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vom 20.02.2017, aktuelle Version,

Anton Lukesch

Anton Lukesch (* 29. Dezember 1912 in Graz; † 5. Juni 2003 in Lima in Peru[1]) war ein österreichischer Theologe und ebenso wie sein Bruder Karl Lukesch Missionar und Südamerikaforscher.

Leben

Anton Lukesch studierte Jura und Theologie an der Universität Graz. 1948 wurde er zum Priester geweiht. Danach war er als Kaplan in mehreren steirischen Orten tätig. Er trat dann in den Orden der Missionare vom Kostbaren Blut in Salzburg ein. 1952 brach er zu seinem ersten Missionseinsatz nach Brasilien auf. Zwischen 1959 und 1965 war er steirischer Caritasdirektor, ging aber bald wieder nach Südamerika. Er wurde schließlich Professor für Missionswissenschaft und Völkerkunde an den Universitäten Graz und Wien, betrieb aber zwischendurch immer Forschungen im Amazonasgebiet.

15 Jahre lang lebte er ausschließlich als Missionar unter den Indianern am brasilianischen Rio Xingu und entdeckte zusammen mit seinem Bruder Karl den Indiostamm der Asurini, die bis dahin völlig isoliert gelebt hatten. 1985 zog er sich als Pensionist endgültig nach Südamerika zurück, um sich den verarmten Indios in den Anden zu widmen.

Die Sammlung von Anton Lukesch und dessen Bruder Karl wurde als Indianermuseum in das Stadtmuseum Köflach integriert.[2]

Ehrungen

  • Ehrendoktorat (Dr. phil. h. c.) der Universität Wien am 13. November 1991[3]

Publikationen

  • 1963: Religionsbuch der Kayapó-Indianer: ein Beitrag zur Akkommodation und Akkulturation bei Naturvölkern. St. Gabriel-Verlag: Mödling.
  • 1972: Einführung in die Ethnologie Südamerikas, gemeinsam Josef Haekel. Institut für Völkerkunde der Universität Wien: Engelbert Stiglmayr Verlag.
  • 1976: Bearded indians of the tropical forest. The Asurini of the Ipiacaba: notes and observations on the first contact and living together. Akademische Druck- und Verlagsanstalt: Graz. ISBN 3201009687.
  • 1980: Spannungsfeld Südamerika. Verlag Styria: Graz. ISBN 3222112606.
  • 1990: Schamanen am Rio Xingu: Neuentdeckte Indianerstamme im brasilianischen Urwald. Graz: Verlag Böhlau. ISBN 3205052889.
  • 1994: Der Tapir, der an der Himmelsstütze nagt. Mythos und Leben der Kayapo-Indianer. Graz: Verlag Böhlau. ISBN 3-205-98160-X.
  • 1994: Der Missionar und die Kulturen. Internationale katholische Zeitschrift Communio, Heft 6, S. 556–576.

Literatur

  • H. & W. Senft (1999): Aufbruch ins Unbekannte. Graz: Stocker Verlag.

Einzelnachweise

  1. Der Standard, 11. Juni 2003, Missionar Lukesch verstorben
  2. Kleine Zeitung, 29. Oktober 2013, Indianermuseum: Neue Heimat in Köflach
  3. Ehrendoktorat für Anton Lukesch an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien. Abgerufen am 19. Juli 2015.