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vom 23.10.2017, aktuelle Version,

Ansitz Stillendorf

Der Ansitz Stillendorf in Bozen
Der Ansitz Stillendorf von Westen aus betrachtet

Der Ansitz Stillendorf ist ein Edelsitz in Bozen mit ausgedehntem Park. Er befindet sich in der Wangergasse an der Ecke zur Rauschertorgasse. Seit 1982 steht er unter Denkmalschutz.

Ein Hof zu Stillendorf wird schon 1237 erwähnt. Stillendorf war ursprünglich nur der Flurname für die Gegend zwischen Schloss Maretsch und der Rauschertorgasse. Der heutige Ansitz wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts von der Tiroler Adelsfamilie Giovanelli umgestaltet, kam später in die Hände der Familie von Menz und dann über Heirats- (1770) und Erbwege (1807) an die Familie von Zallinger, die seit 1637 den Ansitz Thurn (Bozen) besaß. Sie veränderte den Ansitz im 19. Jahrhundert stark und nahm Ende des Jahrhunderts das Prädikat von Stillendorf an.

Franz von Zallinger-Stillendorf schenkte den Eucharistinern 1897 den Grund für den Bau der benachbarten Herz-Jesu-Kirche und eines Klosters. Vom Ansitz Stillendorf führt ein Verbindungsgang in die Kirche. Am Bozner Blutsonntag, dem 24. April 1921, starb der Lehrer Franz Innerhofer aus Marling beim Versuch, einen Jungen vor Faschisten zu beschützen, durch Schüsse im Hauseingang des Ansitzes. Daran erinnert eine Gedenktafel am Unglücksort.

Literatur

  • Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Bolzanos, Österreichische Verlagsgesellschaft, Wien/Augsburg 1926, S. 186
  • Franz von Zallinger-Stillendorf: Ansitz Stillendorf, Sonderdruck aus den Nummern 94, 96 und 99 des Tiroler Volksblattes vom Jahre 1871.
  Commons: Ansitz Stillendorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts