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vom 27.01.2017, aktuelle Version,

Altdeutsches Namenbuch

Das Altdeutsche Namenbuch (ANB) soll sämtliche Ortsnamen Deutschlands und Österreichs erfassen. Es werden Namen von Siedlungen, Bergen, Gewässern und Fluren aufgenommen, die seit der deutschen Besiedlung im Jahr 1200 schriftlich überliefert sind.

Das erste Altdeutsche Namenbuch ist ein Werk von Ernst Förstemann. Es wird in Österreich weitergeführt durch die Österreichische Akademie der Wissenschaften.

Entstehungsgeschichte

Die Idee für ein altdeutsches Namenbuch stammte von Jacob Grimm. Ernst Förstemann begann um 1849 mit der Realisierung.

Allerdings wusste Förstemann damals nicht, dass auch andere an einem ähnlichen Projekt arbeiteten und ihn deshalb bekämpften. Im Vorwort schrieb er hierzu: „Mit welchen mitteln sie kämpften, widerstrebt mir zu enthüllen, obgleich ich hier sehr auffallendes berichten könnte.“

Förstemann ließ sich davon nicht beirren und veröffentlichte 1856 den ersten Band, welcher einen starken Absatz fand. Förstemann sah sich bestätigt und konnte 1859 den zweiten Band herausgeben. 1872 erschien eine zweite, völlig neue Bearbeitung dieses Bandes. Während dieser Zeit musste Förstemann den Tod zweier ihm nahestehenden Personen hinnehmen: 1863 starb Jacob Grimm, 1876 sein Neffe und Verleger Ferdinand Förstemann.

In Österreich wird das Projekt heute am Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika des Zentrum für Sprachwissenschaften, Bild- und Tondokumentation (SBT) in Wien betrieben, und als Projekt zur Digitalisierung DINAMLEX genannt,[1] innerhalb dessen es in eine umfassendere Datenbank der bairischen Mundarten in Österreich eingebunden werden soll.[2]

Publikationen

  • Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen, 1. Auflage 1856;
    • völlig umgearbeitete Auflage Wilhelm Fink Verlag, München 1966 (Nachdruck der Ausgabe Bonn 1901).
  • Altdeutsches Namenbuch. Die Überlieferung der Ortsnamen in Österreich und Südtirol von den Anfängen bis 1200. Hgg. v. Institut für österr. Dialekt- und Namenlexika der Österr. Akademie der Wissenschaften. Bearbeitet v. I. Hausner, E. Schuster. Wien 1989 f. [3]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Im Rahmen des Projekts wurde eine Unicode-Font für die österreichischen Dialekte entwickelt: dinamlex-Font. (auf wboe.oeaw.ac.at, abgerufen 26. Dezember 2016).
  2. Datenbank der bairischen Mundarten in Österreich electronically mapped. Projektbeschreibung (auf wboe.oeaw.ac.at, abgerufen 26. Dezember 2016).
  3. oeaw.ac.at, onomastik.at