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vom 23.10.2017, aktuelle Version,

Ansitz Melans

Ansitz Melans

Der Ansitz Melans liegt in der Gemeinde Absam im Bezirk Innsbruck Land von Tirol (Melans 1).

Geschichte des Ansitzes

Der Ansitz wird um 1300 als Lehen des Hochstiftes Augsburg erwähnt, 1315 werden hier Chunrad der Vegler und sein Bruder Eberlein, Söhne des Salzmairs Eberhardt Vegler, als Eigentümer genannt. Um 1400 gehörte Melans dem Lienhard Rutzenlacher. 1413 wird der Ansitz durch bayrische Truppen zerstört, verkauft und wieder aufgebaut. Kurze Zeit (ab 1450) war er im Eigentum von Herzog Sigismund dem Münzreichen, der ihn dann um 1455 der Haller Familie Fieger pfandweise überließ; diese erbaute auch den Ansitz Neumelans in Südtirol und benannte ihn nach dem älteren Sitz. Zwischen 1535 und 1660 war der Ansitz Eigentum der Zott von Perneg. 1537 erhielt Melans die niedere Gerichtsbarkeit über diese Region, diese wurde erst 1830 an das Landgericht Hall abgegeben. 1815 kam der Ansitz in den Besitz von Felix Adam von Riccabona, seitdem ist er im Besitz der Familie Riccabona von Reichenfels.

Das Gebäude wurde 1689 durch ein Erdbeben zerstört und 1700 wieder aufgebaut, wesentliche Umbauten erfolgten im 19. Jahrhundert und zuletzt 1980.

Ansitz Melans heute

Der Ansitz ist zweigeschossig mit einem quadratischen Grundriss. Das Gebäude ist mit einem Walmdach gedeckt. Im Inneren befindet sich eine 1516 geweihte Kapelle, die nach den beiden Erdbeben von 1670 und 1689 neuerlich geweiht werden musste.

Im 19. Jahrhundert wurde an der Nordostseite eine Hofanlage mit einem zweigeschossigen neugotischen Arkadengang angelegt, der zu der ebenfalls neugotischen Kapelle von 1890 führt. Die Kapelle trägt einen Giebelreiter und besitzt im Inneren ein Sterngratgewölbe. Das barocke Altargemälde stellt die Himmelfahrt Mariens dar.

Im 19. Jahrhundert wurden auch die mehrfach trassierten Gärten südlich und südwestlich des Ansitzes neu gestaltet. Im südlichen Gartenteil befindet sich ein Wegkreuz mit einem Springbrunnen. Er ist mit niedrigen Buchsbaumhecken gegliedert. Südwestlich liegt eine Aussichtsplattform, Bellevue[1] genannt, aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der östliche Gartenbereich wurde vor 1847 mit einem Wäldchen gestaltet. Zur Wiederherstellung des Ansitzes durch Felix Riccabona wurde 1836 ein Gedenkstein errichtet.[2] Die den Ansitz teilweise umgebende niedrige Zinnenmauer stammt ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert.

Literatur

  • Eva Berger: Historische Gärten Österreichs: Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Tirol Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930 (Band 2). Böhlau, Wien 2003, ISBN 978-3-205-99352-0.
  • Georg Clam Martinic: Burgen und Schlösser in Österreich. Landesverlag im Veritas Verlag, Linz 1991, ISBN 3-85214-559-7.

Einzelnachweise

  1. Bellevue auf wiktionary
  2. Eva Berger, 2003, S. 648.
  Commons: Absam, Ansitz Melans  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien