unbekannter Gast
vom 30.10.2016, aktuelle Version,

Alois Fürstner

Alois Fürstner (* 23. Juli 1962 in Bruck an der Mur) ist ein österreichischer Chemiker.

Leben und Werk

Fürstner studierte ab 1980 Chemie an der Technischen Universität Graz, wo er 1985 sein Diplom ablegte und 1987 bei Hans Weidmann über Kohlenhydratchemie promovierte. Von 1990 bis 1991 war er Postdoktorand bei Wolfgang Oppolzer an der Universität Genf. 1992 habilitierte er sich mit einer Arbeit über Metall-Graphit-Verbindungen an der TU Graz. 1993 erhielt er einen Lehrauftrag an der Universität Dortmund und wurde 1993 Arbeitsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. Seit 1998 ist er außerplanmäßiger Professor an der Universität Dortmund und Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung. Gastprofessuren führten ihn an die Universität Claude Bernard (1994) und an die École normale supérieure, Paris (1999).

Fürstner forscht auf dem Grenzgebiet zwischen organischer und metallorganischen Chemie. Er untersucht sowohl die homogene als auch die heterogene Katalyse und entwickelt neue Katalyse-Verfahren zur Synthese komplexer Naturstoffe. So gelang ihm nach der Strukturaufklärung die Synthese vieler komplexer Glycolipide[1] und die des Antitumor-Alkaloids Roseophilin.[2] Besonders beschäftigt er sich mit der Metathese von Alkenen und Alkinen, mit dem ihm die erste ringschließende Alkinmetathese gelang.[3]

Veröffentlichungen

Er schrieb mehr als 225 Publikationen, darunter:

  • Moderne und klassische Methodik zur Olefinierung und Aldolisierung von Kohlenhydraten. Diplomarbeit, Graz 1985
  • Organisch-chemische Reaktionen mit hochaktivierten Metallen. Ein Beitrag zur Aktualisierung klassischer Reaktionen. Dissertation, Graz 1987
  • Metalle in der organischen Chemie. Hochaktivierung und Homogenkatalyse. Habilitationsschrift, Graz 1991 (enthält 18 Veröffentlichungen aus den Jahren 1986 bis 1991)
  • A. Fürstner und B. Bogdanovic: Neue Entwicklungen in der Chemie von niedervalentem Titan. In: Angewandte Chemie. Band 108, 1996, S. 2583–2609.
  • A. Fürstner und N. Shi: Nozaki-Hiyama-Kishi Reactions Catalytic in Chromium. In: Journal of the American Chemical Society. Band 118, 1996, S. 12349–12357.
  • A. Fürstner, C. Mathes und C. W. Lehmann: Mo[N(t-Bu)(Ar)]3 Complexes as Catalyst Precursors: In Situ Activation and Application to Metathesis Reactions of Alkynes and Diynes. In: Journal of the American Chemical Society. Band 121, 1999, S. 9453–9454.
  • A. Fürstner: Olefinmetathese und mehr. In: Angewandte Chemie. Band 112, 2000, S. 3140–3172
  • A. Fürstner, F. Stelzer und H. Szillat: Platinum-catalyzed Cycloisomerization Reactions of Enynes. In: Journal of the American Chemical Society. Band 123, 2001, S. 11863–11869.
  • A. Fürstner und A. Leitner: Eisenkatalysierte Kreuzkupplungen von Alkyl-Grignard-Verbindungen mit Arylchloriden, -tosylaten und -triflaten. In: Angewandte Chemie. Band 114, 2002, S. 632–635.
  • A. Fürstner, F. Jeanjean und P. Razon: Totalsynthese von Woodrosin I. In: Angewandte Chemie. Band 114, 2002, S. 2203–2206.

Auszeichnungen (Auswahl)

Mitgliedschaften

Einzelnachweise

  1. Alois Fürstner: Total Syntheses and Biological Assessment of Macrocyclic Glycolipids. In: European Journal of Organic Chemistry. 2004, Nr. 5, S. 943–958.
  2. A. Fürstner und H. Weintritt: Total Synthesis of Roseophilin. In: Journal of the American Chemical Society. Band 120, 1998, S. 2817–2825.
  3. A. Fürstner und N. Kindler: Macrocycle Formation by Ring-Closing-Metathesis. 2. An Efficient Synthesis of Enantiomerically Pure (R)-(+)-Lasiodiplodin. In: Tetrahedron Letters. Band 37, 1996, S. 7005–7008.
  4. Alois Fürstner erhält Inhoffen-Medaille. Pressemitteilung vom 24. März 2014 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de)

Literatur

  • Kurt Begitt (Redaktion), Gesellschaft Deutscher Chemiker (Herausgeber): Chemie und Biochemie in Deutschland. 2. Auflage, VCH, Weinheim [u. a.] 1995, S. 518, ISBN 3-527-29258-6
  • Awards. In: Chemistry International. Band 22, Nr. 4, Juli 2000