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vom 30.03.2018, aktuelle Version,

Arzberg (Steiermark)

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Arzberg (Ehemalige Gemeinde)
Ortschaft
Historisches Wappen von Arzberg
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Katastralgemeinde Arzberg
Arzberg (Steiermark) (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Weiz (WZ), Steiermark
Gerichtsbezirk Weiz
Koordinaten 47° 14′ 55″ N, 15° 31′ 1″ Of1
Höhe 579 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 544 (11. Jänner 2014)
Gebäudestand 173 (2001f1)
Fläche d. KG 4,85 km²
Postleitzahl 8162f1
Vorwahl +43/3179f1
Statistische Kennzeichnung
Gemeindekennziffer 62279
Ortschaftskennziffer 16226
Katastralgemeinde-Nummer 64302
Zählsprengel/ -bezirk Arzberg (62279 001)

Blick auf Arzberg (2010)
Eigenständige Gemeinde bis Ende 2014
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

Die ehemalige Gemeinde Arzberg ( Aussprache?/i) mit 544 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) liegt in der gleichnamigen Bergbauregion in der Steiermark nordöstlich von Graz. Sie war eine Mitgliedsgemeinde im Almenland. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist sie ab 2015 mit den Gemeinden Passail, Hohenau an der Raab und Neudorf bei Passail zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde führt den Namen Marktgemeinde Passail weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2]

Geografie

Lage der ehemaligen Gemeinde im Bezirk Weiz

Arzberg liegt im Bezirk Weiz im österreichischen Bundesland Steiermark im Tal der Raab. Nördlich von Arzberg ist der Eingang zur naturnahen Raabklamm, deren Besuch kostenlos ist. Östlich steigt das Gelände steil zum Sattelberg hin an.

Gliederung

Die ehemalige Gemeinde Arzberg bestand aus der einzigen Katastralgemeinde und gleichnamigen Ortschaft Arzberg.

Geologie

Die silberführenden Blei- und Zinkerze bildeten sich vor circa 400 Millionen Jahren. Erzschlämme lagerten sich als Folge von Vulkanausbrüchen und Erdbeben auf dem Grund des damaligen Ur-Meeres ab, das sich im Gebiet der heutigen Region Arzberg erstreckte. Im Laufe der Erdentwicklung bildeten sich aus den Erzschlämmen die Arzberger Erzlager.

Geschichte

In einer Schenkungsurkunde vom 12. Juli 1242 wird Arzberg, was so viel wie Berg aus Erz bedeutet, erstmals als "Aerzeperck" erwähnt.

Bergbau

Bereits im frühen Mittelalter wurde silberhaltiger Galenit (Bleiglanz) als Rohstoff für eine reichhaltige Gewinnung von Silber abgebaut, mit dem die Grazer Münze versorgt wurde. 1424 wurde die Bergbautätigkeit durch die "Rechberger Bergordnung" rechtlich geregelt.[3] Die Blütezeit des Abbaus von Bleiglanz zur Silber- und Bleierzeugung war im 18. Jahrhundert. Aus 1000 kg Gestein gewann man 0,5 kg Silber. Der Abbau wurde aber auch noch im 19. Jahrhundert betrieben. Die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850. Von ca. 1900 bis 1927 erfolgte der Abbau von Galenit und Sphalerit (Zinkblende) zur Gewinnung von Blei, Silber und Zink. Eigentümer der Bergwerke wird 1903 die Aktiengesellschaft Societé des Zincs et Plombs Argentifers de Styrie, Lausanne (Schweiz). Im Jahr 1909 wurde die Aktiengesellschaft Societé des Mines d’Haufenreith, Paris (Frankreich) neuer Eigentümer. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Rohstofflagerstätten der Region von 1915 bis 1918 unter militärische Verwaltung gestellt. In der Folge musste wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten ein Zwangsverwalter eingesetzt werden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde von 1918 bis 1924 die Montana Bergbau Industrie Ges.m.b.H. Eigentümer der Bergwerke. Im Jahr 1924 wechselte der Eigentümer erneut, die Bergwerke gehörten jetzt der Haufenreither Blei- und Zinkerz Bergbau AG, Wien, die die Bergbautätigkeit im Raum Arzberg 1927 einstellte. Nach Abschluss der Sicherungsarbeiten erfolgte 1935 die Heimsagung der Bergleute. In den Jahren 1973 bis 1975 wurden die Lagerstätten erneut auf Rentabilität des Abbaus untersucht. Eine Wiederaufnahme der Bergbautätigkeit wurde jedoch verworfen. Einer der alten Stollen wurde als Schaubergwerk eingerichtet.

So nahm 1995 der Schau- und Lehrstollen in der Gemeinde Arzberg seinen Betrieb auf, der somit das einzige noch begehbare Silberbergwerk im Grazer Bergland ist. Der Weg durch das Schaubergwerk, das nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann, führt vom Raab-Stollen, über den Raabschacht und den Arzbergschacht zum Erb-Stollen.

Politik

Letzter Bürgermeister war Franz Kappmaier (ÖVP). Der Gemeinderat setzte sich nach der Wahl 2010 folgendermaßen zusammen:

Wappen

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. März 1977.
Blasonierung (Wappenbeschreibung):

„In grünem Schild ein gestürzter silberner Anker unterlegt vom silbernen Bergwerkszeichen.“ [4]
Kirche von Arzberg mit Pfarrhof

Religion

In Arzberg befindet sich die Kapelle zum Hl. Jakobus dem Älteren, die am Mariazeller Pilgerweg liegt.

Sport

Die Fußballmannschaft von USV-Arzberg spielt momentan in der Unterliga Ost (sechsthöchste Leistungsstufe in Österreich).

  • Saison 2011/12: Platz 2 (1. Klasse Ost B)
  • Saison 2012/13: Platz 2 (1. Klasse Ost B)
  • Saison 2013/14: Platz 3 (1. Klasse Ost B)
  • Saison 2014/15: Platz 1 (1. Klasse Ost B - Aufstieg in die Gebietsliga Ost)
  • Saison 2015/16: Platz 6 (Gebietsliga Ost)
  • Saison 2016/17: Platz 2 (Gebietsliga Ost - Aufstieg in die Unterliga Ost)
  • Saison 2017/18: Unterliga Ost

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  Commons: Arzberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 11 Z 2 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 4.
  3. Archivlink (Memento des Originals vom 22. Januar 2005 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.arzberg.at
  4. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 28, 1978, S. 27