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vom 13.05.2017, aktuelle Version,

Arnold Hartig

Arnold Hartig (* 12. August 1878 in Brand bei Tannwald, Böhmen; † 2. Februar 1972 in Purkersdorf bei Wien) war ein böhmischer Bildhauer und Medailleur, der sechs Jahrzehnte in Wien tätig war. Insgesamt schuf er etwa 600 Werke.

Leben und Wirken

Arnold Hartig war Schüler des Stahlgraveurs Rudolf Zitte. Anschließend besuchte er die kunstgewerbliche Fachschule im nordböhmischen Gablonz und danach die Kunstgewerbeschule in Wien bei Istvan Stefan Schwartz. Sein Frühwerk 1903/1904 war am Jugendstil orientiert. 1905 wurde er Mitglied (ab 1970 Ehrenmitglied) des Wiener Künstlerhauses. Er entwarf Großreliefs und Medaillen von Persönlichkeiten und im Ersten Weltkrieg im Auftrag des österreichischen Kriegsfürsorgeamtes auch Kriegsmedaillen.

Nach dem Ende der Monarchie Österreich-Ungarn schuf Hartig Porträts von Industriellen. Zudem arbeitete er mit dem Wiener Hauptmünzamt zusammen, für das er zahlreiche Schillingmünzen entwarf. Bekannt wurden seine Porträts der Komponisten Mozart, Haydn, Beethoven und Schubert. In den 1930er Jahren wandte er sich der religiös inspirierten Medaille zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf er Medaillen von bekannten Sudetendeutschen. Zu seinem Spätwerk gehören Medaillen, auf denen u. a. Papst Pius XII. dargestellt wird.

1964 erschien Hartigs Autobiographie: Aus meinem Leben. Vom Bauernjungen zum Künstler. Erlebnisse mit Porträtierten Persönlichkeiten. Seinen künstlerischen Nachlass übergab Arnold Hartig 1965 dem Museum Lauriacum in Enns.

Werke (Auswahl)

100-Schilling-Goldmünze 1926–34
Wertseite 25-Schilling-Silbermünze 1955–64
  • Raphael-Donner Tafel in Essling, heute ein Ortsteil von Wien
  • Christus-Statue in der Kirche in Gablonz
  • Relief "Bergpredigt" in Aussig
  • 25- und 100-Schilling-Goldmünzen 1926–34
  • Wertseite der 25- und 50-Schilling-Silbermünzen (1. Form mit 9 Wappen) 1955–64

Literatur

  Commons: Arnold Hartig  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien