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vom 10.11.2017, aktuelle Version,

Audioversum

Das AUDIOVERSUM ist ein Science Center (Wissenschaftsmuseum) in Innsbruck, Tirol, Österreich, das naturwissenschaftliche Zusammenhänge und medizintechnische Entwicklungen in der Hörimplantatstechnologie interaktiv erlebbar und verständlich macht. Ziel ist die verstärkte Aufklärung über die Bedeutung des Hörens für die Kommunikation, Lebensqualität und Entwicklung des Menschen. Die Exponate sind interaktiv, ermöglichen selbstbestimmtes Lernen, setzen kein Vorwissen voraus und haben eine spielerische Komponente.[1]

Entstehungsgeschichte

Das Science Center entstand auf Initiative der Firma MED-EL, dem internationalen Hersteller von Hörimplantat-systemen in direkter Zusammenarbeit mit der Stadt Innsbruck.[1]

Nach drei Jahren Planungs- und Bauzeit übergab die Bürgermeisterin von Innsbruck, Christine Oppitz-Plörer, im Herbst 2012 die ehemaligen Räumlichkeiten der „Kammerlichtspiele“ an die Firma MED-EL und den Verein „Freies Theater Innsbruck“.[2]

Das Audioversum wurde nach eineinhalb Jahren Planung, Entwicklung der Exponate und Realisierung des Ausstellungskonzepts am 30. Januar 2013 eröffnet.[3][4]

Ausstattung

  • Dauerausstellung „Abenteuer Hören“
  • Dauerausstellung „MED-EL World“
  • zusätzliche Ausstellungsbereiche
  • Soundlabor
  • 1500 m2 Ausstellungsfläche
  • Shop & Café

Architekturkonzept

Die Ausstellungsarchitektur greift die Klanglandschaft in Form und Farbgebung sowie über die verwendeten Materialien auf. Weiche und organische Materialien wie Filz optimieren die Akustik. Gespachtelte Gipskarton-Wände schaffen räumlich abgegrenzte Szenarien und leiten durch die Ausstellung. Durch den Einsatz von weichen und neutralen Farben von grau bis weiß entsteht ein neutraler Raum. Dies ermöglicht es, einzelne Objekte mit Lichtakzenten in Szene zu setzen und Ausstellungsbereiche durch die Farbgebung zu verbinden. Die indirekte Beleuchtung entlang des Ausstellungsgrundrisses schafft zudem eine räumliche Klammer und ein einheitliches Raumgefühl.

Exponate

Schreiraum im Audioversum
Binaurales Spiel im Audioversum
Auditiver Cortex im Audioversum
Haarzellen im Audioversum

Die Ausstellungsobjekte der Dauerausstellung „Abenteuer Hören“ wurden in Zusammenarbeit mit dem Projektpartner Ars Electronica, einem Zukunfts- und Technologieunternehmen, entwickelt.

16 Exponate und Installationen laden zum Hören, Sehen und Staunen ein: Eine virtuelle Reise durch das menschliche Ohr, die Funktionsweise des Knochenschalls, die Entdeckung einer städtischen Klanglandschaft beim Betreten der Treppenstufen („Klangtreppe“) oder das Nachfühlen einer Hörbeeinträchtigung werden interaktiv, multimedial und didaktisch aufbereitet vermittelt:[5]

  • Schreiraum: Zu Beginn der Ausstellung haben Besucher die Gelegenheit, in einem abgeschlossenen Schreiraum die Stärke der eigenen Stimme zu messen. Dabei zeigt eine Skala den Vergleich mit der Lautstärke von Tieren.
  • Binaurales Spiel: Hierbei wird das räumliche Hören auf einfache und unterhaltsame Weise sensibilisiert. Die Teilnehmer folgen über Kopfhörer eingespieltem Gezwitscher und versuchen die Vögel zu orten und zu befreien.
  • Auditiver Cortex: Ein Geräusch und viele Assoziationen. Wie werden akustische Signale letztlich im Gehirn interpretiert? Eine künstlerische Übersetzung dazu liefert die Station auditiver Cortex, die den Besuchern diese komplexen Vorgänge im Hörzentrum des Menschen vermittelt.
  • Haarzellen-Musik: Besucher können durch die Berührung von überdimensionalen, dem menschlichen Original nachempfundenen Haarzellen eine Melodie spielen. Um zu simulieren, wie sich Hörbeeinträchtigungen durch den Verlust von Haarzellen auf das Gehör auswirken, können unterschiedliche Frequenzbereiche durch Biegen der Haarzellen aktiviert bzw. deaktiviert werden.

Erweiterungen

  • 2016 – Exponat „Gehirn“ in Zusammenarbeit mit MEVIS-Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin[6]
  • 2017 – Klanginstallation Audiospace in Zusammenarbeit mit Stefan Zaradić (Komponist und Musikproduzent)[7]

Sonderausstellungen

  • 14.3.2017 – 9.1.2018: Faszination Farbe: Wanderausstellung des Carl Bosch Museums in Heidelberg[8]
  • 2.5.2017 – 28.4.2018: Abenteuer Erde: Ausstellungskooperation mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der Ars Electronica[9]
  • 2014: Sounds of Space: Ausstellungskooperation mit dem Österreichischen Weltraumforum[10]
  • 2015: So hören Tiere: Ausstellungskooperation mit dem Alpenzoo Innsbruck[11]
  • 2016: Illusionen - Täuschung der Sinne[12]

Zahlen und Fakten

Das Gesamtnutzungskonzept wurde vom Bauträger IIG (Innsbrucker Immobiliengesellschaft) gemeinsam mit dem städtischen Kulturamt Innsbruck und der Firma MED-EL ausgearbeitet.

  • Baubeginn: April 2011
  • Baufertigstellung: Herbst 2012
  • Baukosten gesamt: 3,2 Millionen Euro
  • Eröffnung: 30. Januar 2013
  • Nutzfläche (inkl. Allgemeinflächen): ca. 1.500 m²
  • Besucherzahlen seit Eröffnung: 141.177 (31. August 2017)

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1 2 Ein gemeinsames Zuhause zum „Hören“ und „Staunen“ Offizielles Mitteilungsblatt „Innsbruck informiert“ vom 7. Juli 2011, abgerufen am 3. Oktober 2017.
  2. Räumlichkeiten wurden feierlich übergeben Offizielles Mitteilungsblatt „Innsbruck informiert“ vom 28. August 2012, abgerufen am 3. Oktober 2017
  3. AUDIOVERSUM – Eine europaweit einzigartige Welt des Hörens wird eröffnet Bezirksblätter Innsbruck online vom 1. Februar 2013, abgerufen am 3. Oktober 2017
  4. Den Herzschlag der Ameise im Ohr Tiroler Tageszeitung vom 31. Januar 2013, abgerufen am 3. Oktober 2017
  5. Hauptausstellung DAS ABENTEUER HÖREN WebSite AUDIOVERSUM, abgerufen am 3. Oktober 2017
  6. Wenn das Gehirn glüht, PM Fraunhofer vom 26. Juli 2016, abgerufen am 3. Oktober 2017
  7. Zara Production
  8. Sonderausstellung „Faszination Farbe“, Website Audioversum, abgerufen am 3. Oktober 2017
  9. Sonderausstellung „Abenteuer Erde“, Website Audioversum, abgerufen am 3. Oktober 2017
  10. Sonderausstellung „Sounds of Space“, PM ÖWF vom 11. Dezember 2013, abgerufen am 3. Oktober 2017
  11. Sonderausstellung „So hören Tiere“, ORF vom 13. August 2015, abgerufen am 3. Oktober 2017
  12. Das Gehirn kann sich nicht dagegen wehren Tiroler Tageszeitung vom 15. März 2016, abgerufen am 3. Oktober 2017