unbekannter Gast
vom 10.04.2016, aktuelle Version,

Anton August Naaf

Abbildung des Schriftstellers Anton August Naaf

Anton August Naaf (geboren als Anton Franz Naaf) (* 28. November 1850 in Weitentrebetitsch; † 27. Dezember 1918 in Wien) war ein böhmisch-österreichischer Dichter, Schriftsteller und Herausgeber.

Leben

Naaf wurde 1850 in Weitentrebetitsch als Sohn des Bauern Anton Naaf und dessen Ehefrau Theresia geb. Donner († 1915 in Wien) geboren. Seine Familie war seit 1550 in der Gegend von Podersam-Saaz ansässig. Er besuchte das Unter-Gymnasium in Saaz und das Ober-Gymnasium in Komotau. Anschließend studierte er von 1871 bis 1874 Rechtswissenschaft an der Karls-Universität in Prag und der Universität Wien. Nachdem Naaf zeitweise sehr schwer erkrankt war, entschloss er sich Schriftsteller zu werden. Ab 1875 war er als Redakteur beim Deutschen Volksblatt tätig. 1879 wurde er Leiter des Teplitz-Schönauer Anzeigers.

1880 übersiedelte er nach Wien und war ab 1881 Redakteur und Herausgeber der Musik- und Literaturzeitung Die Lyra. Wiener Allgemeine Zeitschrift für die literarische und musikalische Welt. Sowohl in der Lyra als auch in anderen Zeitschriften veröffentlichte Naaf zahlreiche Aufsätze (beispielsweise eine Serie Das deutsche Volkslied in Österreich) und Gedichte. Seine Lyrik wurde zudem in Sammelbänden veröffentlicht und häufig vertont. Neben zahlreichen weiteren deutschen und österreichischen Dichtern und Musikern veröffentlichte auch seine Ehefrau, die böhmisch-österreichische Schriftstellerin Marianne Eggersberg (* 30. Januar 1852 in Kaaden; † Mai 1938 in Wien) einige ihrer Gedichte und Geschichten.

Naaf trat 1906 als Kandidat für die deutschnationale Partei bei den Gemeindewahlen in Wien an. 1910 wurde er anlässlich seines 60. Geburtstages mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er die große Schubert-Medaille, die Karl-Friedrich-Zelter-Medaille und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Komotau. [1] 1911 übergab er seine Zeitung "Die Lyra" an den allgemeinen deutschen Sängerbund. Am 27. Dezember 1918 starb Naaf in Wien. [2]

Naaf war Ehrenbürger der böhmischen Städte Brüx, Komotau und Willomitz. [3]

Werke (Auswahl)

  • Liebesgaben: Poesien- und Novellen-Album. 1877, Komotau: Brüder Butter
  • Die Dux-Teplitzer Gruben- und Quellenkatastrofe vom Jahre 1879. Leipzig 1879, Knapp
  • Von stiller Insel. Leipzig 1882, Friedrich
  • Von schwarzer Erde: Deutsche Volksgeschichte aus Oesterreich. Wien 1885, Leykam
  • Aus dem Dornbusch: Lieder vom Hügel. Leipzig 1890, Pierson
  • Gartheil und Krauseminz: Lieder im Volkston. Berlin 1891, Verlag. v. Herm. J. Meidinger
  • Zehn Sommer: Lieder und Gedichte aus dem Lebensbuche eines Wandernden. Wien 1906, Lyra
  • Zwischen den Wettern. Wien 1915/16, Lyra

Literatur

Einzelnachweise

  1. Feier zum 60. Geburtstag
  2. Nachruf für Anton August Naaf
  3. Ehrenbürgerschaft in Brüx, Komotau und Willomitz