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vom 13.12.2016, aktuelle Version,

Amadeus Horse Indoors

Die Amadeus Horse Indoors ist eine seit 2006 stattfindende internationale Pferdesportveranstaltung in der Salzburgarena und im Messezentrum Salzburg. Im Jahr 2012 gehörte das Turnier erstmals der höchsten Turnierkategorie in Dressurreiten an (CDI 5*). Zudem wird eine Weltcupprüfung im Voltigieren und internationale Springprüfungen CSI 4*, CSIU25-A) durchgeführt.[1]

Geschichte

Bei der Premiere war das Turnier als internationales Springreitturnier der Kategorie CSI 2* ausgeschrieben. Im Folgejahr wurde das Preisgeld erhöht, es wurde ein CSI 3* sowie ein internationales Dressurturnier der Kategorie CSI 3* durchgeführt. Von diesem Jahr an bis 2013 war ein örtliches Automobilhandelsunternehmen, die Pappas Gruppe, Namenssponsor des Turniers. Im Jahr 2014 übernahm Edelsteinmanufaktur Mevisto das Namensponsoring, der vollständige Name des Turniers lautet daher nun Mevisto Amadeus Horse Indoors.

In Folge wuchs das Turnier zur umfangreichsten Pferdesportveranstaltung Österreichs. Ab dem Jahr 2008 wurden Dressur- und Springreiten auf internationalen 4*-Niveau ausgetragen. Seit 2007 macht der European Youngster Cup Station in Salzburg, 2012 wurde hier erstmals das Finale ausgetragen. Erstmals 2009 gastierten die Voltigierer in Salzburg, ein Jahr später war Salzburg bereits Station des neu gegründeten Voltigier-Weltcups.

Im Jahr 2012 waren die Amadeus Horse Indoors das erste Turnier in Österreich überhaupt sein, bei dem Dressurprüfungen als CDI 5* ausgeschrieben waren. Seit 2015 macht die Westeuropaliga des Dressurweltcups Station in Salzburg.[2]

Seit Jahren umfasst das Programm in Salzburg neben Prüfungen für Profisportler auch Prüfungen für den reiterlichen Nachwuchs in Dressur in Springen sowie Amateur-Springprüfungen.[3]

Das Turnier

Die Amadeus Horse Indoors fanden zunächst im Oktober, zu Beginn der Hallensaison, statt. Ab dem Jahr 2010 wurde das Turnier auf Anfang Dezember verlegt. Erster Turniertag ist jeweils Donnerstag, die Veranstaltung setzt sich bis zum Sonntagabend fort.

Die Hauptprüfungen des Turniers finden in der Salzburgarena statt. Daneben gibt es weitere Austragungsplätze in den angrenzenden Messehallen.[4] Neben dem Pferdesport findet in den Messehallen parallel eine Messe für Pferde- und Hundesport, die auch Themen abseits des Sports umfasst statt.

Des Weiteren gibt es Schaunummern, Polo, Horseball und Agility-Wettbewerbe.

Hauptprüfungen

Dressur

In der Dressur werden mehrere Prüfungen auf Grand Prix-Niveau ausgetragen. Hauptprüfungen sind der Grand Prix Spécial und die Grand Prix Kür, für die jeweils ein Qualifikation-Grand Prix de Dressage durchgeführt wird. Bis 2010 wurde nur ein Grand Prix de Dressage ausgetragen, der als Qualifikation für beide Hauptprüfungen diente.

Grand Prix Spécial

Der Grand Prix Spécial wird am Samstagnachmittag durchgeführt. Die Prüfung war 2015 mit 15.000 € dotiert, Sponsor war die Meggle AG.

