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vom 06.01.2017, aktuelle Version,

Anton von Radziwill

Anton von Radziwill, 1901

Anton Wilhelm Fürst Radziwill (poln. Antoni Wilhelm Radziwiłł, lit. Antanas Vilhelmas Radvila) (* 31. Juli 1833 in Teplitz; † 16. Dezember 1904 in Berlin) war ein preußischer Offizier, zuletzt General der Artillerie sowie langjähriger Generaladjutant und Vertrauter des Preußischen Königs und späteren Kaisers Wilhelm I.

Leben

Anton entstammte dem polnisch-litauischen Adelsgeschlecht Radziwiłł. Er war Sohn des späteren preußischen Generals der Infanterie Wilhelm Fürst von Radziwill. Sein Onkel war Boguslaw Fürst Radziwill. Er selbst heiratete Marie de Castellane.

Radziwill wurde 1852 Sekondeleutnant im Garde-Artillerieregiment. Im August 1856 begleitete er den damaligen Thronfolger Prinz Wilhelm von Preußen zur Krönung des Zaren Alexander II. nach Moskau. Zwischen 1858 und 1861 besuchte er die Kriegsakademie. Als Hauptmann nahm er 1866 im Generalstab des Gardekorps am Deutschen Krieg teil. Radziwill war langjähriger Flügeladjutant und Vertrauter von Wilhelm I. Er übergab Vincent Graf Benedetti die ablehnende Haltung Preußens infolge der Emser Depesche.

Im Jahr 1885 wurde er zum Generaladjutanten von Wilhelm I. ernannt. Er behielt die Funktion auch unter Friedrich III. Nach dessen Tod wurde er von Wilhelm II. entlassen. Radziwill schied aus dem aktiven Dienst im Range eines Generals der Artillerie aus, wurde aber weiterhin bis zu seinem Tode in den Ranglisten der Preußischen Armee geführt. Seit 1871 gehörte er als erbliches Mitglied dem preußischen Herrenhaus an.

Das Ehepaar Radziwill führte in Berlin ein gastliches Haus. Marie von Radziwill war eine bedeutende Berliner Salonnière. Der Empfang polnischer Gäste und Politiker der Zentrumspartei führten in der Kulturkampfzeit zum Misstrauen von Otto von Bismarck, zumal der Cousin Ferdinand von Radziwill Führer der polnischen Fraktion im Reichstag war.[1]

Ehrungen

Für seine Verdienste wurde Radziwill mehrfach ausgezeichnet. So stand er à la suite des 1. Garde-Feldartillerie-Regiments und war Inhaber höchster Orden und Ehrenzeichen wie bspw.:

Literatur

Einzelnachweise

  1. Petra Wilhelmy-Dollinger: Die Berliner Salons. Berlin 2000. S. 251.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1902, Hrsg.: Kriegsministerium, Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1902, S. 8