichnete sich besonders bei Villers les Plenois und in der Schlacht von Change aus, wofür er mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet wurde.[1]

1872 wurde er zum Oberstleutnant befördert und Chef des Generalstabs des IX. Armee-Korps. Am 19. September 1874 wurde Lewinski Oberst und als solcher vom 5. Februar 1878 bis 17. November 1880 Kommandeur des Infanterie-Regiments „von Courbiére“ (2. Posensches) Nr. 19. Anschließend beauftragte man ihn mit der Führung der 9. Infanterie-Brigade. Mit der Beförderung zum Generalmajor am 18. Januar 1881 wurde Lewinski Kommandeur dieser Brigade. Er gab sie am 2. November 1885 ab, wurde mit der Führung der 4. Division und kommandierte sie nach seiner Beförderung zum Generalleutnant am 12. Dezember 1885 bis zum 7. April 1889. Anschließend wurde Lewinski zum Gouverneur von Straßburg ernannt und am 27. Januar 1890 erfolgte seine Beförderung zum General der Infanterie. Ab 4. November 1890 fungierte Lewinski als Kommandierender General des XV. Armee-Korps. Unter Verleihung des Großkreuzes des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und Schwertern wurde Lewinski am 1. April 1892 mit Pension zur Disposition gestellt.

Familie

Lewinski hatte sich am 15. April 1857 in Berlin mit Anna Dorothea Pehlemann (* 23. Mai 1837 in Marienwerder; † 26. Juni 1891 in Straßburg) verheiratet. Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor:

  • Maria Anna Wilhelmine Luise (* 9. März 1859 in Stettin) ∞ Rudolf Scherz
  • Klara Adele Auguste (* 10. August 1860 in Stargard; † 10. März 1927 in Pieske)
  • Alfred Eduard August Hermann (* 21. Dezember 1862 in Prenzlau; † 20. September 1914 bei Nampcel), preußischer Generalmajor und Kommandeur der 33. Infanterie-Brigade
  • Adele Berta Wilhelmine (* 1. Mai 1865 in Berlin; † 1. Oktober 1866 ebenda)
  • Wilhelm Viktor Eduard Arved (* 20. Februar 1867 in Berlin; † 1942), preußischer Generalmajor
  • Felix Ferdinand Konstantin Friedrich (* 7. Februar 1869 in Frankfurt (Oder); † 1. Mai 1936 in Kassel-Wilhelmshöhe), preußischer Generalmajor
  • Viktor Friedrich Karl (* 18. November 1870 in Frankfurt (Oder); † 15. Oktober 1873 in Altona)
  • Karl Eduard Otto Kurt (* 13. Oktober 1872 in Frankfurt (Oder)), Oberamtmann und Domänenpächter
  • Elisabeth Anna (* 29. Juni 1875 in Altona; † 1. Oktober 1875 ebenda)
  • Eberhard Julius Rudolf Paul (* 18. September 1876 in Altona; † 30. September 1917 bei Nyengedi, Deutsch-Ostafrika), Oberleutnant der Schutztruppe
  • Margarete Alice Ida (* 28. April 1879 in Görlitz; † 6. August 1893 in Berlin)

Literatur

Einzelnachweise

  1. Orden „pour le mérite“