Sieger:

  • 2007: Deutschland Ludwig Zierer mit Weltino (69,000 %)
  • 2008: Deutschland Holga Finken mit Wunschtraum (69,840 %)
  • 2009: Schweiz Marcella Krinke-Susmelj mit Corinth (68,292 %)
  • 2010: Deutschland Ulla Salzgeber mit Wakana (69,917 %)
  • 2011: Deutschland Dieter Laugks mit Weltall VA (76,667 %)
  • 2012: Osterreich Victoria Max-Theurer mit Blind Date (73,111 %)
  • 2013: Schweiz Marcela Krinke Susmelj mit Molberg (73,938 %)
  • 2014: Schweden Patrik Kittel mit Deja (76,471 %)
  • 2015: Deutschland Beatrice Buchwald mit Weihegold OLD (72,667 %)
  • 2016: Deutschland Bernadette Brune mit Spirit of the Age OLD (72,647 %)

Grand Prix Kür

Abschluss des internationalen Dressurprogramms bildet die Grand Prix Kür, die am Sonntagvormittag stattfindet. Diese Prüfung war im Jahr 2011 mit 11.000 € dotiert. Im Jahr 2015 war die Prüfung erstmals eine Etappe der Westeuropaliga des Dressurweltcups, das Preisgeld erhöhte sich von 28.500 Euro (im Jahr 2014) auf 50.000 Euro.

Sieger:

Springreiten

European Youngster Cup

Der European Youngster Cup (EY-Cup), eine Turnierserie für Reiterinnen und Reiter bis zum Alter von 25 Jahren, macht seit 2007 Station in Salzburg. Im Jahr 2008 gab es kein Finale der Serie, Salzburg bildete die letzte Station des EY-Cups in diesem Jahr. Das Finale, welches von 2009 bis 2011 beim Festhallen-Reitturnier Frankfurt stattfand, verlegte die Finaletappe im Jahr 2012 zu den Amadeus Horse Indoors.[5]

Im Jahr 2011 wurde die EY-Cup-Wertungsprüfung einmalig im Rahmen eines CSI 2* als U25-Sonderwertung durchgeführt. In diesem Jahr war diese Wertung mit 3500 € dotiert. In den übrigen Jahren wurden gesonderte Prüfungen für die U25-Reiter durchgeführt, die ab 2008 als (internationaler) CSIU25-A ausgeschrieben waren. 2012 wird das EY-Cup-Finale erstmals in Salzburg ausgetragen.

Die Hauptprüfung des EY-Cups bei den Amadeus Horse Indoors ist jeweils eine Springprüfung mit Siegerrunde oder mit Stechen. Die Höhe der Hindernisse betrug bis zum Jahr 2013 1,45 Meter (was einer Prüfung der Klasse S** entspricht), beginnend mit 2014 wurde auf 1,50 Meter erhöht. Das Preisgeld beträgt etwa 24.000 Euro.

Sieger EY-Cup-Springprüfung S**:

  • 2007: Schweiz Romeo Syfrig mit Usambara
  • 2008: Osterreich Theresa Widauer mit Alexa
  • 2009: Turkei Derin Demirsoy mit Surprise
  • 2010: Deutschland Maximilian Schmid mit Cuckoo
  • 2011: Vereinigtes Konigreich George Whitaker mit Tubana
  • 2012: Schweden Antonia Andersson mit Ouganda
  • 2013: Deutschland Tobias Meyer mit Seal
  • 2014: Deutschland Jana Wargers mit Cornet's Dream
  • 2015: Osterreich Alessandra Reich mit U Mijnheer
  • 2016: Deutschland Pia Reich mit Quiwi Dream

Finale High Fly Tour

Im Rahmen der Amadeus Horse Indoors findet das Finale der High Fly Tour statt. Hierbei handelt es sich um eine Serie von Mächtigkeitsspringprüfungen über mehrere Turniere in Österreich. Das Finale wird am späten Freitagabend ausgetragen und ist mit etwa 6000 € Preisgeld ausgestattet.

Sieger Mächtigkeitsspringen:

  • 2006: Deutschland Martin Schäufler mit San Angelo, Ungarn Szabolcs Krucsó mit Pirano Presto, Deutschland Mathias Raisch mit La Boom und Osterreich Thomas Metzger mit Lambada
  • 2007: Osterreich Thomas Metzger mit Lambada, Deutschland Philipp Schober mit Ladina B und Deutschland Toni Haßmann mit Collin
  • 2008: Bermuda Jillian Terceira mit Chaka III
  • 2009: Osterreich Thomas Gebath mit Cindarella und Ukraine Cassio Rivetti mit Rosa
  • 2010: Deutschland Maximilian Schmid mit Los del Rio
  • 2011: Spanien Antonio Marinas Soto mit Beaujoulaix van het Uilenhof
  • 2012: Vereinigtes Konigreich Robert Whitaker mit Cisero und Deutschland Jan Frederic Wömpner mit Lady Weingart
  • 2013: Deutschland Niels von Hirschheydt mit Condor, Deutschland Thomas Kleis mit Quick Vainqueur und Australien William James Passy mit Elliot
  • 2014: Lettland Kristaps Neretnieks mit Continue, Deutschland Max-Hilmar Borchert mit Cuba Libre und Deutschland Andre Plath mit Chacco
  • 2015: Deutschland Kai Wörtge mit Will Be Especiale
  • 2016: Tschechien Alena Gasperl mit Allman, Osterreich Stefanie Hirnböck mit Cuba Libre und Osterreich Christian Schranz mit Quantus

Gesamtsieger High Fly Tour:

  • 2008: Osterreich Thomas Gebath mit Cindarella
  • 2009: Niederlande Denis Evertse mit Pegasus
  • 2010: Deutschland Maximilian Schmid mit Los del Rio
  • 2011: Deutschland Maximilian Schmid mit Los del Rio
  • 2012: Osterreich Josef Konlechner mit Lance Missile
  • 2013: Deutschland Thomas Kleis mit Quick Vainqueur
  • 2014: Deutschland Max-Hilmar Borchert mit Cuba Libre
  • 2015: Deutschland Maximilian Schmid mit Vainqueur

Großer Preis

Höhepunkt der Springprüfungen bei den Amadeus Horse Indoors ist der Große Preis des CSI 5*, der Pappas Amadeus Horse Indoors Grand Prix. Dieser findet am Sonntagnachmittag statt und war im Jahr 2011 mit rund 100.000 € dotiert. Im ersten Jahr der Amadeus Horse Indoors war diese Prüfung mit einem Preisgeld von 22.000 € ausgestattet.

Sieger:

  • 2006: Osterreich Thomas Frühmann mit The Sixth Sense
  • 2007: Deutschland Markus Renzel mit Conally
  • 2008: Deutschland Franz-Josef Dahlmann mit Calanda
  • 2009: Osterreich Christian Fries mit Lanco
  • 2010: Schweiz Steve Guerdat mit Ferrari VI
  • 2011: Japan Taizo Sugitani mit Avenzio
  • 2012: Niederlande Maikel van der Vleuten mit Verdi
  • 2013: Schweiz Paul Estermann mit Castlefield Eclipse
  • 2014: Australien Amy Graham mit Bella Baloubet
  • 2015: Schweiz Romain Duguet mit Otello du Soleil
  • 2016: Italien Gianni Govoni mit Antonio

Voltigieren

Die Voltigierprüfungen finden überwiegend in der Voltige-Arena im Messezentrum statt. Einzelne bedeutende Prüfungen, so etwa die Weltcupküren, werden in der Salzburgarena ausgetragen.

Weltcup-Küren

Die Weltcupprüfung, die seit 2010 in Salzburg ausgetragen wird, besteht aus jeweils zwei Küren, nach Geschlechtern der Athleten getrennt. Die zweiten Kürprüfungen finden am Sonntag nach dem Großen Preis der Springreiter statt. Bereits 2009 wurde eine entsprechende Prüfung durchgeführt. Im Jahr 2013 wurde der Voltigierweltcup um eine Pas de Deux-Tour ergänzt.

