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vom 12.01.2017, aktuelle Version,

Arbi Chakaev

Arbi Chakaev (russisch Арби Маирбекович Чакаев, Arbi Mairbekowitsch Tschakajew; * 13. Oktober 1990 in Proletarsk) ist ein österreichischer Profiboxer russischer Herkunft im Mittelgewicht.

Boxkarriere

Arbi Chakaev ist Rechtsausleger und boxte für den BC Unterberger in Wörgl. Er wurde 2007 Österreichischer Juniorenmeister im Weltergewicht, 2009 Österreichischer Juniorenmeister im Mittelgewicht, 2010, 2011, 2012 und 2013 Österreichischer Meister im Mittelgewicht, sowie 2014 Österreichischer Meister im Halbschwergewicht. Darüber hinaus wurde er 2007 und 2008 jeweils auch Tiroler Juniorenmeister im Weltergewicht, sowie 2009, 2010 und 2011 Tiroler Meister im Mittelgewicht.

Von September bis Oktober 2011 nahm er als einziger österreichischer Vertreter bei den 16. Weltmeisterschaften in Baku teil, wo er sich in der Vorrunde gegen Emmanuel Quarshie aus Ghana durchsetzte, jedoch anschließend gegen den Kubaner Emilio Correa Bayeux eine Punktniederlage hinnehmen musste.

Beim 39. Chemiepokal im März 2012 in Halle, traf er bereits in der Vorrunde auf den späteren Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 2012 Esquiva Falcão Florentino aus Brasilien und unterlag diesem 13:20. Anschließend startete er im April desselben Jahres beim in Trabzon ausgetragenen europäischen Qualifikationsturnier zur Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in London, wo er jedoch gegen den Russen Maxim Koptjakow 5:14 verlor. Auch bei den 1. U-22 Europameisterschaften im Dezember 2012 in Kaliningrad, unterlag er im Achtelfinale dem russischen Lokalmatador Maxim Timofejew nach Punkten.

Beim 40. Chemiepokal in Halle 2013, stieg er mit einer Bronzemedaille aus. Er war im Halbfinale gegen den Deutschen Stefan Härtel nach Punkten unterlegen. Bei den Europameisterschaften im Juni 2013 in Minsk, verlor er im Achtelfinale gegen Jason Quigley aus Irland, nachdem er in der Vorrunde den Finnen Kaupo Arro besiegt hatte.

Seit Juni 2016 boxt Chakaev im Profilager.

Ergebnisse weiterer internationaler Turniere (Auswahl)

  • Oktober 2009: 2. Platz im Mittelgewicht beim 18. Dolomiten Cup in Lienz (Sieg gegen Giulio Schiavon aus Italien, Niederlage gegen Tomáš Bezvoda aus Tschechien)
  • Oktober 2010: 2. Platz im Mittelgewicht beim 19. Dolomiten Cup in Lienz (Sieg gegen Davide Faraci aus der Schweiz, Niederlage gegen Stefan Härtel aus Deutschland)
  • September 2011: 2. Platz im Mittelgewicht beim 42. Nations Cup in Wiener Neustadt (Sieg gegen Nikq Kreshnik aus der Schweiz, Niederlage gegen Glodi Eneste aus Norwegen)
  • Oktober 2011: 1. Platz im Mittelgewicht beim 20. Dolomiten Cup in Lienz (Siege gegen Suriel Hooker aus den Niederlanden und Josef Kučerik aus der Slowakei)
  • März 2012: 1. Platz im Mittelgewicht beim 2. Vienna Box Cup in Wien (Siege gegen Josef Pavlis aus Tschechien und Kyriakos Spanos aus Zypern)
  • März 2012: 2. Platz im Mittelgewicht beim 43. Grand Prix in Ústí (Sieg gegen Tomáš Bezvoda aus Tschechien, Niederlage gegen Anthony Ogogo aus England)
  • Juni 2012: 2. Platz im Mittelgewicht beim Grand Prix Slovakia in Nitra (Sieg gegen László Tóth aus Ungarn, Niederlage gegen Josef Pavlis aus Tschechien)
  • Juni 2012: 2. Platz im Mittelgewicht beim 21. Chemnitzer Boxturnier in Chemnitz (Sieg gegen Pedro Sado aus Deutschland, Niederlage gegen Peter Müllenberg aus den Niederlanden)
  • Oktober 2012: 3. Platz im Mittelgewicht beim 33. Tammer Turnier in Tampere (Sieg gegen Luca Podola aus Italien, Niederlage gegen Henry Kekalainen aus Finnland)

Sonstiges

Arbi Chakaev flüchtete zusammen mit seiner Mutter, seinem Bruder und seiner Schwester vor dem Krieg in Tschetschenien. Sein Vater kam bei den Kampfhandlungen ums Leben. Er war anfangs im Flüchtlingslager Traiskirchen untergebracht und lebt heute in Tirol. Seit dem 18. April 2011 besitzt er die österreichische Staatsbürgerschaft.