Sieger Damen:

  • 2009: Osterreich Jasmin Gipperich mit Apollo, Longenführer: Klaus Heidacher (7,897 Punkte)
  • 2010: Schweiz Simone Jäiser mit Luk, Longenführerin: Rita Blieske (8,493 Punkte)
  • 2011: Vereinigtes Konigreich Joanne Eccles mit Bentley, Longenführer: John Eccles (8,693 Punkte)
  • 2012: Italien Anna Cavallaro mit Harley, Longenführer: Nelson Vidoni (8,785 Punkte)
  • 2013: Italien Anna Cavallaro mit Harley, Longenführer: Nelson Vidoni (8,504 Punkte)
  • 2014: Osterreich Lisa Wild mit Robin, Longenführerin: Nina Rossin (8,910 Punkte)
  • 2015: Italien Anna Cavallaro mit Harley, Longenführer: Nelson Vidoni (8,373 Punkte)
  • 2016: Italien Anna Cavallaro mit Monaco Franze, Longenführer: Nelson Vidoni (8,499 Punkte)

Sieger Herren:

  • 2009: Deutschland Kai Vorberg mit Sir Bernhard RS von der Wintermühle, Longenführerin: Kirsten Graf (7,798 Punkte)
  • 2010: Schweiz Patric Looser mit Rossini RS von der Wintermühle, Longenführerin: Ines Nawroth (8,460 Punkte)
  • 2011: Schweiz Patric Looser mit Rossini RS von der Wintermühle, Longenführerin: Alexandra Knauf (9,086 Punkte)
  • 2012: Tschechien Lukas Klouda mit Radix SB, Longenführerin: Maria Imhäuser (8,489 Punkte)
  • 2013: Frankreich Nicolas Andréani mit Le Grand Chevalier, Longenführerin: Eva Maria Kreiner (8,596 Punkte)
  • 2014: Frankreich Nicolas Andréani mit Ramazotti, Longenführerin: Elke Schelp-Lensing (8,973 Punkte)
  • 2015: Deutschland Jannis Drewell mit Lago Maggiore, Longenführerin: Simone Drewell (8,509 Punkte)
  • 2016: Schweiz Lukas Heppler mit Ramazotti, Longenführerin: Melanie Neubauer (8,541 Punkte)

Sieger Pas de Deux:

  • 2013: Osterreich Jasmin Lindner und Lukas Wacha mit Famous Face, Longenführerin: Veronika Greisberger (8,868 Punkte)
  • 2014: Osterreich Evelyn Freund und Stefanie Millinger mit Robin, Longenführerin: Nina Rossin (9,127 Punkte)
  • 2015: Italien Erika di Forti und Lorenzo Lupacchini mit Little Louis, Longenführerin: Marcella Hoffmann (7,930 Punkte)
  • 2016: Italien Silvia Stopazzini und Lorenzo Lupacchini mit Rosenstolz, Longenführerin: Laura Carnabuci (8,175 Punkte)

Vielseitigkeit

Seit dem Jahr 2013 wird im Rahmen der Amadeus Horse Indoors eine Hallenvielseitigkeit durchgeführt. Es handelt sich hierbei um eine national ausgeschriebene Zeitspringprüfung. Neben einzelnen normalen Springhindernissen besteht der Parcours überwiegend aus Vielseitigkeitshindernissen wie einem Wasserdurchritt, einem „Eulenloch“ und heckenartigen Hindernissen.

Besonderheit der Salzburger Hallenvielseitigkeit ist, dass diese über drei Hallen hinweg durchgeführt (Start und Ziel in der Salzburgarena). Hierbei wird die Zeit nur innerhalb der Hallen gemessen, die Wegzeiten zwischen Salzburgarena und Messehallen geht nicht in das Ergebnis ein. Die Prüfung ist mit 15.000 Euro dotiert.

Sieger:

Einzelnachweise

  1. Amadeus Horse Indoors 2012 im FEI-Turnierkalender
  2. Salzburg wird Weltcup-Station, Reiter Revue International, 5. Dezember 2013
  3. FEI-Turnierkalender
  4. Zeitplan und Ergebnisse der Amadeus Horse Indoors 2011
  5. Belege siehe European Youngster Cup